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gamescom-Vorschau: Thimbleweed Park

Auf der Spaß-Convention in Köln konnten wir einen Titel anspielen, der Anfang nächsten Jahres das System eurer Wahl unsicher machen wird.

Im November 2014 wurde das neue Adventure-Projekt der kreativen Köpfe hinter The Secret of Monkey Island und Maniac Mansion über Kickstarter finanziert. Ähnlich wie Branchen-Kollege Tim Schäfer (Broken Age, Massive Challice) ging der jetzt 52-Jährige Ron Gilbert den Weg des Crowdfundings mit überwältigendem Erfolg. Hinter Thimbleweed Park steckt ein Point’n’Click-Adventure, das mit aktueller Technik die Dinge erreicht, die man im spirituellen Vorgänger MM nicht umsetzen konnte.

Thimbleweed Park

Die Prämisse ist simpel: Im beschaulichen Örtchen Thimbleweed Park gab es einen Mord, den die Bundesagenten Ray und Reyes aufklären sollen. Bei der Ausarbeitung der Figuren gibt sich Entwickler Terrible Toybox sichtlich Mühe. Federal Agent Ray besteht aus 1.158 Pixeln, nicht vorstellbar solch detaillierte Darstellungen mit dem C64 auf den Bildschirm zu zaubern. Viele der über 50 Figuren sind sogar spielbar. Darunter befindet sich der Insult Clown (dt.: Beleidigender Clown) Ransome, der dafür bezahlt wird, das Publikum in Grund und Boden zu verfluchen. Oder auch der Pizza Executive Che, in dessen Pizza-Kostüm gar 2.016 Pixel gesteckt wurden.

Wir konnten zwei Abschnitte als Ray und Reyes auf der gamescom unter den Argusaugen des Chefs der Qualitätssicherung Rob Megone anspielen. Ihr befindet euch in einer lauen Nacht direkt am Tatort mit Ray und Reyes. Das Spiel hält sich nicht mit Prologen auf, es wirft euch direkt in das Mysterium. Beim Interface erhält man auf den ersten Blick eine klassische Darstellung mit Befehlen wie „Geben, Nehmen, Benutze, Öffne usw“. Diese Kommandos wurden aber zeitgemäß an aktuelle Controller angepasst. Mit einem Button visieren wir das nächste in der Nähe befindliche Objekt an und mit einem weiteren Knopf springen wir direkt zur vorgeschlagenen Aktion. Alternativ benutzt man den rechten Analog-Stick zur Auswahl der Objekte und des Befehls. Maus- und Tastatur-Puristen dürfen sich natürlich über eine entsprechende klassische Bedienung freuen.Thimbleweed Park

Wir folgen klassischem Point’n’Click-Gameplay: Ray sucht den Film für die Kamera und übergibt ihn Reyes, der beides im Inventar zusammensetzt, das sich neben den Befehlen befindet. Schon können wir ein Selfie mit dem Mordopfer schießen und zurück auf’s Revier fahren. Der Abschnitt ist relativ kurz, doch im nächsten Level, welches einige Zeit später angesiedelt ist, dürfen wir dafür umso ausladender zu Gange sein.

Der stets übel gelaunte Clown Ransome muss sich auf seinen Auftritt vorbereiten. In seiner kunterbunten Kabine und der Umkleide voller kleine Details wie Handpuppen statten wir ihn mit der obligatorischen roten Nase und seinem weißen Make-up aus. Fehlt nur noch ein Ballon und das Buch voller Schimpfwörter. Letzteres haben wir als Pfand dem örtlichen Schausteller Joe überlassen. Es gilt also genug Geld zusammenzuraffen, um das Buch mit den magischen unflätigen Wörtern zu bekommen. Wir würden ja die diversen Trophäen, die Ransome für seine nicht jugendfreien Performances erhalten hat, verkaufen, doch diese wurden von dem vertrauensseligen Clown an den Tisch geklebt.

Thimbleweed Park

Daraufhin finden wir hinter einem lebensgroßen Plakat des mit 1.882 Pixeln dargestellten Gute-Laune-Magneten einen Safe, dessen Kombination wir mit einer Reihe von Informationen, die wir im Zirkus finden, lösen. Ransome kann dann die Bühne betreten und 64,6 Schimpwörter pro Minute zum Besten geben. Das Publikum besteht aus diversen Charakteren der Blütezeit des Point’n’Click-Genres, etwa dem Tentakel, Edna und Dr. Fred aus Day of the Tentacle und diverse weitere Fan-Favorites.

Nicht nur bei den Charakteren gibt sich das Team um Ron Gilbert viel Mühe, auch die Hintergründe sehen in ihrer selbst scrollender Art toll aus. Die Dialoge sind lustig geschrieben und allesamt englisch vertont sowie mit Untertiteln in’s Deutsche übersetzt worden. Über die Qualität der Synchronisation und der Musik konnten wir uns noch kein Bild machen.

Thimbleweed Park

Vorabfazit

Bei der Entwicklung von Thimbleweed Park greifen die Macher auf ihren Jahrzehnte umfassenden Erfahrungsschatz in Sachen Point’n’Click-Adventures zurück. Das Spiel bietet nicht nur eine Menge Fan-Service für ergraute Abenteurer, sondern auch eine in sich geschlossene spannende Spielwelt mit akribisch ausgearbeiteten Charakteren und einer Bällchenbad großen Ladung an Humor. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel in der Demo war noch relativ niedrig angesetzt, wir gehen aber von einigem Kopfzerbrechen beim Knacken der Level der finalen Version im 1. Quartal 2017 auf der heimischen Xbox One, PS4 oder dem PC/Mac aus.

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