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Im Test: The Inpatient

The Inpatient soll gleichermaßen PSVR-Spielern ein neues Erlebnis bieten und alle Fans von Until Dawn abholen. Ob Supermassive Games dies gelingt, klären wir in unserem Test.

In The Inpatient werden wir als Patient in die Nervenheilanstalt Blackwood Pines Sanatorium eingewiesen. Freunde des gepflegten Horrors kennen diese Einrichtung aus dem 3rd-Person Horror-Adventure Until Dawn (unser vollständiges Let’s Play). Diesmal kehren wir an diesen schrecklichen Ort im Jahr 1951 zurück und erkunden die Vorgeschichte der Ereignisse des „Besten Blockbuster-Actionspieles 2015„.

Zu Beginn werden wir vom Leiter des Sanatoriums, Jefferson Bragg, untersucht. Diese Sequenz erinnert uns frappierend an Metal Gear Solid V, unter Umständen seht ihr die Ähnlichkeit anhand der nachfolgenden Bilder ebenfalls. Bragg gibt euch das Gefühl, er wolle euch helfen, doch im Laufe des circa 3-stündigen Spiels entfaltet sich die ganze düstere Wahrheit um das Irrenhaus und dessen Insassen. Der Einstieg in das Spiel wird famos inszeniert, darunter sind auch einige Jump-Scares, die unseren Puls in die Höhe getrieben haben (siehe Video unten).

Die späteren Teile der Geschichte können dann allerdings nicht daran anschließen. Zwar öffnet sich das Spiel in dem Sinne, dass ihr dank des zurückgekehrten Schmetterlingseffekts rudimentäre Entscheidungen treffen und damit das Weiter- oder Ableben bestimmter Charaktere mitbestimmen könnt, die Rahmenhandlung ist aber so dünn, dass euch das Schicksal nicht allzu sehr trifft, anders als im zugegebenermaßen auch nicht übermäßig emotionalen Until Dawn. Aufgrund der von euch getroffenen Entscheidungen, gibt es unterschiedliche Enden. Obwohl es in The Inpatient zahlreiche Figuren gibt, ist wirklich nur eine Hand voll für das Spiel relevant, die wir euch aus Spoilergründen natürlich nicht verraten. Das Ende ist dabei auch nicht gerade aufregend gestaltet, eine echte Belohnung gibt’s selbst beim bestmöglichen Ende, nicht. Das düsterste Ende enthält immerhin eine nette Referenz an den Vorgänger.

Visuell sticht das Spiel aus den bisherigen Spiele für das PlayStation VR hervor. Die Animationen sind meist angenehm flüssig, die Charaktermodelle detailliert und die düstere Umgebung wird relativ scharf dargestellt. Die Mimik der Figuren ist hingegen in vielen Sequenzen emotionslos und so verpufft jegliche auf dem Papier erzeugte Emotion, sobald wir in die toten Augen der Gegenüber sehen und diese uns gerade nahe eines Zusammenbruchs ihr tragisches Schicksal anvertraut. Der Soundtrack wird sehr portioniert eingesetzt und trägt in entscheidenden Situatione8n zur Atmosphäre bei.

Zu guter Letzt wollen wir natürlich auch auf das eigentliche Spiel im Spiel, das Gameplay, eingehen. The Inpatient kann man spielerisch nicht mit Konsorten wie Outlast vergleichen, sondern eher mit einem Walking Simulator. Den Großteil des Spiels lauscht ihr entweder der Krankenschwester oder folgt der Gruppe an Überlebenden durch das gespensterhafte Anwesen. Zwar versuchen Rückblenden das Geschehen aufzulockern und die Story zu entmystifizieren, anders als in Until Dawn kommt man allerdings schnell hinter das Geheimnis dieses unwirtlichen Ladens. Schade ist auch, dass es so wenige Objekte gibt, mit denen wir interagieren dürfen. Und sobald es sie gibt, werden diese mit einem überdimensionalen Lenseflare kenntlich gemacht, sodass sie auch vom letzten PSVR-Neuling auf gar keinen Fall übersehen werden können. The Inpatient kann entweder mit dem DualShock4 oder mit zwei PlayStation Move-Controllern gespielt werden. Mit beiden Eingabegeräten hat man im Spiel so seine Probleme. Der DualShock4 funktioniert grundlegend gut mit The Inpatient, allerdings sind die Türen auf ein separates Steuern der Hände ausgelegt. Nun würde man erwarten, dass es später wichtig wird, etwa eine Fackel in der einen und eine Waffe in der anderen Hand zu halten. Da es im Spiel allerdings gar keinen Kampf und äußerst wenig Interaktivität – Fahrstuhlknüpfe ausgenommen – gibt, fällt dieser Aspekt weg. Hinzu kommt, dass die Ausrichtung der Hände eine weitaus größere Herausforderung darstellt, als man es erwarten würde.

Die ersten 2 Stunden des Spiels

Fazit

Das Fundament von The Inpatient hat durchaus seinen Reiz: 54 Jahre vor den Ereignissen von Until Dawn erkunden wir im im Betrieb befindlichen Blackwood Pines Sanatorium, wie es zur Geburt des Wendigos gekommen ist. Es hapert lediglich an der spielerischen Umsetzung. Das Spiel ist mit einer Spielzeit von 2,5 bis 3 Stunden recht kurz und die unterschiedlichen Enden rechtfertigen kaum eine größere Anzahl als zwei Durchgänge. Zwar ist der Auftakt famos inszeniert, dann hat das Spiel aber auch schon sein Pulver verschossen. In der folgenden Stunde laufen wir im Stockfinsteren im Gänsemarsch der Gruppe hinterher und auch wenn es zum Ende hin noch einmal actionreich wird, so ist das Gesamtwerk für beinharte Anhänger von Until Dawn und PSVR-Puristen interessant. Angesichts des Preises von 40 Euro werden es sich Horror-Fans gründlich überlegen, ob sie sich in das Blackwood Pines Sanatorium einweisen lassen.

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