Im Test: Battlefield 3 – Close Quarters

Battlefield 3: Close Quarters

Battlefield 3 erhält sein erstes Kartenpaket, das nicht Teil einer Vorbestellerbox ist, und wir haben uns natürlich in den virtuellen Kampf gestürzt und viele Schlachten geschlagen. Ob sich Close Quarters ebenso gut schlägt, erfahrt ihr nach dem Sprung.

Das Repertoie an Levels von Battlefield 3 ist mit dem Hauptspiel und der Back to Karkand-Erweiterung, die Besitzer der Erstauflage kostenlos dazu bekommen haben, bereits sehr abwechslungsreich. Von weitläufigen Maps, in denen man sich mit allerlei Vehikeln in der Luft, im Wasser und an Land austoben kann bis zu engen Innenlevels wie Operation Metro ist für den geneigen Shooter-Fan alles dabei. Der neue DLC Close Quarters setzt ganz auf schnelle Partien voller Häusekämpfe und Infanteriegeplänkel. Doch nehmen wir die Erweiterung doch einmal unter die Lupe.

Spielmodi

Die schwedischen Entwickler Digital Illusions CE (DICE) führen mit Conquest Domination oder Vorherrschaft einen neuen Spielmodus ein, der sich durch alle vier Close Quarters-Karten zieht. Es gilt immer noch auf Seiten der USA oder Russlands drei Flaggenpunkte zu übernehmen, um dem gegnerischen Team Punkte (sogenannte Tickets) abzuziehen. Anders als in den Karten des Hauptspiels, hat keine der beiden Parteien eine Basis und können an eroberten Flaggenpunkten nicht in’s Spiel einsteigen. Stattdessen übernimmt man das Spawn-System des Modus Team-Deathmatch. Man startet also an einem zufälligen Ort in das Spiel oder wählt einen der maximal drei Squad-Kollegen aus und steigt dort ein. Das ist auf die verhältnismäßig kleinen Karten zurückzuführen. Allzu zufällig ist das System allerdings nicht und so können Camper grob abschätzen, wo denn ein Gegner auftauchen könnte. Das Einstiegssystem ist durchaus sinnvoll, da es das Spiel schneller macht und sich die Teams an ihren Punkten schlecht einigeln können. Im Zuge der Verkleinerung der Maps sind auch der Radius, in dem ihr die Flaggen einnehmt, und die Zeit, die ihr dafür benötigt, geschrumpft. Der Spielmodus erinnert an Call of Dutys Domination, spielt sich angenehm flott und erlaubt es die verwinkelten Karten zu erkunden und deren Architektur auszunutzen.

Auf den neuen Karten könnt ihr neben Conquest Domination den ebenfalls neuen Modus Waffemeister spielen. Auch hierbei handelt es sich um eine abgewandelte Variante von bereits existierenden Varianten in anderen Ego-Shootern. Ihr startet mit einer Pistole und schaltet durch Abschüsse bessere Waffen frei. Schön: Ein Herunterstufen bei Toden gibt es nicht, ihr könnt eure aktuelle Waffe also nicht verlieren. Wer zuerst den Maximallevel erreicht, dessen Team gewinnt die Partie. Recht viel Taktik gibt es hier nicht. Waffenmeister ist eher als kleines Gimmick für zwischendurch anzusehen. Die bewährten Spielmodi Team Deathmatch und Squad Team Deathmatch sind auch wieder vertreten.

Donya-Festung

An diesem hochfrequentierten Einstiegsbereich am Rand der Karte geht es heiß her.

Donya-Festung spielt inmitten eines Komplexes von mittelhohen Gebäuden, in dessen Mitte sich ein Hof befindet. Doch die Action spielt sich in den verwinkelten Gängen der Häuser ab. Um die drei Flaggenpunkte zu erreichen, gibt es stets mehrere Zugangswege. Punkt C ist da besonders hervorzuheben, kann man ihn doch über zwei Treppen, die in die zwei äußeren Gebäude führen, den eingeschlossenen Hof, einem Nebengebäude und durch ein Kellergewölbe erreichen. Im angesprochenen Hof befindet sich ein Bombenkrater, über den man im Untergrund Punkt B erreicht. Dahinter befindet sich Punkt A, der auf der höchsten Stelle der Karte platziert ist. Der Clou: Die Flagge befindet sich auf offener Fläche, man kann also von allen Seiten auf’s Korn genommen werden, während man den Kontrollpunkt erobert. Es gibt hier wenige Ballungszentren. Donya-Festung spielt sich sehr schnell, es gibt allerlei Abkürzungen und Deckungsmöglichkeiten. Dank der Zerstörung durch die Frostbite Engine 2 sollte man sich diesen jedoch nicht immer hundertprozentig vertrauen. Die Mischung aus Häuserkampf und Untergrundschlachten ist gelungen und es entbrennen schnell spannende Schlachten in dieser Festung in Teheran.

Der Flaggenpunkt B befindet sich unterhalb des Hofes und wechselt aufgrund seiner zentralen Lage schnell den Besitzer.

Ziba-Turm

Vorher und nachher: Der Gang zu Punkt A.

 

Der Ziba-Turm ist ein (natürlich fiktiver) Wolkenkratzer im Zentrum Teherans, in dessen oberen Stockwerken kein Büro heil bleibt. Wie in Donya-Festung wird ein offener Bereich von mehrstöckigen Innenanlagen umgeben. Die intensiven Feuergefechte finden meist in einem langen Gang, der zu Kontrollpunkt A führt, statt. Auch hier geht wieder eine Menge Innenausstattung zu Bruch, da ihr euch in den zahlreichen Räumen gut verschanzen könnt. Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich in einem Restaurant Punkt B. Beim Einnehmen dieser Flagge müsst ihr stets auch eine Auge nach oben werfen, da sich dort gern diverse Gegner befinden. Mittig hinten machen sich es Camper nur all zu gerne an der Bar gemütlich. Kein Wunder, hat man hier doch die Karte perfekt im Überblick. Im Stockwerk darunter ist ein Pool samt dem letzten Punkt C. Die Karte ist nicht nur durch Gänge und Büros miteinander verbunden, sondern auch durch einen Gang am äußeren Rand des Gebäudes. Im Gegensatz zu Donya-Festung spielt sich Ziba-Turm etwas chaotischer, da das Licht hier deutlich gedimmt ist und eher ein pseudotechnologisches blau im Vordergrund der Farbgebung steht. Die Vertikale spielt in den schnellen Partien eine besondere Rolle.

Bei der Eroberung von Flagge B muss man ständig auf der Hut sein.

Altmetall

In den riesigen Hallen nimmt die fantastische Soundkullise von BF3 wieder eine tragende Rolle ein.

Altmetall verschlägt euch in eine alte Industrieanlage. In den riesigen Hallen und engen Verbindungswegen schlagt ihr euch durch zu den drei fair verteilten Flaggenpunkten. A und B sind an zwei Gebäuden gegenüber angebracht, wobei A auf offener Fläche ist und B sich im Inneren befindet. Die unterschiedlichen Segmente sind mit überdachten Verbindungswegen (in einem dieser befindet sich C), Treppen und Rohren miteinander verbunden. Die Kämpfe spielen sich meist – ähnlich wie auf Operation Metro – in einem Korridor zu A ab, obwohl man den Flaggenpunkt auch problemlos über ein dickes Stahlrohr erreichen und den Gegner somit in die Mangel nehmen kann. Das muss von den meisten Spielern wohl erst nach etwas Routine herausgefunden werden. Camper freuen sich über eine Art Balkon, von dem aus man den ersten Flaggenpunkt in Beschuss nehmen kann. Glücklicherweise befinden sich dort Rohre, die die andere Partei zum Schutz nutzen kann. Scrapmetal, so der englische Titel der Karte, ist eine der interessantesten Karten im Close Quarters-Aufgebot. Durchgänge, Treppen und Löcher in den Mauern lassen viele Taktiken zu, die sich beide Teams zu Nutze machen können. Durch die teils riesigen Hallen und vertikal aufgebauten Gebäude wirkt die Karte sehr groß.

Punkt B liegt etwas abseits des Kampfgeschehens.

Operation 925

Der einstige Ort der Erholung wird dank der Offenheit zum Nerventerror.

Kommen wir zur letzten Karte im Bunde. Operation 925 ist in einem kommerziellen Gebäude in Teheran angesiedelt. In den Großraumbüros, die Foyer (Punkt C) und Café (Punkt A) verbinden, geht wieder einiges zu Bruch. Auch hier trügt der Eindruck dank der Architektur und ihr denkt zu Beginn, es handelt sich um eine echt große Karte. Die Schlacht tobt auch im Untergrund: Selbst die Tiefgarage will von beiden Parteien erobert werden (B). Aufgrund der Höhenunterschiede und der relativ kurzen Wege zwischen den Flaggenpunkten ist Operation 925 die wohl eingängigste Karte. Dank der Dunkelheit von einigen Bereichen stirbt man zu Beginn auch nicht ganz so oft. Die buchstäbliche Schattenseite ist, dass sich Camper meist über die dunklen Übergänge huschen.

Im Großraumbüro kann man sich gut verschanzen und das Café in’s Visier nehmen.

Waffen

Es gibt zehn neue Aufträge, durch die ihr neue Waffen wie die Sturmgewehre AUG A3 (Soldat) und ACW-R (Mechaniker) oder die Schrotflinte SPAS-12 (für alle Klassen). Regelmäßige BF3-Spieler haben die erste Welle an fünf Aufträge, bei denen ihr eine bestimmte Anzahl an Kills mit bestimmten Waffen oder zehn TUG-S-Assists erreichen müsst, recht schnell abgehandelt. Die nächsten fünf, die ihr dadurch freischaltet, sind etwas kniffliger. Hier muss man beispielsweise unter die besten fünf Spieler in einer Partie Waffenmeister kommen. Die neue Ausrüstung dürft ihr auch auf den anderen BF3-Karten benutzen. Wie immer schaltet ihr durch häufige Benutzung neue Zielfernrohre und Unterbaugeräte für den Schießprügel frei. Die neuen Waffen sind nicht unbedingt besser als die bisherigen, was die Balance wahrt. Batttlefield-Veteranen freuen sich aber über alte Modelle aus den vorangegangenen Teilen, die sie nun endlich wieder mit sich herumschleppen können.

Battlefield 3 Premium

Wir wollen noch kurz auf EAs Bezahldienst Battlefield 3 Premium eingehen. Viele Gamer haben so etwas bereits erwartet, da Erzkonkurrent Activision mit Call of Duty: Elite ein ähnliches Konzept verfolgt.  Zum Preis von ca. 50 Euro bekommt ihr verfrühten Zugang (meist um zwei Wochen) zu allen aktuellen und künftigen DLCs. Das sind Back to Karkand und Close Quarters sowie Armored Kill im September, Aftermath im Dezember und End Game im März 2013. Für die Kartenpakete zahlt ihr sonst ca. 15 Euro und könnt erst etwas später loslegen. Zusätzlich gibt es vier exklusive Aufträge – für jede Klasse einen -, mit dem ihr nicht etwa besondere Waffen, sondern Premium-Hundemarken für Aufklärer, Unterstützer & Co. freischaltet. Eine weise Entscheidung, da Käufer der Erweiterungen sonst Sturm laufen würden. Als dritten Bonus verkürzen sich die Wartezeiten, falls ihr euch in einer Warteschlage für einen Server mit Nicht-Premiumkunden befindet.

Wie genau die Qualität der anderen Kartenpakete aussieht, können wir natürlich noch nicht sagen. Deshalb muss ein finales Fazit noch etwas warten. Preislich ist BF3 Premium sehr attraktiv, die Dogtags sind nette Boni für Fans und das Vorrutschen in der Warteschlange erspart euch etwas Zeit. Ob einem 20 Karten plus einige Gimmicks den Vollpreis des Hauptspiels wer sind, muss jeder selbst entscheiden. Wir sind gespannt, ob die weiteren Karten den hohen Qualitätsstandard beibehalten werden.

Fazit

Für Fans von schneller Action a lá Call of Duty lohnt sich Close Quarters auf jeden Fall. Jede Map hat einen eigenen Stil, einige übergreifenden Architekturähnlichkeiten in der Kartenmitte wie den Spawnpunkt im Untergrund in Operation 925 und Donya-Festung oder den Hof in Ziba-Turm und Donya gibt es trotzdem. Durch die neuen Spielmodi und die klein gehaltenen Innenlevels ist mehr Squad-Teamwork dennje gefragt, auch wenn die Klasse des Mechanikers überflüssig geworden ist – schließlich sind Minen und Raketenwerfer auf den meisten Servern verboten. Die Ladezeiten wurden erfreulicherweise im Gegensatz zu den riesigen BF3-Karten auf einen Bruchteil minimiert. Durch die hohe Spieleranzahl auf kleinem Raum sackt die Performance bei 64 Spieler-Begegnungen aber die ab. Hier macht eine geringere Zahl – besonders auf Ziba-Turm – sowieso mehr Sinn. Zum Preis von 15 Euro oder 1.200 MS Points liefert euch DICE vier tolle Infanteriekarten, die das verfügbare Kartenangebot sehr gut ergänzen.

Battlefield 3: Close Quarters
System: PC, PS3, Xbox 360
Verwendetes System: PC
Genre: Ego-Shooter
Preis: 14,99 Euro (Retail oder Origin/PSN) bzw. 1.200 MS Points (Xbox Live)
Entwickler: Digital Illusions (Battlefield-Serie, Mirror’s Edge)
Publisher: EA

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