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Test

Im Test: Escape Dead Island

Escape Dead Island verschlägt euch auf das Eiland Narapela. Ihr übernehmt die Rolle des Fotografen Cliff Calo, der seinem reichen Daddy zeigen will, dass er die Fähigkeiten dazu besitzt das heimische Familienkonglomerat zu übernehmen.

Er zieht mit Hilfe seiner besten (und wohl einzig übrig gebliebenen) Freunde Linda und Devan. Gemeinsam wollen sie auf dem Banoi-Archipel den Ausbruch eines neuartigen Virus untersuchen.

Escape Dead Island

Das ungleiche Trio stolpert also geradewegs in das zweite Spin-off der beliebten First-Person-Zombie-Hatz Dead Island. Nach dem MOBA-Ableger Epidemic ist Escape Dead Island ein Third-Person-Stealth-Adventure aus dem schwedischen Hause Fatshark, das die Ursprünge der Zombieplage aus der Hauptserie ergründen will.

Wir konnten das Game bereits im vergangenen August auf der gamescom ansehen und fanden den Comic-Stil gepaart mit dem Stealth-Gameplay interessant. Nachdem wir nun die fertige Version durchgespielt haben, sind wir zwiegespalten. Viele Kritiken stempeln das Spiel als wertlose Zeitvergeudung ab, das ist ist unserer Meinung nach keineswegs, doch ein perfekt durchgetaktetes Action-Adventure sieht anders aus.

Escape Dead IslandEscape Dead IslandEscape Dead Island

Die Story von Escape Dead Island ist recht unoriginell und auch die Charaktere scheinen keinerlei Tiefe und Persönlichkeit zu haben. Die Geschichte wird im “Morgens grüßt das Murmeltier”-Stil erzählt und ohne zu viel zu verraten, Cliff scheint nicht ganz Herr seiner Sinne zu sein und so ist das Spiel voll von psychedelischen Trips, die wohl – besonders die Endpassage – in Richtung Alan Wake oder Deadly Premonition gehen sollen, aber ihre Wirkung in keinster Weise entfalten, da die Story einfach nicht emotional involviert genug gestrickt ist.

Narapela dürft ihr frei erkunden, allerdings gibt es strikte Pfade zwischen den einzelnen Gebieten, die ein Flugfeld, den Strand, die Baracken der Bediensteten, einen Geopharm-Forschungskomplex und ein Gebirge umfassen. Mit einem kostenlosen DLC reichte Fatshark Anfang des Jahres auch noch unterirdische Passagen nach, die man am ehesten mit den Abwassekanälen in den Yakuza-Spielen vergleichen kann – hier lauern allerlei Infizierte darauf frisches Menschenfleisch des egozentrischen Sunnybodys zu ergattern.

Escape Dead Island

Das Leveldesign sollte eigentlich auf leises Vorgehen ausgelegt sein, möchte man meinen, aber ein Deus Ex ist EDI keineswegs. Manche Passagen könnt ihr nur durch wildes Schießen und Nahkämpfe überstehen, was der Prämisse des Spiels ein Stealth-Game zu sein etwas entgegenwirkt. Cliff verfügt zu Beginn nur über eine Feueraxt, schaltet nach und nach aber weiteres Arsenal wie eine schallgedämpfte Pistole, ein Ninja-Schwert und eine Schrotflinte frei. Das Arsenal ist nicht üppig, aber unterschiedlich genug, um für alle Situationen gewappnet zu sein. Der Aufbau der Level erlaubt meist getarnt vorzugehen und lässt euch auch einzelne Zombies etwa mit aktiviertem Radio anlocken und dann mit dem Kampfmesser von hinten lautlos auszuschalten.

Escape Dead IslandDer Zombietypus, der Wolverine mit seinen Klauen stark ähnelt, kann allerdings, sobald er euch entdeckt hat, nur mit Schusswaffen ausgeschaltet werden und da wären wir auch schon beim frustrierenden Teil des Gameplays. Carlo ist nicht der fitteste Banause, im Nahkampf mit schwerem Gerät sind seine Animationen ellenlang und das Wechseln zwischen Hieb- und Schusswaffe, sodenn es mit der hakeligen Steuerung gelingt, dauert ebenfalls viel zu lang. Manche Sequenzen, besonders beim Endrun, sind aber auf Reaktionsgeschwindigkeit ausgelegt und so scheitert man oft nicht an eigenem Unvermögen, sondern an Design-Schwächen. Glücklicherweise waren sich die Entwickler darüber anscheinend bewusst und vor jedem größeren Ärgernis befindet sich ein Speicherpunkt.

Story konfus, Kampf nicht voll ausgereift, was hat uns denn an Escape Dead Island überzeugt? Der Comic-Buch-artige Stil wurde schön umgesetzt. Das schmucke Eiland Narapela erstrahlt nicht nur in den Spielsequenzen inmitten des strahlendtürkisen Ozeans in seiner ganzen Pracht, auch die Zwischensequenzen sind ähnlich den ersten Max Payne-Spielen in toller Comic-Optik verwirklicht, leider aber etwas an den müden Dialogen. Die deutschen Sprecher finden wir ganz in Ordnung, retten die müde Geschichte aber auch nicht.

XT Gameplay: Die ersten 45 Minuten

Fazit

Escape Dead Island mag Serienfans mit seiner müden Haupthandlung nicht überzeugen, der Inseltrip hat uns trotzdem Spaß gemacht, weil immer wieder unverhergesehene “Was zum Henker”-Momente das von Backtracking und Frustration geplagte Gameplay auflockern. Und das erwartet man doch von einem Videospiel. Schade, dass das Game auf ein 08/15-Ende hinausläuft, die Reise dorthin verspricht etwas mehr, als man am Ende halten kann. Wem der Comic-Stil gefällt und sich mehr The Last of Us-artige Spielsequenzen wünscht, der kann gerne günstig auf Steam oder auf den Last-Gen-Konsolen zuschlagen, ein Pflichttitel ist das Spiel für Zombie-Liebhaber aber definitiv nicht.

Escape Dead IslandEscape Dead Island
Genre: Action-Adventure
Getestet auf: PC
System: Xbox 360, PS3, PC
Preis: 10-20€
Entwickler: Fatshark (Krater, Lead and Gold)
Publisher: Koch Media

 

Alle Screenshots wurden von uns persönlich anhand der fertigen Steam-Version gefertigt. This game was provided by the publisher for review purposes, check our review policy for details.

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