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Eine mysteriöse Kugel, ein Kult und magische Enten: All Hail the Orb ist ein unterhaltsames Incremental Game, das uns ein ums andere Mal überrasch konnte.
Manchmal wirken Videospiele zu anspruchsvoll oder überwältigen uns einfach – genau wie unser Alltag. Wäre es nicht schöner, wenn das Einzige, worüber wir uns Sorgen machen müssten, das… Huldigen einer mysteriösen magischen Kugel (des namensgebenden Orbs) wäre?
Um das Ganze in einen verständlichen Kontext zu rücken: All Hail the Orb ist ein unterhaltsames Incremental Game, bei dem es im Grunde nur darum geht, Kultistinnen und Kultisten zu beschwören, sich von diversen Enten helfen zu lassen und Ressourcen zu sammeln – und das alles einzig und allein, um den Orb zu preisen und den darin versiegelten Oberherrn zu befreien. Und ja, das habt ihr richtig gelesen: In diesem Spiel gibt es Enten und sogar jede Menge davon. Sogar ein Gashapon-Automat ist mit dabei, über den man Enten von gesteigerter Seltenheit freischalten kann, um sie anschließend bestimmten Bereichen zuzuweisen. Wie für ein Incremental Game typisch, beginnt man zunächst mit eher monotonen Aufgaben, die im Wesentlichen aus Dauerklicken bestehen, ohne dass sonst viel passiert – sogar bis zu dem Punkt, an dem sich das Spiel fast wie ein reines Clicker Game anfühlt. Glücklicherweise kann man jedoch einfach die Maustaste gedrückt halten, um eine Art Turbo-Funktion zu aktivieren, damit selbst die Bequemsten unter euch diese Aufgabe bewältigen können, ohne dafür externen Programme einrichten zu müssen.
Wie dem auch sei: Schon nach relativ kurzer Zeit werdet ihr neue erkundbare Bereiche in eurem eigenen Dungeon freischalten, um weitere Ressourcen zu entdecken und sogar Artefakte freischalten, die den gesamten Spielablauf immer weiter automatisieren. Das geht sogar soweit, dass ihr wahrscheinlich selbst aufhören werdet, den Orb zu preisen. Daran hat uns überrascht, dass die Spielmechanik dieses Incremental Games erstaunlich tiefgründig ist, auch wenn es sich um ein kleines und von Natur aus simples Spiel handelt. Das Spiel gibt einem ständig das Gefühl, dass es noch etwas Neues freizuschalten gibt, um auch über die geringe Spielzeit hinweg eure Aufmerksamkeit ständig aufrechtzuerhalten. Durch Levelaufstiege schaltet ihr ganz ähnlich wie in einem Roguelike neue Power-ups frei, jedoch ohne die Sorge, den aktuellen Spieldurchgang durch einen Fehler zu ruinieren.
Wie bereits erwähnt, sorgt die fortschreitende Automatisierung dafür, dass ihr die Kultistinnen und Kultisten machen lässt während ihr euch ganz dem Preisen des Orbs widmen oder euch damit die Zeit vertreibt, Pilze zu kultivieren und zu verkaufen. Recht viel mehr ist in den Dungeons dann nicht mehr zu tun. Das macht All Hail the Orb zu einem unkomplizierten Spiel, das euch weder unter Druck setzt noch sich selbst allzu ernst nimmt – wir rufen euch die riesige Anzahl von Enten in Erinnerung – und bei dem ihr euch für rund 4 Stunden einfach gemütlich zurücklehnen könnt. In dem Spiel sind so einige Geheimnisse und freischaltbare Inhalte verborgen, die es euch ermöglichen, etwa die virtuelle Hand eurer Klickereien oder den Stil der Hintergrundmusik zu verändern.
Fazit
Davon abgesehen solltet ihr natürlich kein bahnbrechendes Meisterwerk mit hohem Wiederspielwert erwarten – das trifft hier einfach nicht zu. Sobald ihr das Spiel abgeschlossen habt, könnt ihr zwar darin zurückkehren, dort wird euch allerdings lediglich mitgeteilt, dass es nichts mehr für euch zu tun gibt und eure Orb-Huldigungen nicht mehr benötigt werden.
All Hail the Orb ist ziemlich simpel und unkompliziert, doch das bedeutet keineswegs, dass es keines Blickes würdig wäre. Der Solo-Entwickler Jordan Grant-Hall von LeGingerDev hat uns damit überrascht, wie viel Liebe zum Detail und Umfang in dem Titel steckt. Offensichtlich ging es in der Entwicklung einzig und allein darum ging, den Spielenden eine gute Zeit zu bereiten.
Vielleicht wird das Spiel keine Spiel des Jahres-Auszeichnungen gewinnen, aber spielt das wirklich eine Rolle, solange man seinen Spaß daran hat und darüber hinaus einen Orb zum Sinnieren hat?
Der Publisher des Spiels GrabTheGames hat uns die PC-Version von All Hail the Orb sowie Screenshots des Spiels zur Verfügung gestellt.




