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Test

Im Test: Twisted Metal

Sage und schreibe 17 Jahre ist es her, dass das Destruction Derby in Videospielform Twisted Metal PlayStation-Gamer in Staunen versetzte. Jetzt versucht Sony das Comeback. Ob das geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Pünktlich zum fünften Geburtstag der PlayStation 3 stellen wir euch das neue Twisted Metal von Eat Sleep Play vor. Die Firma wurde von David Jaffe gegründet, der neben God of War 1+2 auch bei den ersten Twisted Metal-Spielen für die Entwicklung hauptverantwortlich war. Es ist kürzlich exklusiv für die PlayStation 3 erschienen.

The Twisted Fate of Sweet Tooth the Clown

Im knapp fünf Stunden umfassenden Storymodus durchspielt ihr drei Geschichten, die alle miteinander verbunden sind. Am Anfang übernehmt ihr das Steuer von Sweet Tooths Eiswagen. Der verrückte Clown brachte seine komplette Familie um und will nun auch noch seiner kleine Tochter, die anscheinend als einzige Person das Massaker überlebte, einen Besuch abstatten. Dazu muss er am Twisted Metal-Turnier teilnehmen, damit der mächtige Calypso ihm diesen Wunsch erfüllen kann.

Die sehr düstere Handlung wird in Realfilmsequenzen erzählt, die einen Comicbuch-artigen Erzähltstil haben. Hier hätte Eat Sleep Play sehr leicht in eine schlechte B-Movie-Schiene rutschen können, meistert es aber, das nicht zu tun. Von diese Szenen gibt es sehr viele und die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen.

Nun zum eigentlichen Gameplay. Das erste Deathmatch ist noch einfach gehalten. In der kalifornischen Kleinstadt Sunsprings müsst ihr alle Gegner plätten. Euch stehen unter anderem ein Stockcar, Helikopter, Truck, Bike und ein Krankenwagen zur Verfügung, die ihr nach und nach durch euren Fortschritt in der Kampagne freischaltet. Danach wählt ihr euer Extra. Das ist eine selbstaufladbare Spezialwaffe, die euch ständig zur Verfügung steht. Hier müsst ihr euch zwischen Maschinengewehren, Revolver, Schrotflinte und Raketen entscheiden. In der quadratisch aufgebauten Stadt findet ihr auch diverse stärkere Schießprügel und Extras. Dazu zählen sehr viele Varianten von Suchraketen, Megagewehre, Haftbomben, Gesundheit und eine Turboaufladung.

Die Fahrzeuge steuern sich allesamt total unterschiedlich. Während Sweet Tooths Eiswagen sehr behäbig ist und dafür eine Menge aushält, ist der Kamikaze ein wendiger, schlecht gepanzerter Rennwagen. Es gibt zwei Steuerungsmodi. Im Standardmodus gebt ihr mit X Gas und feuert die Waffen über die Schultertasten ab. In der Rennspielsteuerung hingegen betätigt ihr die Beschleunigungs- und Bremspedale wie in anderen Racing Games mit L2 und R2. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass ihr statt zu Bremsen lieber Boosten solltet, um Kurven zu nehmen. Diese kurzzeitigen Schub aktiviert ihr, wenn ihr doppelt das Gas betätigt.

Twisted Metal steuert sich sehr schnell und wird auch ebenso schnell chaotisch. Auf der Karte Harbor stellen sich euch zwei Juggernaut-Trucks entgegen, die unaufhörlich Gegner absetzen. Wie der Name schon verrät, sind die LKWs sehr gut gepanzert. Dort ist es sehr schwer den Überblick zu behalten. Eine weitere Spielvariante, die meist in jeder Storymap wechseln, ist der Käfigmodus. Dort müsst ihr etwa im Level Metro Square, das klar an Manhattan orientiert ist, stets innerhalb eines farbig markierten Bereichs bleiben und natürlich alle Gegner zerstören. Werdet ihr von der aggressiven KI aus dem Käfig geschossen, läuft ein Zähler runter. Ist dieser bei null angekommen, nehmt ihr jedes Mal Schaden, wenn ihr außerhalb des Areals seid. Glücklicherweise gilt das auch für eure Opponenten und da die Wegfindung hier öfters nicht so gut klappt, müsst ihr nur rechtzeitig immer in den Käfig fahren, der ca. alle 30 Sekunden seinen Standort wechselt.

Nach jeweils drei Level erwartet euch eine Videosequenz, die die für ein Rennspiel ungewöhnlich interessante Story weiterspinnt. Nach weiteren zwei aufreibenden Matches gibt es einen Bossfight und es flimmert ein abschließendes Filmchen über den Bildschirm, das zum nächsten Charakter überleitet. Während der erste Endgegner noch relativ einfach zu meistern ist (zwei Juggernaut-Trucks, die sich Brothers Grimm nennen), ändert sich das schnell.

Mr Grimm’s Dark Trip back oder: Ghost Rider will Back to the Future

Als nächstes schlüpft ihr in die Haut von Mr. Grimm, der seinen Vater früh in einem Stuntunfall verloren hat. Damit er in der Zeit zurück reisen und ihn warnen kann, nimmt er am Twisted Metal-Turnier teil. In diesem Storyabschnitt offenbart sich, dass viele Karten in einem anderen Spielmodus wiederkehren. In Sunsprings gibt es diesmal ein Rennen plus anschließendes Last Man Standing in einer Footballarena, der Harbor führt ein Ausdauerrennen ein, in dem ihr acht Gegner umbringen müsst. Letzteres klingt auf Anhieb wirklich anspruchslos. Es ist aber zu beachten, dass ihr für jeden toten Gegner zwei Feinde wiederkommen.

Makaber wie spielerisch nett ist der Gnadenbonus. Wenn ihr die brennenden Piloten, die aus ihren Autowracks klettern, erledigt, bekommt ihr etwas Gesundheit zurück.

Im zweiten Zwischengegnerkampf stellt sich eine riesige Terminatorpuppe, genannt Dollface, euch entgegen. Der Clou ist in dieser Auseinandersetzung erst die anderen Autos zu zerstören, deren Piloten auf eurer Motorhaube mitzunehmen und sie in einen stationären SCAT-Raketenwerfer zu verfrachten, der Dollfaces Schutzschild dann unter Feuer nimmt. Apropos Schutzschild: Neben den sammelbaren Power-ups der Marke Mario Kart schaltet ihr auch neue Boni wie eine kurzzeitige Panzerungsverbesserung oder einen EMP-Schuss frei.

The Madness of Dollface

Im dritten Abschnitt seid ihr Christa Sparks alias Dollface. Das ehemalige Supermodel erlitt bei einem Autounfall ein psychisches Trauma und denkt fortan, sie sei hässlich. Calypso soll ihr ihr hübsches blondes Gesicht zurückgeben und dazu nimmt sie natürlich am Todesturnier teil.

Gleich zu Beginn werdet ihr in das Black Rock Stadium geworfen, das man schon aus der ersten Kampagne kennt. Hier hat sich der Entwickler einen nachvollziehbaren Kniff ausgedacht: Calypso hat mittlerweile die Arena ausgebaut und um einige fiese Fallen wie ein Lavabecken oder spontane Stromschläge ergänzt. In den letzten Zügen des Spiels zieht der Schwierigkeitsgrad noch einmal ordentlich an und kostet euch garantiert einige Nerven. Egal ob extra starke Juggernaut oder ein Kontrollpunktrennen, wo ihr auf jeden Milimeter achten müsst – Eat Sleep Play macht es euch nicht einfach.

Zur Belohnung gibt es am Ende mehrere befriedigende Filmsequenzen, die auch einen Nachfolger nicht nur nicht ausschließen, sondern stark suggerieren. Apropos Belohnung: Die erste Auflage von Twisted Metal enthält einen gratis Downloadcode für den PS2-Racer Twisted Metal: Black. Ihr könnt die Kampagne im Anschluss auch auf dem Schwierigkeitsgrad Twisted durchspielen, um weitere Fahrzeuge wie das Warthog-Kettenfahrzeug freizuschalten.

Technik

Grafisch ist Twisted Metal zwar kein Überflieger, aber durchaus zeitgemäß. Die Level sind detailliert gestaltet, öfters komplett zerstörbar, die Effekte knallig und das Gameplay stets flüssig. Auch die Soundeffekte ziehen euch genau wie der düstere Gitarrensoundtrack ins Spielgeschehen rein. Lizenzierte Songs von N.W.A., Iggy Pop, Rob Zombie, Wolfmother und Judas Priest und diverse popkulturelle Anspielungen beweisen die Stilsicherheit der Entwickler (der Bildschirm im XMB zeigt einen in Karbonit gehüllten Sweet Tooth). Zudem kann man auch als Alternative zum Original-Soundtrack das Custom-Soundtrack-Feature nutzen, also eigene Musik (einzelne Titel oder erstellte Playlists) von der PS3-Festplatte abspielen lassen.

Mehrspielerrabatz

Die in der Kampagne gespielten Level könnt ihr auch im Herausforderungsmodus in verschiedenen Spielmodi wie 1 gegen 1 oder Überleben noch einmal spielen. Auch einen Mehrspielermodus gibt es, sowohl für vier Spieler im lokalen Splitscreen als auch mit bis zu 16 wütenden Kontrahenten online. Dort warten die üblichen (Team-)Deathmatch-Varianten auf euch und auch der Spielmodus Nuke. Hier bekämpfen sich die Clowns und Dollfaces. Ganz wie in der Kampagne schnappt ihr euch einen gegnerischen Piloten und opfert ihn am lebendigen Leib an einem Raketenwerfer. Das Geschoss führt ihr dann gen feindliche Statue und zerstört sie. Schön ist auch, dass man die komplette Kampagne auch im Splitscreen absolvieren kann.

Video: Die ersten 20 Minuten in Twisted Metal mit Sprachvergleich Deutsch/Englisch

Fazit

Sony ist der Reboot von Twisted Metal erfolgreich gelungen. Der Arcade-Racer macht im Mehrspielermodus eine Menge Spaß und die Kampagne ist zwar etwas kurz, dafür sehr abwechslungsreich und sehr stimmig inszeniert. Falls ihr also auf der Suche nach einem brutalen Arcade-Rennspiel, das ihr auch mit bis zu 15 Freunden zocken könnt, seid, liegt ihr mit Twisted Metal genau richtig.

Twisted Metal
System: PlayStation 3
Preis: ab 44 Euro
Genre: Rennspiel
Entwickler: Eat Sleep Play mit Zuarbeit von Sony Santa Monica Studio
Publisher: Sony

 

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