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Angespielt

Angespielt: 1348 Ex Voto

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In dem authentischen italienischen Mittelalterabenteuer 1348 Ex Voto schlüpfen wir in die Stiefel einer fahrenden Ritterin und begeben uns auf eine gefährliche Rettungsmission.

Als wir im vergangenen Herbst erstmals die Gelegenheit hatten, 1348 Ex Voto vom Entwicklerstudio präsentiert zu bekommen, waren wir gleichzeitig sehr neugierig und schwer beeindruckt: Selten entführen uns Videospielgeschichten nach Italien und die Prämisse, sich auf Story und Action zu konzentrieren, weckte sofort das Interesse des Testers. Es ist zweifellos ein faszinierendes Projekt, auch wenn von Anfang an klar war, dass es von einem kleinen Team entwickelt wird und man daher keine exorbitant großen Erwartungen haben sollte. Die Aussicht auf ein lineares Ritterinnenabenteuer reicht trotzdem aus, um ausreichend Aufmerksamkeit zu generieren. Die Geschichte dreht sich um die junge Ritterin Aeta und ihren Rettungsversuch ihrer großen Liebe Bianca.

Nach unserer vierstündigen Anspielsitzung hast uns die grafische Opulenz des Ritterinnenabenteuers beeindruckt zurückgelassen, auch wenn wir die Einstellungen etwas reduzieren mussten, um mit einer GeForce RTX 4060 Laptop GPU in 1440p eine ordentlich spielbare Bildrate zu erreichen. Die ausladenden Landschaften sind dann nach wie vor wunderschön gestaltet. Der Detailgrad der Charaktermodelle reicht daran nicht heran – insbesondere die Mundbewegungen wirken etwas seltsam –, aber das lässt sich wohl leicht verschmerzen. Die Geschichte selbst ist nicht wirklich bahnbrechend und scheint sich einfach im Laufe der Zeit nur ein wenig zu entwickeln. Es sticht dabei hervor, dass bestimmte Orte und Ereignisse mit der Pest begründet werden, wie zum Beispiel verlassene Städte und Menschen, die zu Gesetzlosen werden, um in dieser neuen Situation zu überleben.

Dadurch wird deutlich, dass das Entwicklerstudio ein historisch glaubwürdiges Spiel erschaffen und keine reine Fantasiegeschichte erzählten wollte. Was die Leistungen der Sprecherinnen und Sprecher angeht, gilt Jennifer English, die Bianca ihre Stimme leiht, besonders hervorzuheben. Obwohl sie nicht die Hauptfigur ist und ihr nur wenige Auftritte spendiert wurden, bleibt jede Szene mit ihr nachhaltig in Erinnerung.

Der größte Schwachpunkt des Spiels ist seine Spielmechanik. Insbesondere das Kampfsystem wirkt oberflächlich und kaum ausgereift. Aeta verfügt über zwei Kampfstile für ihr Großschwert – ein- und zweihändig. Je nach Gegnertyp kann es sinnvoll sein, während des Kampfes zwischen den Angriffsarten zu wechseln, etwa um die Verteidigung zu durchbrechen – zumindest in der Theorie, denn das Kampfsystem ist nicht besonders ausgefeilt und die Auseinandersetzungen gestalten sich recht repetitiv. Schnelles Zuschlagen und Ausweichen lässt euch nahezu jeden Gegner überwinden.

Die einzige Ausnahme bilden dabei die Bosse, die leider sehr unausgewogen wirken. Sie verfügen nicht nur über eine viel zu starke Parade, die sich während Angriffspausen mit der Zeit regeneriert, sie können auch unerbittlich Angriffe aneinanderreihen, sodass man kaum Zeit zum Reagieren hat. Dabei ist es wenig hilfreich, dass die eigene Verteidigung größtenteils nutzlos wirkt und mit dem richtigen Timing mehr Schaden als Nutzen bewirkt – ein Manko, das sich leider gerade in denjenigen Bosskämpfen sehr deutlich zeigt, in denen eine gute Verteidigung eigentlich dazu beitragen sollte, die sich euch entgegenstellenden Hindernisse zu überwinden.

1348 Ex Voto ist ein sehr lineares Abenteuer mit wenig Raum für Erkundung – und dabei ist es nicht gerade hilfreich, dass das Spiel oft abstürzt, wenn man einen vom Entwicklerstudio nicht vorgesehenen Weg einschlägt. Man kann seinen Charakter nicht einmal richtig aufleveln, sondern lediglich versuchen, die bestmöglichen Upgrades zu kaufen, um so lange wie möglich zu überleben.

Da es weder Schwierigkeitsgrade noch Einstellungen zum Thema Barrierefreiheit gibt, mussten wir unseren Durchlauf bei einem dieser Bosse unterbrechen, nachdem wir uns fast eine Stunde lang erfolglos daran versucht haben. Die Spielbalance muss sobald wie möglich verbessert werden. Zwar sind wir keine Vollprofis, aber das sollte man auch nicht sein müssen. Sollte sicht nichts ändern, werden sich wohl viele Spielende in einer ähnlichen misslichen Lage wiederfinden. Hoffentlich nehmen die Entwickler das zur Kenntnis und gestalten die Kämpfe etwas einfacher oder fügen einige Einstellungen hinzu, um das Spiel besser auszubalancieren. 1348 Ex Voto ist ab sofort für PC via Steam, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich.

Vorabfazit

1348 Ex Voto bietet ein cineastisches Erlebnis für Fans von narrativen Spielen an ansehnlich gestalteten Schauplätzen mit wenig spielerischer Zugkraft. Gerne würden wir das Spiel in unser Herz schließen, aktuell krankt es aber an zu vielen Problemen und wir sind davon überzeugt, dass ein paar Monate mehr Entwicklungszeit der Gesamtqualität und insbesondere den Kampfsequenzen gutgetan hätten.

Der Publisher des Spiels Dear Villagers hat uns eine PC-Version von 1348 Ex Voto zur Verfügung gestellt.