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Angespielt: AeternoBlade – Eine Reise durch die Zeit

In AeternoBlade schwingt ihr die Klinge der Zeit und das Spiel schafft es nicht nur spielerisch eine Zeitreise darzustellen.

AeternoBlade von Corecell Technology ist im letzten Jahr für den Nintendo 3DS via eShop erschienen. In diesem Jahr macht das 2D-Action-Abenteuer den Sprung auf die Sony PlayStation Vita und wir haben für euch einmal reingespielt.

Die Geschichte lässt sich trotz unnötig gestreckter Dialoge in Form dröger Textboxen kompakt zusammenfassen. Die Heldin Freyja wird Zeuge davon, dass ein Dämonenlord ihr komplettes Heimatdörfchen auslöscht. Bewaffnet mit dem Sagen umwobenen AeternoBlade will sie Rache nehmen und trifft auf ihrer Reise auf ein paar Verbündete Hexer und Krieger. Personalität kann man den Figuren leider nicht verleihen. Bosse sind erzählerisch eindimensional präsentiert, sie sind einfach nur böse, beleidigend und schlecht gelaunt. Für Überraschungen sorgt die Geschichte also nicht.

Das Gameplay-Konzept ist dagegen schon interessanter: Mit dem AeternoBlade könnt ihr sowohl in Kämpfen als auch in Puzzle-Abschnitten, die nahthlos ineinander übergehen, die Zeit manipulieren. Das Spiel ist im Metroidvania-Stil angelegt, ihr streift also durch karge 2D-Kulissen, die an die PlayStation 1-Ära erinnern, und könnt an einigen Stellen erst voranschreiten, sobald ihr die erforderliche Fertigkeit verfügt. Das Gegnerverhalten ist aber derart vorhersehbar, die Arenen sind eng abgegrenzt durch magische Wände und Dialoge unterbrechen stetig den Spielfluss, sodenn er sich denn einstellt.

Ebenfalls nervig: Freyja kann sich nicht von der Stelle bewegen, wenn sie angreift. Dadurch fühlt sich das Kampfgeschehen sehr steril an. Im Laufe des Spiels schaltet ihr verschiedene Combos frei, die allerdings bei weitem nicht an den Umfang und die Vielseitigkeit von vergleichbaren Genrevertretern heranreicht. Im Endeffekt hämmert ihr nur auf den Quadrat-Knopf und weicht ab und an mit dem Dash aus. Doch wie war das mit der Zurückspul-Mechanik? Die durchaus mit Potenzial ausgestattete Mechanik wird in simplen Schalter/Plattformrätseln und in die Länge gezogenen Bosskämpfen verwurstet. Grundsätzlich machen diese Aktionen Spaß, wir hätten hier gern mehr Ideen gesehen.

Visuell gestaltet sich das Spiel keineswegs als hübsch – Charaktere sind karg, Umgebungen detailarm, Effekte unspektakulär – hässlich ist das Spiel aber keineswegs und man muss bedenken, dass das Spiel ursprünglich für den Nintendo 3DS konzipiert war. Der Sound hingegen geht gegen jede Regel des guten Geschmacks. Soundeffekte sind allenfalls lächerlich, die Synthie-Musik dudelt vor sich hin und unterbricht sich von alleine immer wieder, lässt euch die Bosskämpfe teilweise tonlos absolvieren.

Apropos: Der Schwierigkeitsgrad ist grundsätzlich sehr niedrig angesetzt. Dämonen-Ritter und fliegende Ungetümer sind nach wenigen Schwertschwingen (Achtung: Zeitwitz) Geschichte. Bosse wiederum haben enorm lange Lebensenergieleisten, wurden aber nicht mal mit den videospielüblichen 3-Phasen-Kämpfen integriert, sondern spulen ständig eine Variation ähnlicher Attacken ab. Hier hätten wir uns etwas mehr Kreativität gefordert und einen ausgewogeneren Schwierigkeitsgrad, Guacamelee! wäre da ein gutes Beispiel. Immerhin bietet das Spiel nach vier Toden in einem Bosskampf an den Schwierigkeitsgrad herunterzuregeln.

Vorabfazit

AeternoBlade hat an sich Potenzial zu einem Top-Metroidvania-Titel, aus der Zeitmechanik hätte man wirklich viel machen können. Das Spiel bleibt aber in Sachen Leveldesign, Kämpfen, Gegnern und Technik weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. In den rund zehn Spielstunden werdet ihr sicherlich etwas Freude am “an der Uhr drehen” finden. Solltet ihr also unbedingt ein Metroidvania auf der Vita benötigen, ist das Spiel nicht falsch, zu den Topkandidaten der letzten Jahre zählt es allerdings nicht.

AeternoBlade kostet 14,99 Euro im PSN, es ist bis 14. Mai auf 10,04 Euro reduziert mit zusätzlichem 20% PS Plus-Rabatt. Im PlayStation Network ist eine Demo-Version verfügbar.

Patrick

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