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Mobile MondayWeekly Special

Mobile Monday: The Dark Knight Rises

Seit knapp zwei Monaten ist die exklusiv für mobile Endgeräte erhältliche Versoftung des Blockbusters The Dark Knight Rises zu haben. Passend zum aktuellen Angebot im App Store / Play Store haben wir uns das Spiel einmal vorgeknüpft und sind in den Fledermausanzug des Schwarzen Rächers geschlüpft.

The Dark Knight Rises verfolgt eine ähnliche Philosophie wie Rocksteadys Batman-Spiele Arkham Asylum (2009) und Arkham City (2011): Ihr steuert den Superhelden durch ein actionreiches 3D-Abenteuer und könnt euch dabei relativ frei durch Gotham City bewegen. Die Geschichte ist an den gleichnamigen Film von Christopher Nolan angelehnt, nimmt sich aber einige künstlerische Freiheiten, was dem Gameplay nicht gerade schadet.

Die Diebstähle in Gotham City häufen sich. Sogar das Kollier von Bruce Wayne, besser begannt als Batman, bleibt nicht verschont. Das kann der traditionsbewusste Playboy von Welt nicht auf sich sitzen lassen und macht sich auf die Spur nach dem Übeltäter – oder besser der Diebin. Hier kommt Selina Kyle in’s Spiel, die später als Catwoman durchstartet und Batman Konkurrenz sowie das Leben schwer macht. Vorerst müssen wir der Dame aber ersteinmal aus der Patsche helfen. Nun können wir endlich selbst eingreifen.

Wir steuern Batman mit dem linken Daumen mittels eines projizierten Analog-Sticks, wie es in den meisten 3D-Spielen auf Touch-Geräten der Fall ist. Halten wir die Sprungtaste an einem Abgrund gedrückt, gleiten wir hinunter zu den bösen Buben. Das Kampfsystem ist von Batman: Arkham Asylum inspiriert. Benutzt man im Konsolenspiel schon wenig Knöpfe, reduziert Gameloft das Ganze auf einen Knopf zum Schlagen und einen weiteren zum Kontern, der in ganz ähnlicher Position des Dreieck- (PS3) bzw. Y-Buttons (Xbox 360) ist, was ein Zufall. Die Kämpfe gehen leicht von der Hand, doch leider verkompliziert die störische Kamera das Treiben des öfteren.

Gibt es in den Rocksteady-Batmans eine einigermaßen breite Palette an Gegnern, sieht es in den ersten Stunden in The Dark Knight Rises eher mau aus. Neben Klonarmeen gibt es auch bewaffnete Gangster, die es möglichst schnell auszuschalten gilt. Kamera und Lock on-Funktion machen einem da häufig einen Strich durch die Rechnung. Dabei wäre es so einfach einen Scharfschützen mit einem gezielten Batarang auszuschalten. Ihr könnt mit gewonnenen Erfahrungspunkten und aufgesammelten Credits neue Gadgets kaufen, auf die ihr auch im Kampf zurückgreifen könnt. Dabei stehen euch sowohl neue Gerätschaften wie einen EMP-Batarang oder Rauchbomben zur Verfügung sowie diverse Verbesserungen für vorhandene Ausrüstung in Stärke oder Geschwindigkeit. Das ist eine gute Ergänzung und liefert Langzeitmotivation, allerdings gibt es auch sehr teure Item-Packs und sogar Vehikel, die man beim besten Willen nicht mit gesammelten Münzen bezahlen kann und hier ein In-App-Purchase, also ein Realgeld-Einkauf, nötig wird. Bislang sind wir aber auch ohne Zusatzkäufe voran gekommen.

Obwohl Gotham City relativ frei zu erkunden ist, gibt es doch einige Einschränkungen. Die Story führt euch zwar durch die gesamte Stadt, allerdings sind wir auf keine Nebenaufgaben gestoßen, mit denen man sich die Zeit vertreiben könnte. Geht ihr doch auf Erkundungstour, dann findet ihr ab und an Sammelobjekte, die kleine Boni freischalten. Wie schon in Arkham City macht aber allein die Fortbewegung durch die Spielwelt sehr viel Spaß, da ihr dank Gleiten und Greifhaken (der Bat Claw; zu dt. Batklaue) nie den Boden berührt. Das funktioniert mit etwas Übung erstaunlich gut.

Weniger gut klappt das Heraufschießen mit der Bat Clawn an höher gelegene Positionen in überdachten Level. Batman verschlägt es wieder einmal in’s Gerichtgebäude und wir treffen auf die Truppe von Bösewicht Bane. Der glatzköpfige Maskenmann will Gotham in eine neue Schreckensära führen und Batman will das natürlich verhindern. Er rettet Geiseln, hackt Codeschlösser in einem kurzweiligen Minispiel und verfolgt Bane in seinem Bat Pod. Die Steuerung ist etwas hakelig, aber zumindest treffen wir in der Geisterstadt auf keinen nervigen Verkehr.

Ohne zu viel vom Film zu verraten, gibt es natürlich eine Auseinandersetzung zwischen Batman und Bane. Solltet ihr im Kino bereits enttäuscht mit Popcorn um euch geworfen haben, werdet ihr mit dem Showdown im Mobilspiel auch keine Freude haben. Zumindest bleibt man dem Film in diesem Punkt treu. Andere Segmente aus dem Film finden sich in leicht abgewandelter Form im Spiel wieder. Von der Gameplayseite her erwartet den Action-Fan eine gute Mischung aus Schleichen und Kämpfen. Beispielsweise müssen wir den Widerstand Gothams unterstützen, indem wir Scharfschützenstellungen, die um einen Park herum positioniert sind, ausheben. Oder wir müssen möglichst ohne gesehen zu werden aus einer Untergrundanlage entkommen. Man kann sich dabei die Gegner etwas “zurechtlegen”, in dem man sich eine ideale Aussichtsplattform sucht und seine Gadgets einsetzt. Man kann Feinden nicht nur mit Batarangen zusetzen, sondern sie auch mit Steinen ablenken oder mit dem Greifhaken zu sich ziehen und einzeln ausschalten. Später dürften die Auseinandersetzungen durch das aufgestockte Equipment noch abwechslungsreicher werden.

Audivisuell ist The Dark Knight Rises ein Paket, das man selten auf Mobilgeräten serviert bekommt. Der Detailgrad der Grafik ist bei dem großen Umfang des Spiels beachtlich, die Dateigröße mit 1,8 GB jedoch auch. Bei näherem Hinsehen sind viele der Texturen ziemlich verwaschen, was aber den Gesamteindruck kaum schmälert. Zwar werdet ihr nicht den Originalsprechern von Batman, Alfred, Miranda & Co. lauschen, die Stimmen sind ihren Originalen aber erstaunlich ähnlich. Der eigens für’s Spiel komponierte Soundtrack trägt zur authentischen Batman-Atmosphäre hinzu. Wir müssen aber auch meckern: Die Levels werden nur lose mit Standbild- und Ingame-Zwischensequenzen zusammengehalten, erzeugen weit weniger Gefühl als die Batman-Games für die “großen Systeme” oder die Filmtrilogie. Einige der beeindruckendsten Szenen aus dem Film sind zwar im Spiel wiederzufinden, sind aber derartig schlecht in Szene gesetzt, dass sie sofort wieder aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Das mag man nun auf die technischen Mittel schieben, ist aber zu einem guten Stück auch auf schlechte Kameraführung und Cuttechnik zurückzuführen. Auch technische Fehler wie verblassende Geist-Gegner, unbesiegbare Widersacher und zahlreiche Clippingfehler schmälern das Erlebnis etwas.

The Dark Knight Rises macht eine außerordentlich gute Figur auf Android- und iOS-Geräten, überzeugt es mit toller Batman-Stimmung, wuchtigen Kämpfen und Nähe zum Film. Hätte Gameloft dem Action-Adventure etwas mehr Feinschliff bei Inszenierung und Fehlerbeseitigung betrieben, wäre aus einem guten Spiel ein Pflichtkauf geworden. Sei’s drum, Anhänger des Schwarzen Rächers können wir The Dark Knight Rises strengstens empfehlen. Zum aktuellen Schnäppchenpreis von 0,25 Euro (nur heute im Android-Sale) und 0,79 Euro im iOS App Store erheben sich auch alle anderen interessierten Action-Gamer, um Gotham den Helden zu geben, den es verdient.

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