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Diese GBA-Klassiker sind jetzt für die Nintendo Switch erhältlich: Die Pokémon Feuerrote und Blattgrüne Edition ermöglichen eine nostalgische Rückkehr nach Kanto.
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Serie, das am vergangenen Freitag zur Erstveröffentlichung von Pokémon Rot und Grün in Japan gefeiert wurde, können alle Interessierten die ursprüngliche Reise nun in den ersten Remakes der Serie auf der Nintendo Switch neu entdecken.
Pokémon Feuerrot und Blattgrün waren tatsächlich die ersten Spiele, mit denen Game Freak zu seinen Wurzeln zurückkehrte und es Trainerinnen und Trainern ermöglichte, auf dem GameBoy Advance wieder alle Pokémon zu fangen. In den Originalspielen war es nicht möglich, eure treuen Begleiterinnen und Begleiter zu tauschen.
Die Entscheidung, die Spiele für die Nintendo Switch neu aufzulegen, wurde von den Fans mit Skepsis aufgenommen. Schließlich sind für diese Konsole bereits Pokémon Let’s Go, Pikachu! und Let’s Go, Evoli! als Remakes der ersten Generation erhältlich.
Trotz der umstrittenen Fangmechanik, die an derjenigen aus Pokémon GO angelehnt ist, handelt es sich dennoch um ein überzeugendes und ästhetisch ansprechendes Abenteuer, das die ursprüngliche Kanto-Reise und einige zusätzliche regionale Varianten bestimmter Pokémon beinhaltet und gleichzeitig eine sinnvolle Weiterentwicklung des bekannten Konzepts darstellt.
Darüber hinaus hat man über Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket bereits Zugriff auf einen Großteil des GameBoy-Advance-Katalogs, was die Entscheidung, diese Spiele separat neu zu veröffentlichen, noch fragwürdiger macht.
Vor diesem Hintergrund stellt sich folgende Frage: An wen richten sich Pokémon Feuerrot und Blattgrün eigentlich? Ganz offensichtlich an nostalgische Fans, die die Spiele auf der Switch – und dank vollständiger Abwärtskompatibilität natürlich auch auf der Switch 2 – erleben möchten, oder an Neulinge, die nie einen GameBoy Advance besessen haben. Vielleicht sind es aber auch einfach nur neugierige Gamer, die sehen wollen, ob die Spiele den Test der Zeit bestehen.
Diese Spiele zu rezensieren ist keine leichte Aufgabe und zwar aus einem einfachen Grund: Es handelt sich buchstäblich um die gleichen Spiele ohne jegliche Grafikfilter oder neu hinzugefügte Komfortfunktionen.
Man kann die beiden Games nicht einmal online mit den Freundinnen und Freunden spielen, was die Entwicklung bestimmter Pokémon durch die Tauschfunktion natürlich erheblich erschwert. Und versucht es gar nicht erst, zwei Konsolen mit derselben Spielversion zu verbinden – das ist nicht möglich, wie wir schmerzlich erfahren mussten.
Die angekündigte Kompatibilität der Spiele mit Pokémon Home könnte Abhilfe schaffen. Da diese zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes jedoch noch nicht verfügbar ist, handelt es sich hierbei lediglich um Spekulationen.
Die einzige nennenswerte Neuerung tritt zu Tage, nachdem man die Top Vier besiegt und den begehrten Titel des Champs der Pokémon-Liga erlangt hat. Die Tickets, die man zum Fangen von Ho-Oh, Lugia und Deoxys benötigt, befinden sich dann direkt in eurem Beutel – ganz ohne weiteres Zutun.
Hierbei handelte es sich in den GBA-Spielen um Gegenstände, die nur im Rahmen von Events zu holen waren. Eine sehr willkommene Verbesserung, die an die Pokémon Kristall-Edition für den 3DS erinnert, in der ebenfalls der GS-Ball zum Fangen von Celebi eingeführt wurde, das in den internationalen Versionen zuvor nicht erhältlich war.
Darüber hinaus scheint in diesen neuen Versionen auch der berüchtigte „Roaming Roar“-Glitch behoben worden zu sein. Sobald Entei, Raikou oder Suicune in den Originalspielen zum Entkommen die Attacke Brüller gegen euer Pokémon eingesetzt haben, sind sie für immer verschwunden. Dieses Problem wurde nun endlich behoben – keine Verschwendung von Meisterbällen mehr!
Ach ja, und nicht vergessen: Es gibt jetzt einen Schimpfwortfilter. Ihr könnt eure Rivalinnen und Rivalen also nicht mehr „Arsch“ nennen, falls ihr seit den Originalspielen immer noch nicht erwachsen geworden seid, doch es gibt Möglichkeiten dies zu umgehen.
Abgesehen von diesen Verbesserungen haben wir nichts wirklich Bemerkenswertes zu berichten. Pokémon Feuerrot und Blattgrün sind bis heute solide und unterhaltsame Spiele, auch wenn sie nicht ganz fehlerfrei sind und angehende Pokémon-Trainerinnen und -Trainer die Schwächen schnell bemerken werden.
So sind etwa die Technischen Maschinen (TMs) extrem begrenzt, die Fähigkeit zu rennen schaltet man erst frei, nachdem man Rocko besiegt hat, und Freundschaftsentwicklungen wie die von Iksbat erhält man erst nach dem Sieg über die Top Vier.
Eine echte Verbesserung, selbst im Vergleich zu Pokémon Let’s Go, ist, dass Feuerrot und Blattgrün tatsächlich Post-Game-Inhalte bietet. Dieser ist zwar nicht bahnbrechend, aber der Besuch der Sevii Eilande wird diejenigen unterhalten, denen es nach mehr dürstet und wir erfahren, was mit Team Rocket vor den Ereignissen von Gold/Silber/Kristall geschehen ist.
Welche Version besser für euch ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der einzige wirkliche Unterschied zwischen den beiden Spielen sind bestimmte exklusive wilde Pokémon, die ihr fangen könnt.
Jede Version hat ihre exklusiven Gegenstücke: Sichlor findet man beispielsweise nur in Feuerrot, Pinsir hingegen nur in Blattgrün. Elektek gibt’s ebenfalls nur in Feuerrot, Magmar begegnet ihr dagegen nur in Blattgrün.
Die Unterschiede sind zwar subtil, aber es lohnt sich, vor dem Kauf online eine Liste der Pokémon zu checken, um sicherzugehen, dass ihr euer Lieblings-Pokémon nicht verpasst.
Die Legendären Pokémon sind identisch: Ab Pokémon Rubin und Saphir hat man sich für exklusive Legendäre entschieden, also braucht ihr euch darüber keine Gedanken zu machen. Der einzige Unterschied ist die Deoxys-Form, die ihr nach dem Spielende fangen könnt – das Pokémon selbst ist in beiden Versionen zu finden.
Bei den Starter-Pokémon stoßt ihr hingegen nicht auf Exklusivitätsprobleme. Entgegen dem, was das Cover-Art vermuten lässt, könnt ihr etwa in Blattgrün auch mit Glumanda beginnen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pokémon Feuerrot und Blattgrün genau das bieten, was man von den Originalspielen kennt – nicht mehr und nicht weniger.
Ob es sich lohnt, die Kanto-Region erneut zu erkunden, hängt von den individuellen Vorlieben ab. Im Handheld-Modus wird die Switch zu einem übergroßen GameBoy Advance und die Neuauflagen sind günstiger als die neueren Spiele.
Für diesen Test haben wir die Pokémon Feuerrote Edition auf Englisch gespielt. Vor dem Kauf sollte die Wahl der Spielsprache wohl überlegt sein, da sie später nicht mehr geändert werden kann.
Nintendo hat uns die Pokémon Feuerrote Edition für Nintendo Switch zur Verfügung gestellt. Die Screenshots haben wir auf Nintendo Switch 2 teils im Handheld- und teils im TV-Modus aufgenommen.








