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Im Test: Omega Quintet

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Alle Jahre erhalten wir ein Rollenspiel von Compile Heart. Es wird der Anschein erweckt, dass alle paar Monate ein Spiel von ihnen, auf die ein oder andere Art und Weise, veröffentlicht wird. Omega Quintet stellt dabei eine Ausnahme in der Erfolgshistorie des Unternehmens dar. Stattdessen hätte dieses fade Rollenspiel weiter im Reich des Vergessens verweilen sollen.

Die Story von Omega Quintet ist schnell umrissen: Die Menschheit wird von einem Monster namens „Blare“ angegriffen. Die verherrlichte Idol-Gruppe „The Verse Maidens“ sind die einzige Hoffnung, Blare zu bekämpfen. Takt ist gleichzeitig der Protagonist und seit Kindheitstagen mit dem neuesten Mitglied der Verse Maidens befreundet. Gezwungenermaßen wird er der Manager der Gruppe. Das Idol-Thema wird umfangreich ausgelotet, davon abgesehen ist der Hintergrund recht generisch und die Geschichte wird nie wirklich interessant.

Am Problematischsten an Omega Quintet empfinden wir das Ensemble an Charakteren. Die Figuren, die einem nicht direkt nach wenigen Minuten auf die Nerven gehen, kann man an einer Hand abzählen. Auf mysteriöse Art ist es den Autoren gelungen, jeden Charakter als Idiot, Nervensäge oder Kombination aus beidem zu designen. Damit entfernt sich Compile Heart weit von einer ihrer weiteren Serien, Hyperdimension Neptunia. Deren Storysequenzen sind generell albern, verfügen aber über einen gewissen Charme. In Omega Quintet hasst ihr spätestens nach ein paar Stunden den Großteil der Charaktere.

Der mangelhafte Eindruck setzt sich spielerisch fort. Die Erkundung der Spielwelt erfolgt nach bewährten Mustern, doch immerhin steht jedem der Maiden eine eigene Fähigkeit zur Verfügung, um neue Gebiete zu erreichen oder bestimmte Gegenstände zu sammeln. Das führt allerdings nur zu doppelten Laufwegen, da ihr üblicherweise nicht die passende Fertigkeit habt, um sie direkt im ersten Durchlauf des Level einsetzen zu können. Allzu oft seht ihr euch zur Fortführung der Hauptgeschichte oder zum Erfüllen von Nebenzielen gezwungen, die gleichen Gebiete erneut anzugehen. Durch die langweiligen Landschaften zu wandern fühlt sich eher nach Arbeit als Vergnügen an und wir haben noch gar nicht das Kampfsystem erwähnt.

Compile Heart mischt zur Genre-üblichen Rezeptur eines rundenbasierten Japano-Rollenspiels (J-RPG) gerne neue Mechaniken bei, ob sie funktionieren oder nicht. Hierdurch werden die Kämpfe verkompliziert und unnötig verlängert, ganz wie in vergangenen Spielen des Unternehmens. Vormals hat man dadurch wohl versucht, diese Systeme als einzigartig wirken zu lassen. Omega Quintet fühlt sich an, als wäre es ein Relikt der früheren Design-Philosophie von Compile Heart, da sie sich von der Implementierung von zu komplexen Mechaniken zwischenzeitlich schon verabschiedet haben und sich spielerisch auf das Wesentliche beschränken.

Promotion Video System (PVS) ist ein neues Feature im Spiel, das nicht häufig Verwendung findet und etwas merkwürdig ist. Damit könnt ihr Musikvideos erschaffen und dabei auf eine Vielzahl an Tanzchoreographien und Liedern zurückgreifen. Dieser Modus wurde so gut ausgearbeitet – ganz im Gegensatz zum Rest des Spiels – und doch ist er, bis auf wenige Nebenaufgaben, optional. Es ist uns ein Rätsel, warum diesem Modus so viel Liebe zum Detail zugeflossen ist, wenn der Spiel wenig Motivation verspürt, PVS überhaupt zu benutzen. Die Musikvideo sehen noch dazu ziemlich schlecht aus aufgrund der minderwertigen Charaktermodelle.

Wo wir schon bei den Charaktermodellen sind. Ihr habt unter Umständen bereits an den im Test enthaltenen Screenshots erkennen können, dass Omega Quintet nicht gerade ein hübsches Spiel ist. Obwohl es sich um eine Umsetzung für die PlayStation 4 handelt, sieht es schlechter als viele Titel aus dem Startaufgebot der PlayStation 3 aus. Dabei ist die Tatsache, dass Omega Quintet den Hyperdimension Neptunia-Spielen der ersten Generation sehr ähnlich sieht, nicht gerade förderlich. Diese Tatsache unterstreicht den Mangel an grafischer Politur. Zumindest die 2D-Porträts der Charaktere sehen schön aus, allerdings sehen wir diese lediglich in der Erzählung der irrsinnigen Geschichte.

Was die Umsetzung für den PC betrifft, orientiert sich Omega Quintet an der Qualität anderer Portierungen. Das Spiel läuft flüssig, bietet allerdings wenige Einstellungsmöglichkeiten. Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass die Bildwiederholungsrate das ein oder andere Mal eingebrochen ist, was man angesichts dieser visuellen Darstellung nicht erwartet. Diese Probleme sind in ihrer Intensität nicht so bemerkbar wie in einer anderen von Ghostlight kürzlich veröffentlichten Portierung, Lost Dimension. Die Tatsache, dass die Probleme allerdings hier wieder auftreten, ist bedauerlich.

Fazit

Omega Quintet ist kein gutes J-RPG. Selbst Anhänger anderer Compile Heart-Serien werden Probleme haben, sich für das Spiel zu begeistern. Da sich mehr und mehr gute Rollenspiele auf dem PC niederlassen, gibt es keinen guten Grund, sich diese Portierung zu Gemüte zu führen.

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