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Download Donnerstag: Nancy Drew und Datura

Diesmal dreht sich bei uns alles um die Erkundung von spannenden Szenarien. Wollt ihr in bester Indiana Jones– oder Tomb Raider-Manier das Geheimnis einer jahrhundertelang verschollenen Grabstätte in Ägypten aufklären oder in den geheimnisvollen wundersamen Wald in Datura abtauchen? Dann begleitet uns auf unseren Abenteuern.

Nancy Drew: Tomb of the Lost Queen – Puzzle-Adventure in ägyptischen Grabstätten

Vor 60 Jahren legte ein gnadenlos wütender Sandsturm nahe Kairo eine bislang unentdeckte Grabkammer frei. Im PC/Mac-Adventure Nancy Drew: Tomb of the Lost Queen inspiziert ihr zusammen mit einem Team von Archäologen genau diese Grabstätte und geht dem Geheimnis der namensgebenden Königin auf den Grund.

Die Abenteuer von Nancy Drew gehen bis in das Jahr 1930 zurück. Seitdem gibt es unzählige Bücher, Videospiele und Filme mit der abenteuerlustigen Entdeckerin. Die 26. Videospielausgabe Tomb of the Lost Queen beginnt mit einem Fluch, der auf die gesamte Expeditionstruppe auferlegt wird. Das hält euch nicht davon ab, euch in klassischer Render-Adventuremanier durch die staubigen Katakomben des Grabes von Nefertiti zu klicken und das Geheimnis mehrerer mysteriöser Unfälle zu lüften.

Ein Großteil des Spiels besteht daraus, Gegenstände zu finden und am richtigen Ort einzusetzen. Hinzu kommen Schiebe- und Zusammensetzrätsel. Damit die Gruft erhellt wird, müsst ihr beispielsweise ein Spiegelrätsel lösen. An anderer Stelle wollen verschiedenfarbige Käfer an ihren vorbestimmten Ort gebracht werden oder es muss ein Artefakt in Fotopuzzleart zusammengesetzt werden. Die düsteren Gänge am Ausgrabungsort sind sehr verwinkelt, zum Glück klickt man sich dort aber relativ schnell durch.

Während eures Abenteuers begleitet euch ein schillerndes Ensemble an Charakteren. Da wäre der neurotische Abdullah, die von Aliens besessene Jamila, der stark an Indiana Jones erinnernde Fremdenführer Dylan und die vom Fluch verängstigte Lily. Hinzu kommen noch ein paar mehr oder minder nervige Figuren, die ihr jederzeit mit eurem Handy anrufen könnt. Die Dialoge bieten unterschiedliche Antworten, die sich sehr gering auf die Beziehung zum jeweiligen Charakter auswirken. Ihr könnt aber eine Menge über das antike Ägypten und deren Pharaonen erfahren, wenn ihr das wollt. Außerdem könnt ihr euch mit Lily in einem alten Brettspiel duellieren, das stark an Mensch ärgere dich nicht erinnert.

Während die Dialoge meist lustig und informativ, öfters aber auch etwas langatmig ausfallen, ist das Rätseldesign gut gelungen. Neben den genannten Schiebe- und Kombinierrätsel müsst ihr auch Hiroglyphen übersetzen. Das geht entweder automatisch mit eurem praktischen Wörterbuch oder aber ihr müsst gruppenweise die Buchstaben den ägyptischen Zeichen zuweisen. Die Nachrichten, die ihr bekommt, bestehen aus Warnungen und Hinweisen und verdichten die Geschichte. Das Genre der Grafikadventures strotzt von Natur aus nicht vor Lebhaftigkeit. Da die Atmosphäre aber durch die gelungenen Dialoge und Gesichtsanimationen, schönen Hintergründe und typische Grabräubermusik stimmt, wird man schnell in die Rolle von Nancy reingezogen.

Benötigt ihr einmal Hilfe, so könnt ihr auf dem einfachen der beiden Schwierigkeitsgrade jederzeit Tipps einblenden lassen oder den Telefonjoker wählen. Ruft aber ja nicht Prof. Hotchkiss an, es sei denn, ein paar gute Lacher sind es euch wert, euch ellenlange Monologe anzuhören. Eine deutsche Übersetzung gibt es im Übrigen derzeit nicht.

Fans von Grafikadventures und Nancy Drew-Anhänger liegen mit dem neuen Teil sicher nicht falsch. Obwohl die Optik gelungen ist, wirken Menüs und Bedienung doch etwas altbacken und steril und dürften den ein oder anderen Adventurefan verschrecken – Dialoge können nicht übersprungen werden, Fehler bestraft das Spiel mit einem Game Over und Tastaturhotkeys ist ein völliges Fremdwort. Wer sich aber auf Tomb of the Lost Queen einlässt, bekommt ein packendes und nicht zu schweres Abenteuer serviert, das ihn für einige Stunden am Rechner fesseln wird. Das Spiel kostet 19,99 US-Dollar als Download und für 31,24 US-Dollar bekommt ihr die Packungsversion in den Briefkasten.

Update: 17.05.

Das Spiel ist nun auch auf Steam für 18,99 Euro verfügbar.

Datura – Ego-Adventure im unheimlichen Wald

Exploration Games ist eines der am meisten boomenden Genres im Bereich der Independent-Videospiele. Dort erkundet ihr eine meist reichhaltige Spielwelt und lasst euch von der Stimmung in den Bann ziehen. Recht viel Interaktionsmöglichkeiten gibt es da meist nicht. Amnesia: The Dark Descent (Angespielt-Videos) war eher etwas für Gruselfans, Dear Esther (Test) ist ein perfektes Beispiel für diese Spielgattung und das kommende Gone Home scheint ebenfalls in die Richtung der First Person-Erkundungsspiele zu gehen. Der Unterschied zu den Sandboxwelten eines Saint’s Row: The Third oder The Elder Scrolls IV: Oblivion ist, dass jedes Objekt von Hand an genau diesem Ort platziert ist, an dem ihr es in der virtuellen Welt wiederfindet.

Datura entstand aus der Zusammenarbeit der polnischen Plastic Games und dem Sony Santa Monica Studio (God of War-Serie), das schon an anderen erfolgreichen Projekten wie Twisted Metal (Test), Fat Princess, Sorcery und Starhawk mitgerwirkt hat. Es erschien kürzlich exklusiv für die PlayStation 3 im PSN für 7,99 Euro, unterstützt optional PlayStation Move und bietet einen 3D-Modus.

Falls ihr die Traumsequenzen von Mass Effect 3 (Test) kennt, könnt ihr euch ungefähr die primäre Spielwelt von Datura gut vorstellen. Nachdem ihr in einem Krankenwagen einen Defibrilator auf den Brust gedrückt bekommt, findet ihr euch in einem verlassenen Wald wieder. Diesen erkundet ihr aus der Ego-Sicht mit DualShock 3 oder Move. Anders als in vielen Spielen aus dieser Kameraperspektive, habt ihr das Gefühl einen realen Kopf zu bewegen als nur eine Kamera auf einem Stiel durch die Levels zu führen.

Der Wald ist sehr weitläufig. Da ist es praktisch, dass es eine Karte gibt. Doch nanu, da ist ja noch gar nichts verzeichnet. Wir machen gleich zu Beginn einen weißen Baum aus, der zwischen den vertrockneten Pflanzen hervorsticht. Befindet sich in eurem Umfeld ein interaktives Objekt, macht sich ein Dreieckssymbol bermerkbar. Betätigt ihr die Taste, fokussiert sich die Kamera automatisch auf den Baum. Seid ihr nah genug daran, könnt ihr eure virtuelle Hand mit dem rechten Analog-Stick am Baum entlang führen. Diese sieht im Gegensatz zur Umgebung eher puppenartig aus. Durch den Baum erlangt ihr das Wissen, um plötzlich wie von Zauberhand die nähere Umgebung auf die Karte zu übertragen.

Im Gegensatz zu etwa Dear Esther erzählt Datura seine Geschichte durch Rückblenden. Bewerft ihr ein im Wald umherstreunendes Schwein mit einem Teil eines Bienenstocks, seid ihr plötzlich hinter dem Steuer eines Autos. Die Bedienung dieser Sequenzen ist zum Großteil sehr unkonventionell. Das Lenkrad steuert ihr nicht wie in einem Rennspiel mit dem Analog-Stick, sondern durch Neigung des Controllers. An anderer Stelle fallt ihr in einen Brunnen, findet euch als Kind in einem Schwimmbad wieder und müsst ein anderes Kind fangen.

Diese Sequenzen sind äußerst abwechslungsreich, erlauben viel Interaktion und sind in Sachen Bedienung und Eingliederung in die Geschichte sehr gut umgesetzt. Auch die ein oder andere Entscheidung muss getroffen werden.

Die schaurig schöne Stimmung von Datura zieht euch schnell in ihren Bann. Dafür ist zum Großteil der hervorragende Soundtrack von Wojciech Golczewski verantwortlich. Obwohl es im gesamten Spiel keine Sprachausgabe und Texte gibt, vermisst ihr diese zu keiner Sekunde. Grafisch ist der Titel recht ordentlich, aber nicht außergewöhnlich.

Datura ist von Beginn an eine sehr emotionale Reise durch das Leben eines Menschen. Ob die interessanten Interaktionen bis zum Schluss motivieren und wie sich Entscheidungen auf den Spielverlauf auswirken, klären wir in unserem Test. Dort prüfen wir zudem ausführlich die Steuerung mit PlayStation Move, den 3D-Modus und geben euch unser finales Fazit.

Alle Screenshots von Nancy Drew: Tomb of the Lost Queen wurden von uns persönlich in 1.920×1.080 erstellt. Es gibt keinen Breitbildmodus, deswegen die schwarzen Balken.

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