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Test

Im Test: Legacy of Kain: Ascendance

Wiedersehen mit gedämpfter Freude: Das 2D-Prequel Legacy of Kain: Ascendance ist es nicht ganz gelungen, uns zu überzeugen.

Mehr als 20 Jahre nach dem Erscheinen des letzten Legacy of Kain-Hauptteils feiert die Serie ihre Rückkehr – allerdings kleiner und anders als von den Fans erwartet.

Legacy of Kain: Ascendance ist ein 2D-Plattform-Sidescroller in Pixelgrafik mit einem simplen Kampfsystem: Man kann angreifen oder parieren und mit dem richtigen Timing kontern. Obwohl ihr euch eurer Gegnerinnen und Gegnern mit unterschiedlichen Angriffen entledigen müsst, ist der Spielablauf ziemlich gleichförmig. Die eigentliche Herausforderung liegt hier je nach Level in der Anzahl der Feindinnen und Feinde und eurer Hindernisse anstatt an der Stärke eurer Gegenüber. Zwar bietet das Spiel drei verschiedene spielbare Charaktere (allen voran die neue Heldin Elaleth zusätzlich zu Raziel und auch Kain in einem kurzen Abschnitt), diese spielen sich aber – im Guten wie im Schlechten – sehr ähnlich.

Die Spielmechaniken funktionieren einfach nicht wie vorgesehen. Die Bewegungsabläufe sind zu behäbig und die Künstliche Intelligenz ist wirklich schlecht. Hinzu kommt, dass manche Jump’n’Run-Passagen, besonders gegen Ende, einfach nur frustrierend und unausgewogen sind. Die mangelnde Balance fällt sofort auf: Jeder Charakter kann seine Gesundheit regenerieren, außer der menschlichen Version von Raziel, mit der man im frühen Spielverlauf festsitzt. Als „Ausgleich“ bietet das Spiel die Möglichkeit, Feuer auf die Gegner zu werfen, wodurch ihr Heerscharen an Gegnerinnen und Gegnern direkt ausschalten könnt und euch so zum nächsten Kontrollpunkt vorantastet.

Ascendance macht spielerisch zwar selten Spaß – immerhin fühlt sich Kain mächtig genug an, um die Strapazen des bisherigen Spielverlaufs etwas wiedergutzumachen –, es treibt allerdings zumindest die Lore etwas voran und dient hauptsächlich dazu, einer möglichen richtigen Fortsetzung oder einem neuen AAA-Titel den Weg zu ebnen. Da Legacy of Kain: Ascendance jedoch ein Prequel ist, besteht die der Mehrwert des Spiels darin, dass wir mehr über Elaleth, Raziels Schwester, erfahren und bestimmte Ereignisse der Geschichte in aller Detailfülle erleben, von denen Fans in früheren Spielen nur beiläufig etwas mitbekommen haben.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher der Vorgänger zurückgekehrt sind, doch leider laufen sie nicht zur Bestform auf. Oftmals hat man das Gefühl, die Sprecherinnen und Sprecher lesen ihre Texte einfach nur lustlos ab, was die Vermutung nahelegt, dass sie keine professionellen Regieanweisungen erhalten haben.

Fazit

Legacy of Kain: Ascendance scheitert auf ganzer Linie und es ist einfach ein ziemlich vergessenswertes Spiel. Nicht einmal die erweiterte Hintergrundgeschichte rechtfertigt den Kauf, zumal das Spiel auch noch recht kurz ist – wir haben etwa vier Stunden für den Durchlauf gebracht. Der einzige Lichtblick ist der wirklich gute Soundtrack. Es gibt einige musikalische Geheimtipps, die man während des Spielens zu schätzen lernt. Dem Rest des Spiels wurde nicht dieselbe Sorgfalt und Qualität zuteil und dadurch ist es eben nur ein mittelmäßiges Produkt geworden. Jetzt kann es für die Reihe quasi nur noch bergauf gehen — vorausgesetzt, wir müssen nicht wieder 20 Jahre warten.

Crystal Dynamics hat uns die Nintendo Switch-Version von Legacy of Kain: Ascendance zur Verfügung gestellt. Die Screenshots haben wir über die Rückwärtskompatibilität der Nintendo Switch 2 im TV-Modus aufgenommen.