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Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection ist eine gelungene Abwechslung zu den Hauptteilen und hat schon jetzt GOTY-Potential.
Mit Monster Hunter Stories 3 erweitert Capcom die Spielreihe mit einem weiteren Japano-Rollenspiel-Ableger (JRPG). Im Gegensatz zu der Hauptteilen der Monster Hunter-Serie sind hier die Kämpfe rundenbasiert und laufen nicht in Echtzeit ab. Dafür fällt hier die Story weitaus tiefgründiger aus. Am Anfang dürfen wir unseren Charakter frei gestalten und anschließend stürzen wir auch schon in das Abenteuer. Die ersten Aufgaben dienen wie gewohnt als Tutorial und erklären uns die tiefere Funktionen des Spiels. Dabei erhält man eine gute Einführung ins Kampfsystem und lernt, wie man Eier sammelt und wie das Brutsystem funktioniert. Die Story baut sich recht flott auf und wirft uns in einen Konflikt zwischen zwei Königreichen. Außerdem bereitet uns eine Kristallisation Kopfzerbrechen die das Ökosystem durcheinander bringt. Unsere Aufgabe ist es nun genau diese Kristallisation sowie den drohenden Krieg aufzuhalten. Dabei ziehen wir nicht solo durch die Welt, sondern JRPG-typisch mit einer Party an Leuten. Sobald wir in der Story weiter voranschreiten, werden weitere Personen freigeschaltet, die wir unserer Party hinzufügen können. Am Anfang stehen uns 6 Begleitpersonen zur Verfügung, über die wir verfügen können. Diese haben natürlich unterschiedliche Fähigkeiten sowie Stärken und Schwächen. Je nach Spielstil und Ziel im Spielfortschritt kann ein Wechsel zwischen ihnen von Vorteil sein.
Während es in der Monster Hunter-Serie wie zuletzt in Wilds darum geht, Monster zu erjagen und die eigene Ausrüstung zu verbessern, ist dort die Story lediglich Beiwerk, um von einem Gebiet zum nächsten zu kommen. Dies ist in MH Stories 3 anders. Hier wird sich für die Geschichte mehr Zeit genommen und auch die Charaktere sind mehr ausgearbeitet. So erfährt man in dem Spielverlauf Hintergründe zu den Figuren und einige der Figuren sind miteinander verknüpft, was eine gewisse Dramatik erzeugt. Auch jeder einzelne Ort in der Spielwelt erzählt seine eigene Geschichte und über die darin lebenden Völker können wir einiges erfahren. Am Anfang werden wir sachte in die Welt eingeführt und erleben, wie eine Expedition ein kristallisiertes Ei findet und dieses dann auch mitnimmt. Später erfahren wir, dass aus diesem zwei Rathalos schlüpfen – ein schlechtes Omen und daher muss eines getötet werden. Während der Tötungszeremonie geschieht aber etwas, worauf wir aus Spoilergründen nicht eingehen, da ihr das besser selbst im Spiel herausfindet. Die Kristallisation nimmt immer weiter ihren Lauf, sodass es schließlich zu einer Konfliktsituation zwischen den Königreichen Azuria und Vermeil kommt. Zuerst wird noch ein Verhandlungsgespräch aufgenommen, doch dieses verläuft nicht so wie gehofft und die Situation spitzt sich weiter zu bis zur ersten Eskalation, die mit Waffen ausgetragen wird. In dieser Ausgangslage gehen die Helden auf Reise, um ihre Abenteuer zu erleben. Im weiterem Verlauf begleiten wir die Entwicklung der verschiedenen Charaktere und erleben, wie sich deren Beziehungen untereinander entwickeln. Die Story ist gut geschrieben und motiviert die Spielenden dazu, bis zum Ende am Ball zu bleiben. Ein Ende im klassischen Sinne gibt es nicht, denn nach den finalen Kampf und dem emotionalen Höhepunkt der Geschichte geht es in einer Aufbruchstimmung weiter im Spiel. Das Erbe liegt nun bei den Reitern, die zu Kämpfen gegen mächtige Gegner herausgefordert werden, was die Geschichte abgerundet.
Das Kampfsystem ist auf mehreren Ebenen komplex: Zum einen haben wir drei Angriffstypen: Kraft, Technik und Geschwindigkeit, die im Stein-Schere-Papier-Prinzip fungieren. Ein weiteres wichtiges Element in dem Kampfsystem stellen die Waffen selbst dar. Die Waffen haben unterschiedliche Angriffsarten, die auf die Empfindlichkeiten der verschiedenen Körperstellen an den Monstern zugeschnitten sind. So kann das Großschwert und Langschwert, mit denen man die Angriffsart Schnitt nutzen kann, u.a. den Schwanz eines Monsters beschädigen. Bögen und Gewehrlanzen mit der Fertigkeit Durchbohren können bei Flügeln effektiv sein und mit einer stumpfen Attacke mit Jagdhorn oder Hammer auf den Kopf können Monster bewusstlos geschlagen werden. Hier sind die unterschiedlichen Ziele auf den Monsties wichtig. Und als dritte Ebene kommen die Monsties selbst hinzu, die über Fähigkeiten wie Feuerbälle, Schwanzhiebe, Beißen und viele weitere Angriffe verfügen, welche mittels DNA-System mit den Monstern gekoppelt werden können. Wie in den meisten JRPGs können Items während eines Kampfes genutzt werden. Diese können zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Während des Testens haben wir sehr viel herumexperimentiert und wir denken, dass findige Spielende gerade hiermit viel Zeit verbringen können, um das optimale Setup zu finden.
In der Welt von Monster Hunter Stories 3 gibt es viel zu erleben. Ihr könnt euch mit den Monsties reitend, schwimmend, kletternd und durch Löcher buddelnd bewegen und dabei allerlei Dinge sammeln, die ihr dann für Heiltränke und viele andere Items verwenden könnt.
Die erkundbaren Gebiete können sich von klein bis groß erstrecken, es erwartet euch aber keine Open World, sondern Monster Hunter-typisch einzelne Areale. Diese sind recht schön gestaltet und erinnern an Spiele wie Palia oder Zelda. Auch hier ist vieles sinnvoll ausgearbeitet und es wird schön mit der Lichtstimmung gearbeitet, etwa mittels Tag-/Nachtwechsel. Auch die Kämpfe sind sehr schön animiert. Glücklicherweise lassen sich die Kämpfe aber auch auf die zweifache Geschwindigkeit einstellen und Animationen lassen sich skippen, wenn man diese schon öfters gesehen hatte. Dies verkürzt die Kampfzeit ungemein und kann gerade im späteren Spielverlauf viel Wartezeit vermeiden. Auch die akustische Gestaltung hat uns beeindruckt – MH Stories 3 ist ein echter Ohrenschmaus – ob das nun die in der Story eingesetzte Musik ist oder die Melodien, die in Kämpfen oder in der Oberwelt erklingen, alles ist passend inszeniert. Die Sprachausgabe ist ebenfalls gut gelungen und steht auf Japanisch und Englisch zur Auswahl. Leider gibt es keine deutsche Sprachausgabe, aber zumindest deutsche Untertitel.
Nach den Kämpfen und der Sammelei könnt ihr bei Schmieden Waffen sowie Rüstungen schmieden und auch aufwerten und allerlei im Kampf hilfreiche Gegenstände anfertigen. Zu einem Punkt müssen wir aber noch kommen, der den Unterschied macht, ob man einen Hauptteil der Monster Hunter-Serie oder Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection spielt: die Eier. In Stories müssen wir ein Ökosystem aufbauen, indem wir Eier sammeln und die Monsties ausbrüten. Danach können wir entscheiden, ob wir die Fähigkeiten für die eigenen Monsties übernehmen oder nicht und ob wir sie anschließend freilassen. Je öfter wir das machen, desto höher wird unsere Wertung im Ökosystem. Wenn wir dann neue Eier sammeln, brüten wir damit noch bessere Monsties aus. Um der ganzen Sache die Krone aufzusetzen, können wir den Tag-/Nachtzyklus dahingehend nutzen, nachts besondere und stärkere Monsties zu ergattern.
Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection ist also kein klassisches JRPG, sondern eine gelungene Mischung aus verschiedenen, gut ausgearbeiteten Elementen, in denen man sich als Spielender verlieren kann und etliche Stunden in das Game stecken kann. Wir waren gut 70 Stunden mit den Spiel beschäftigt und sind immer noch am Züchten und Ausprobieren, welches Monstie in welcher Brutkombination mit welchen Genen was kann.
Technisch lief das Spiel die meiste Zeit ohne Probleme, doch bei einer Spielzeit von über 5 Stunden am Stück merkt man hier und da einen Frameeinbruch und es kann auch zu Abstürzen kommen.
Fazit
Insgesamt hatten wir sehr viel Freude mit Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection. Das Spiel hat Ambitionen für viele zum Spiel des Jahres zu werden. Bei der umfangreichen Story, den vielen Nebenquests und einer Auswahl von gut 100 Monsties hat man recht viel zu tun. Von uns gibt es auf jeden Fall einen Daumen nach oben und nun genug der Zeilen, wir brauchen noch mehr Monsties.
Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection ist seit dem 13. März auf Steam, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 für 69,99 Euro in der Standard-, 89,99 Euro in der Deluxe- und 99,99 Euro in der Premium-Deluxe-Edition erhältlich.
Das Spiel wurde uns von Capcom für den PC zur Verfügung gestellt. Mit dieser Version haben wir die Screenshots aufgenommen.







