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Download Donnerstag: Receiver

Ein Receiver ist jemand, der einen vollkommen wachen Zustand erlangt und das komplette Hintergrundrauschen ausblendet. Er lebt in zwei Welten gleichzeitig, frei von allen Bindungen, die ihm versuchen aufgezwungen zu werden.

So in etwa wird der namensgebende Begriff im eigentlichen Spiel erklärt. In einfachen Worten: Receiver ist ein Ego-Shooter des Indie-Studios Wolfire Games aus der San Francisco Bay Area. Das Game wurde in einer 7 Tage andauernden Ego-Shooter-Challenge (vergleichbar mit einem Game Jam haben die Entwickler in einer vorgegebenen Zeit ein funktionierendes Spiel auf die Beine zu stellen) erstellt und ist ab sofort für 5 US-Dollar (ca. 3,85 Euro) für PC, Mac und Linux DRM-frei samt Steam-Code erhältlich.

Receiver
Nachladen für Feinschmecker: Trommel auf, leere Hülsen raus, neue Patronen rein, Trommel zu und weiter geht’s.

Der Mindkill-Plan

Im Spiel, ihr habt es aufgrund der Einleitung eventuell schon vermutet, ist die Menschheit einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Mediengiganten sind in das Bewusstsein der Menschen eingedrungen und haben sie in einen komatösen Zustand versetzt. In Receiver müsst ihr daraus entfliehen und das gelingt in einer Mischung aus Slender, Dark Souls und Ego-Shooter. Ihr startet eure Mission an einem zufälligen Punkt im Mindkill-Komplex. Auch die Gegner erscheinen an zufallsgenerierten Punkten. In Receiver gibt es keine Speicherpunkte, nur eure Waffe, ein paar Gegner und Audio-Kasetten, die die Geschichte erzählen.

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So simpel das Spielkonzept auf den ersten Blick erscheint, desto komplizierter fühlt sich Receiver zu Beginn an. Ja, ich hab eine Pistole in der Hand und muss fliegende Drohnen und Standgeschütze ausschalten. Doch Moment, ich kann die Waffe nicht nachladen. Wirres Drücken von Knöpfen auf der Tastatur entblößt das Gimmick des Spiels, das Auseinandernehmen der Waffe. Wer nun direkt an Microsofts Kinect-Demonstration von Ghost Recon: Future Soldier (siehe unten, XTgamer-Test) denkt, dem können wir sogleich Entwarnung geben. Dieses Feature wurde in Receiver zu Ende gedacht und macht durch und durch Sinn. Receiver ist nämlich kein hirnloser Shooter (ihr versteht?), sondern zwingt euch eine engere Beziehung zur Waffe aufzubauen, als mit den Wegwerf-Knarren in anderen Games.

Drei Knarren, sie zu knechten…

Im Klartext heißt das, dass jeder der drei verfügbaren Pistolen eine eigene Nachlade-Mechanik inne liegt. Müsst ihr im Revolver die Patronen einzeln in die Trommel legen, so müsst ihr bei den Pistolen mehrere Magazine verwalten. Jeder Nachlade-Vorgang besteht daher aus mehreren Schritten, die man entweder auswendig lernt, oder mit Hilfe dem jederzeit hinzuschaltbaren On-Screen-Tutorial bewerkstelligt. Zu Beginn seid ihr von dieser Spielmechanik sicher genervt, doch nach einer halben Stunde bis Stunde habt ihr den Dreh im Groben raus und merkt, dass sich das Nachladen nahtlos in das Konzept des Spiels einfügt. Receiver fühlt sich mehr wie ein Rogue Like, als ein klassischer Zerballer-Shooter an. Ihr müsst jederzeit auf der Hut sein, denn jeder Schuss ist für euch tödlich und euer Auftrag geht von vorne los – mit neuer Ausrüstung und anderen Gegner-Spawns.

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Beide Gegnerarten haben bestimmte Schwachpunkte. Diese zu kennen ist essentiell, um wertvolle Munition zu sparen.

Doch was ist der Auftrag? Ihr sammelt elf Audio-Kassetten, die die Hintergrundgeschichte des Spiels erzählen. Hier sind wir auch bei unserem Vergleich mit Slender angelangt. In dem populären Indie-Horrorspiel seid ihr auf der Suche nach acht Seiten, die ebenfalls zufallsgeneriert in der Spielwelt verstreut werden. Und wie war das mit Dark Souls? Ganz so schwer ist Receiver dann zwar auch nicht, wenn man die Waffen und beiden Gegnertypen einigermaßen kennt, und doch präsentiert das Spiel immer wieder eine neuer Herausforderung, die uns in’s Schwitzen kommen lässt. Besonders die wendigen Schwebe-Drohnen, die an Half-Life 2 erinnern, flößen uns mit ihren Elektro-Schockern Respekt ein. Der Munitionsmangel ist auch eine Begebenheit, die Receiver besonders macht. Ihr müsst jede Kugel nicht nur in euer Magazin oder die Trommel schieben, sondern auch ständig nach neuer Munition Ausschau halten.

Fazit

Receiver ist also ein Gericht, das dem Gaumen des Ottonormal-Shooter-Fans zuerst unvertraut erscheint, mit der Zeit entfaltet sich jedoch jedem Gourmedianten ein delikates Gericht, von dem er so schnell nicht ablassen will. Abseits des fordernden Gameplays wird zudem eine tolle Cyberpunk-Stimmung aufgebaut. Optisch ist Receiver kein Highlight und Einbrüche der Bildwiederholungsrate von 60 auf 30 Frames pro Sekunde sind unschön, stilistisch erscheint das Spiel aber aus einem Guss und ist in etwa mit den Blendo-Spielen zu vergleichen (XT Mood Plays auf unserem YouTube-Kanal). Die Musik lässt eine Blade Runner-esque Stimmung entstehen, die euch dynamisch auch vor in der Nähe befindlichen Gegnern warnt. Zum sehr fairen Preis bekommt ihr also ein Spiel, das statt auf Fast Food auf eine gute Lernkurve und flinke Finger setzt. Denn wie in einer guten Küche, muss hier jeder Handgriff sitzen.

Auf unserer Facebook-Seite könnt ihr derzeit 2 Steam-Codes für Receiver gewinnen. Jetzt mitmachen!

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