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Im Test: The Wolf Among Us – Episode 1

Das neue Spiel der Wal­king Dead-Macher ist da und wir haben die ers­te Epi­so­de unter die Lupe genom­men.

The Wolf Among Us ist Tell­ta­le Games’ neue Mini­se­rie, die sich über 5 Spiel­epi­so­den erstreckt. Das ers­te Kapi­tel trägt den Namen Faith. Als Vor­la­ge dient hier­zu wie­der mal ein Comic und zwar das hier­zu­lan­de wenig bekann­te Fab­les.

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Worum gehts in Fables?

In Fab­les leben Fabel­we­sen mit­ten unter den Men­schen, da sie aus ihrer hei­mat­li­chen Abend­lek­tü­re aus­ge­sto­ßen wur­den. Der New Yor­ker Distrikt Fab­le­town beher­bergt die­se aus der Hei­mat ver­trie­be­nen Mär­chen­ge­stal­ten. Das sind aber nur jene, die eine mensch­li­che Gestalt anneh­men kön­nen, not­falls durch die Dro­ge Gla­mour – welch pas­sen­der Name für das Auf­putsch­mit­tel, das gesell­schaft­li­che Akzep­tanz gene­rie­ren soll.

Doch jene, die sich Gla­mour nicht leis­ten kön­nen, lan­den auf der Farm, nur unweit von NYC. Sie wer­den weg­ge­sperrt und dür­fen nur unter Ihres­glei­chen ver­keh­ren.

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Wer ist Bigby Wolf?

Big­by Wolf ist She­riff von Fab­le­town. Er passt auf, dass unter den Art­ge­nos­sen nichts aus dem Ruder läuft, ist aber extrem unbe­liebt. Nicht etwa, weil er stets einen fins­te­ren Blick drauf­hat, son­dern weil er frü­her als Gro­ßer Böser Wolf (Rot­käpp­chen) Men­schen gefres­sen hat. Hand­zahm ist er zwar heu­te auch nicht, doch er hat sich zu einem Beschüt­zer für die Unter­drück­ten ent­wi­ckelt, wenn auch einem ziem­lich unsym­pa­thi­schen, anfangs zumin­dest.

Falls ihr euch fragt, war­um da das NYPD nicht aktiv wird, sie wer­den von den Fab­les so mani­pu­liert, dass sie kaum etwas von deren Exis­tenz mit­be­kom­men.

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Warum liegt ein Schwein auf meinem Sofa?

Nun aber zur Geschich­te von Faith. Big­by hört bei sei­ner nächt­li­chen Strei­fe, dass ein jun­ges Mädel ange­grif­fen wird und eilt zur Tat. Es stellt sich her­aus, dass sein ewi­ger Neme­sis der Holz­fäl­ler eine Pro­sti­tu­ier­te angreift. Selbst in mensch­li­cher Gestalt hat Big­by einen guten lin­ken Haken drauf. Nach­dem er die Namen­lo­se geret­tet hat, trifft er auf Colin, einem der Drei Klei­nen Schwein­chen. Eben­so wie Buf­kin aus Der Zau­be­rer von Oz hat der von der Farm aus­ge­büchs­te Colin einen Drang zum Alko­hol und sorgt für eini­ge lus­ti­ge Momen­te.

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Die Sto­ry nimmt bald Fahrt auf, als es Mor­de in Fab­le­town gibt und Big­by die­se gemein­sam mit Neben­cha­rak­te­ren wie Mr Toad, Schnee­witt­chen und Tweed­le Di und Tweed­le Da auf­klärt.

Schon in der ers­ten Epi­so­de bie­tet die Geschich­te vie­le Über­ra­schun­gen, doch für unse­ren Geschmack fast etwas zu vie­le. Nicht immer hat man die gewünsch­te Zeit, die Figu­ren rich­tig ken­nen­zu­ler­nen. Hier stößt uns zudem sau­er auf, dass es kei­ne deut­schen Unter­ti­tel gibt und so eini­ge Mär­ch­engags ver­lo­ren gehen.

Entscheidungen über Entscheidungen

Tell­ta­le hat sich viel Mühe gege­ben, den Mär­chen­fi­gu­ren glaub­wür­di­ge Hin­ter­grün­de zu ver­lei­hen. Wie in vor­he­ri­gen Spie­len trefft ihr auch ab und an in Kon­ver­sa­tio­nen Ent­schei­dun­gen, die euer Ver­hält­nis zu den Figu­ren beein­flus­sen, posi­tiv wie nega­tiv. Spiel­ent­schei­den­de Ent­schei­dun­gen, die den Ver­lauf beein­flus­sen, gibt es zwei in Epi­so­de 1. Hier lässt euch Tell­ta­le genü­gend Zeit zun Über­le­gen und friert das Bild in einer Slow-Mo-Action-Ein­stel­lung ein.

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Spie­le­risch setzt man auch auf das bewähr­te Kon­zept aus ruhi­gen Erkun­dungs- und Dia­log­pas­sa­gen und toll insze­nier­ten Action­se­quen­zen mit star­kem Quick Time Event-Ein­schlag. Da Big­by im Ver­gleich zu Lee aus The Wal­king Dead ein Detek­tiv ist, spie­len sich die Lauf-Sequen­zen etwas anders. Ihr sucht nach Hin­wei­sen, kom­bi­niert Beweis­mit­tel und befragt Zeu­gen, um dann ein Urteil zu fäl­len.

Span­nend ist auch, dass man auf Wunsch auch mehr in der Spiel­welt über die Cha­rak­te­re erfah­ren kann, ganz optio­nal und zwang­los.

Comic Noir-Glamour

Visu­ell setzt man auf den bewähr­ten comic­haf­ten Stil. Teils sieht das Spiel fan­tas­tisch aus, an ande­ren Stel­len stößt die Play­Sta­ti­on 3 sicht­bar an ihre Gren­zen mit mat­schi­gen Tex­tu­ren. Beson­ders kommt es bei der Frame­ra­te bei Sze­nen­wech­seln zu sekun­den­lan­gen Ein­brü­chen, die die tol­le Insze­nie­rung etwas ver­schan­deln.

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Doch wie gut funk­tio­niert The Wolf Among Us ohne Fab­les-Vor­kennt­nis­se? Tell­ta­le hat bereits mit Back to the Future und The Wal­king Dead bewie­sen, wie sie Neu­lin­ge für eine Fran­chise begeis­tern kön­nen und gestal­tet den Ein­stieg sehr benut­zer­freund­lich. Auch wir sind ohne Vor­wis­sen in das Spiel gestar­tet und haben kei­ne Pro­ble­me gehabt, der Geschich­te zu fol­gen, beson­ders weil man vie­le Figu­ren schon aus aller­lei (rau­en) Mär­chen kennt.

Fazit

Die ers­te Epi­so­de von The Wolf Among Us schafft einen idea­len Ein­stieg in die ers­te Staf­fel und erzählt in drei Stun­den eine span­nen­de Geschich­te, erzeugt eine inter­es­san­te Noir-Stim­mung und sorgt für vie­le Aha-Momen­te, sei es durch Twists oder ein­fach nur wie­der­erkann­te Fabel­we­sen aus der Kind­heit. Die Sto­ry­be­schränkt sich auf Big­bys Blick­win­kel, wes­we­gen man man­chen Cha­rak­te­ren etwas wenig Spiel­zeit ein­räumt. Spie­le­risch setzt man kei­ne neu­en Akzen­te. Wenn euch das Game­play von ver­gan­ge­nen Tell­ta­le-Spie­len nicht gefal­len hat, wird sich dies­mal nichts ändern. Mit nur wenig Grund zum Meckern freu­en wir uns auf Epi­so­de 2.

The Wolf Among Us
Gen­re: Adven­ture
Sys­te­me: PC, PS3, Xbox 360
Getes­tet mit: PS3
Preis: Epi­so­de 5 Euro / Staf­fel 20 Euro (digi­tal)
Ent­wick­ler: Tell­ta­le Games (Sam & Max)
Publisher: Tell­ta­le Games

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