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Im Test: Pragmata – Der Shooter mit Second Screen

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Pragmata ist anders als als andere 3rd-Person-Shooter und bewegt uns dazu auch noch mit seiner Story.


Endlich traut sich ein Triple-AAA-Hersteller etwas, das überrascht. Das fühlt sich neu und erfrischend an und macht auch noch Spaß. Ihr werdet in diesem Spiel nicht abwechselnd Ballern und Hacken, sondern macht es synchron. Was sich nach heilloser Überforderung wegen Multitasking anhört, ist aber die Stärke von Pragmata. Genau dieser Kniff entscheidet aber darüber, ob Pragmata etwas für Euch ist oder eben nicht.

Wir werden als Spielende in der Rolle von Hugh Williams zum Mond geschickt, weil es einen Verbindungsabbruch in der Funkkommunikation gab und sollen dort mit einem Team nach dem Rechten schauen. Die Landung müssen wir manuell absolvieren, da die Automatik nicht funktioniert. Die ersten Schritte erklären uns genretypisch wie man steuert und wir werden in die Story eingeführt. Seltsamerweise treffen wir keine andere Menschenseele auf der Station an und daher entstehen bei uns ähnliche Gefühle wie bei System Shock oder Alien Isolation. Natürlich kommt es recht flott zu einem Zwischenfall, der durch ein Mondbeben ausgelöst wird, und wir werden von dem Team getrennt, dabei sehen wir, wie einer aus dem Team stirbt.

Samus wäre stolz – sicher im Schutzraum.

Als wir dann von unseren Verletzungen gebeutelt erwachen, bemerken wir, wie uns ein kleines Mädchen gerettet hat. Doch wir bekommen kaum Zeit, das überhaupt sauber zu realisieren, da wir direkt angegriffen werden. Eine KI namens IDUS befehligt einen Bot, uns vom Gelände zu entfernen. Bei diesem Kampf bemerken wir, dass wir so gut wie keinen Schaden auf den Bot machen.

Die Lösung ist das kleine Mädchen, welches ganz besondere Fähigkeiten besitzt. So werden wir in den Second Screen eingeführt, indem wir parallel zum Schießen auch noch Hacken können. Wenn ein Bot erfolgreich gehackt wurde, kann er beschädigt und eliminiert werden.

Danach landen wir dann in einer Cutscene, in der wir erfahren, um was es sich bei dem vermeintlichen Mädchen wirklich handelt. Sie ist eine Pragmata ohne großes Wissen darüber, was eigentlich auf der Mondstation passiert. Danach wird uns der Schutzraum erklärt, in dem wir allerlei Dinge anstellen können wie unter anderem Waffenmanagement, Upgraden und Drucken sowie Fähigkeiten ausbauen.

Das Waffenarsenal, wie diese zielsuchende Rakete, lässt sich in punkto Schaden, Ladegeschwindigkeit und Zielfixierung verbessern.

Die Waffen fühlen sich alle knackig und on point an. Dabei sollten sich Shooter-Erfahrene schnell zurechtfinden. Es finden sich dabei die klassische Pistole sowie eine Schrotflinte oder gar ein Raketenwerfer steht zur Verfügung. Im Hub lassen sich diese Schritt für Schritt verbessern. So machen sie mehr Schaden, haben ein größeres Magazin oder lassen uns die Feuerrate erhöhen. Interessant werden dabei auch die Nebenwaffen wie das Stasisfeld, das die Gegner lähmt oder ein Granatwerfer, welcher die Bots umwirft. Das Arsenal fühlt sich abwechslungsreich an und lässt sich in verschiedener Situation gut kombinieren.

Upgrade gefällig?

Das Hacken, welches auf dem Second Screen stattfindet, lässt sich im Schutzraum natürlich auch verbessern. Dabei kann man durch den eigentlichen Hack mehr Schaden machen, aber auch dessen Wirkungsdauer erhöhen, während der die Gegner ohne Schild da stehen. Zudem werden Hack-Knotenpunkte freigespielt. Diese können den Schadensmultiplikator erhöhen oder auch Gegner unter einen Stromschock setzen, aber auch bei Beschuss Gesundheit für den Spielenden wiederherstellen.
Im späteren Spielverlauf werden weitere Funktionen im Saveraum freigeschaltet.
Zum einen wird der Bot Cabin freigeschaltet. Dieser stellt uns Bingo-Karten zur Verfügung, mit denen wir Skins, Story-Infos, aber auch später Waffen freischalten können.
Des Weiteren schalten wir Read Earth Memory (REM) frei, welche Objekte im Schutzraum drucken und womit Pragmata interagieren kann. Je mehr Pragmata dann mit diesen Objekten interagiert und wir uns mit ihr unterhalten, desto mehr Gesprächsoptionen stehen uns zur Verfügung.
Wir erhalten auch ein Anzuglager für unsere Skins. Dort können wir Rüstungen aka Kleidung für Pragmata und uns betrachten und auswählen.
Mit dem Trainingssimulator, mit dem wir knackige Mini-Aufgaben erledigen können, erhalten wir weitere kleine Goodies, wie weitere Cabin-Marken für das Bingo.
Zuletzt wird eine Datenbank bereitgestellt, die uns Infos über verschiedene Gegner gewährt.

Wie passend – ein REM und ein Mensch auf dem Mond.

All diese Nebenfunktionen machen Spaß, aber man benötigt sie nicht, um das Spiel durchzuspielen. Man lässt allerdings eine Menge auf der Strecke, wenn man diese nicht macht. So sieht man mehr, wie sich eine Pragmata immer mehr zu einem Mädchen wandelt. Hierbei wird im Grunde die klassische Geschichte von Pinocchio erzählt, in der eine Puppe zu einem Menschen wird, aber man erfährt nebenbei auch viel über die Hintergrundstory dazu, was auf der Mondstation passiert ist.
Durch Euren Spielfortschritt lassen sich neue Wege freischalten und wir haben eine kleine Portion von Metroidvania mit dabei, in dem wir neue Orte im Backtracking erkunden können, welche aber nicht zwingend notwendig sind. An denen finden wir auch Cabin-Münzen, REMs oder auch Filamente, mit denen wir Dinge drucken können.

Auch wenn die Grafik gut überzeugen kann, gibt es hier und da mal Orte, an denen man denken könnte, dass sie etwas eintönig wirken. Andererseits gibt es auch ganz klare Momente im Spiel, die gerade dann wie eine Perle am Strand wirken. Es ist verständlicherweise dem Setting geschuldet, dass manche Schauplätze durchaus eintönig sind, da alle Objekte in der Station anhand von Blaupausen gedruckt wurden.

Hacking ist ein essentieller Teil der Kämpfe, wie hier gegen ein Droideka-Like.

Der Soundtrack nimmt einen mit, egal ob man sich durch Kämpfe beißt, Puzzles löst oder sich in einem Story-Twist befindet. Die Musik ist dabei immer gut passend, aber auch die im Spiel verwendeten Sounds sind sehr stimmig. Apropos stimmig kommen wir zur deutschen Synchro. Danke, Capcom. Mehr können wir echt nicht dazu sagen außer Danke, da diese wirklich sehr gut ist. Sie ist klar, sauber, ohne Peinlichkeiten in der Übersetzung und bringt Humor, aber auch Gefühle herüber.

Die Steuerung von Pragmata geht gut von der Hand. Wir haben den Titel am PC mit einem Controller durchgespielt, ihn aber auch mit Maus und Tastatur getestet. Die Handhabung der Menüs ist durchdacht und geht schnell von der Hand und auch das gleichzeitige Schießen und Hacken ist erste Sahne.

Wow! Die Mondbasis The Cradle bietet zahlreiche spektakuläre Aussichten.

Doch haben wir auch kleine Kritikpunkte: Zum einen fühlen sich einige Bosskämpfe recht einfach an. Man hat dort eher das Gefühl, es geht mehr um eine Showeinlage als um eine Hürde, die man überwinden soll. Der andere Punkt geht an die unsichtbaren Wände, die oft großzügig platziert wurden. Wenn man gern mal näher an ein Fenster ran möchte, um die Aussicht zu genießen oder doch in eine Ecke schauen möchte, in der Kisten stehen, bricht dies recht flott das Spielgefühl. Auch die Menge an verschiedenen Gegnern hätte etwas höher ausfallen können. Der Endkampf fühlte sich dagegen würdig für so einen an.
Eine weitere Anmerkung dürfte der DLC für den Schutzraum mit neuen Skins für 14,99 € bieten. Für ein Solo-Spiel, das die meisten Spielenden in nur ca. 10 Stunden durchgespielt haben dürften, wirkt ein solcher Skin-DLC doch etwas befremdlich.

Bei der Ostereiersuche kann man schon einmal auf den Resident Devil treffen.

Fazit

Insgesamt hatten wir aber wirklich sehr viel Spaß mit dem Titel und hoffen, dass auch andere Entwickelnden und vor allem Publisher mutig genug sind, frische und neue Ideen in ihre Spiele einzubauen. Im Schnitt spielt man das Spiel in ca. 8-10 Stunden durch, wenn man aber gerne Secrets sucht und sich mit der Welt beschäftigt, ist man wie wir nach 17 Stunden am Endscreen, aber selbst dann geht es im New Game+ Modus noch weiter.
Für ein Game of the Year wird es aber wahrscheinlich nicht reichen und dafür sprechen 2 Punkte. Zum einen kommt aus dem gleichen Hause ein extrem potentieller Anwärter und zum anderen wird die Spielmechanik nicht für jede und jeden etwas sein.
Auf Steam ist der Titel für 59,99 € sowie als Deluxe-Variante für 69,99 € erhältlich. Für alle, die sich unsicher sind, ob das Gameplay was für einen ist oder der PC es schafft, hat Capcom netterweise eine Demo bereitgestellt.

Capcom hat uns die PC-Version von Pragmata zur Verfügung gestellt, mit der wir die Screenshots gemacht haben.