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E3

E3 2017: Archangel & Bloody Zombies – VR-Doppelschlag

Besonders an der E3 ist, dass man nicht nur die üblichen Verdächtigen anzocken kann, sondern auch völlig neue Spielkonzepte erfährt. Eine Auswahl solcher stellen wir euch nachfolgend vor.

Archangel

Archangel ist das erste von Skydance Interactive entwickelte Spiel. Obwohl sich Skydance und Skybound zusammentun, um ein The Walking Dead-Spiel in den virtuellen Realität zu realisieren, sind die beiden Firmen nicht miteinander verwandt.

In einem sechs Stockwerke hohen Mech befreit ihr in Archangel die USA in der Postapokalypse von einer tyrannischen Organisation. Während sich der Mech von alleine bewegt, dürft ihr mit beiden Händen separat schlagen, euch schützen und aus allen Rohren feuern. Wir spielen Archangel auf der Oculus Rift an, das Spiel erscheint allerdings im Juli zunächst für PlayStation VR, zwei Wochen später folgen die Versionen für Rift und HTC Vive (SteamVR).

Zunächst stehen uns lediglich für beide Hände Schilde sowie Pro Hand je eine Waffe – Maschinengewehr und Raketenwerfer – zur Verfügung, später dürfen wir die Waffen aufrüsten und etwa Lock-on-Raketen und einen Laser verwenden. Wir erledigen Welle um Welle verschiedenste Gegner. Dazu zählen in dem Zukunftssetting natürlich Drohnen, aber auch ganz klassisch Infanterie und Panzer. Später traktieren uns auch Suizidflugzeuge und mechanische Hunde. Letzere kennen wir bislang nur aus dem Trailer.

Das Anvisieren der Feinde gelingt überraschend intuitiv, die Verzögerung zwischen Knopf-Kommando und dem Moment, bis die Schilde defakto aktiviert werden, ist noch etwas zu groß, sodass wir nicht alle Projektile so abwehren können, wie wir es gerne täten. Schön ist die Tatsache, dass man den Controller wirklich nach innen an die Brust halten muss, um das Schild korrekt auszurichten. Es ist ein tolles Gefühl, erst einige Raketen abzuwehren, um dann den Panzer mit einer einzelnen gezielten Rakete und nebenbei mit den Lock-on-Raketen einen Schwarm von Drohnen abzuräumen. Brücken dürfen wir an fest vorgegebenen Punkten mit einem Fausthieb zerstören – beeindruckend.

Das Railshooter-Design mag Geschmackssache sein. Der Rhythmus zwischen Stehenbleiben und den toll vertonten Dialogen zu lauschen, die nächste Welle abzuräumen und sich dann automatisch gemächlich in die nächste Position zu begeben, erfordert etwas Eingewöhnungszeit. Der erste Level im Wüstensetting inmitten zerstörter Städte macht nach dieser Zeit auch Spaß. Im zweiten Level sehen wir nicht viel Land. Hier werden wir von allen Seiten angegriffen. Dieser Abschnitt zeigt, dass auch Hardcore-Spieler anspruchsvolle Level erwarten können. Von der Optik sind wir etwas ernüchtert, da alles nicht ganz so scharf aussieht, wie auf den Screenshots. Die Partikeleffekte sind hingegen hübsch. Das Spiel soll übrigens nicht mega umfangreich sein und ist an einem Abend durchspielbar. Der Kostenpunkt dürfte daher nicht all zu hoch liegen.

Sobald wir ein VR-Headset haben, freuen wir uns darauf, die fiese Organisation in der finalen Version dem Erdboden gleichzumachen.

Bloody Zombies

Während das oben genannte Spiel einen traditionelleren Weg begeht, das VR-Headset einzusetzen, haben Paw Print Games und nDreams einen völlig anderen Ansatz, VR- und auch nicht-VR-Spieler zu beeindrucken.

Bloody Zombies ist ein klassische Side-Scroller im Stil von Double Dragon und Streets of Rage. Bis zu vier Spieler prügeln sich durch Horden von Zombies, etwa über die Londoner Tower Bridge (schwieriges Thema). Dabei dürfen wir allerlei Hilfsmittel aufnehmen, etwa Brecheisen, Schwerter und Tonnen. Im Laufe des Abenteuers lernen wir diverse cool inszenierte Spezialangriffe, etwa einen Pile Driver. Cool ist, dass man etwa einen Fleischklops in die Luft manövrieren kann, zu einem Kumpel kickt und der ihn weiter perforiert. Es dauert etwas, bis man das gemächliche Lauftempo verinnerlicht, sobald sich einem das intuitive „easy to learn, hard to master“ Kampfsystem erschließt, hat man eine Menge Spaß. Das Geprügel wird durch Jagdsequenzen von zerfleischenden Maschinen, ähnlich jenen in den modernen Rayman-Spielen, aufgelockert.

 

Soweit, so klassisch. Besonders ist an Bloody Zombies, dass ein bis vier Spieler das Abenteuer mit einem VR-Headset angehen können, unterstützt werden Oculus Rift (von uns gestestet), HTC Vive (SteamVR) und PlayStation VR. Ihr könnt also im lokalen und im Online-Koop VR- und TV-Spieler bunt mixen. Das erfordert sicherlich eine Menge Optimierungsaufwand, schließlich verfügt man nicht über ein Millionen-Budget und angesichts dessen, dass viele kleinere Spiele nicht einmal über einen Online-Koop-Modus verfügen, ist diese Herangehensweise beachtlich.

Im VR-Modus offenbart sich, wie hübsch der 2,5D-Brawler ist. Die Möglichkeit, seitlich auf das Geschehen zu Blicken und die wunderschönen Vorder- und Hintergründe durch leichtes Schwenken zu bewundern, ist ein gelungener Zusatz. Es geht sogar so weit, dass wir das Spiel ohne VR-Headset gar nicht mehr angehen möchten, obwohl es am Fernseher ebenfalls sehr ansehnlich ist. In unserem selbst auf der E3 aufgezeichneten Gameplay-Video schalten wir zwischen beiden Sichtweisen (TV/VR) hin und her, wobei sich das Gefühl naturgemäß erst reproduzieren lässt, wenn ihr das Spiel im Laufe des Jahres selbst spielen werdet. Einen festen Erscheinungstermin gibt es bislang nicht.

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