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JahresrückblickSpecial

Patricks Spielejahr 2012

2012, ein Jahr mit vielen tollen Games. Heute startet unsere Reihe mit persönlichen Jahresrückblicken unseres Teams.

Alle Jahre wieder meint man rückblickend, dass das sich zum Ende neigende Spielejahr doch eine Enttäuschung war und nicht mit vorigen Jahren mithalten kann. Ich für meinen Teil kann sagen, dass 2012 ein tolles Spielejahr war und mir eine Menge cooler Games beschert hat. Meine Zeit habe ich vor allem in Indie- und Downloadspielen verbracht (und über 50 in unserer Rubrik Download Donnerstag vorgestellt), die eine willkommene Abwechslung zum Einheitsbrei war. Doch welche Spiele ragen wirklich heraus?

Inhalt:

Seite 1: High- und Lowlights
Seite 2: Nachgeholt & Spiele des Jahres

Meine Highlights 2012

The Dream Machine

Natürlich gibt’s die großen Blockbuster, die mir in diesem Jahr Spaß gemacht haben. Doch einige Download-Erlebnisse haben sich in meinen Gedächtnishöhlen festgesetzt. Da wäre das wunderschöne Karton-Adventure The Dream Machine mit überaus sympathischen Charakteren und unheimlichen Geschichten. Ich kann es gar nicht erwarten, bis die verbleibenden beiden Episoden im neuen Jahr erscheinen. Ebenfalls an den PC gefesselt hat mich Waveform. Das Weltraumspiel, bei dem ihr eine Schallwelle spielt, sieht unglaublich unspektakulär aus. Doch habt ihr einmal in den sauren Apfel gebissen, lassen euch die toll und herausfordernd gestalteten Level nicht mehr aus ihrem Bann. Entwickler Eden Industries hat den Wettbewerbsgedanken gefördert, indem sie wöchentliche Competitions in’s Leben gerufen haben, bei denen man richtig gute Spiele gewinnen konnte. Ein echter Geheimtipp für Puzzlefreunde! Ebenso sollten Adventure-Freunde sich einmal Superbrothers: Sword & Sworcery EP für Android und Heimcomputer geben. Tolle Musik und schöne Pixel-Optik.

Dynamite Jack hat mir als Untergrund-MGS auch super gefallen. Die Tatsache, dass ihr einen Marine spielt, der obgleich seiner Topausbildung nach jahrelanger Gefangenschaft einfach zu schwach ist, um seine Kidnapper einfach alle umzunieten, sondern vorsichtig vorgehen muss, spielt hier sicherlich eine nicht unwichtige Rolle. Lone Survivor geht in eine ähnliche Richtung. Wird es oft als „Silent Hill in 2D-Pixeloptik“ verschrien, erzeugt es doch eine ganz eigene eigenartige Atmosphäre. Zwar hab ich das Spiel bis heute nicht komplett abgeschlossen, auf die Auflösung der mysteriösen Story freue ich mich aber ruhig noch ein paar Wochen länger. Hotline Miami (aktuell im Steam Flash Sale für 4,23 Euro) ist das komplette Gegenteil. Hier muss man zwar auch mit Planung vorgehen, das Spiel hat aber ein enorm hohes Tempo. Der 80er-mäßige Soundtrack und die harten Levels, in die ich mich verbissen habe, haben mir enorm viel Spaß gemacht.

Insanely Twisted Shadow Planet

An Metroid-esquen Games hat es 2012 ebenfalls nicht gemangelt. Die PC-Veröffentlichung von Insanely Twisted Shadow Planet war für mich mit seinem düsteren Stil und dem komplexen Leveldesign ein Highlight des Jahres. Wären meine Speicherstände dank Games for Windows Live-Zwang nicht alle im Limbo (haha, versteht ihr?) verschwunden, hättet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit den Test bereits lesen können. Arkedos neues Game Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels lag ein ähnliches Leveldesign zugrunde. Für mich haben die abgedrehten Monster und die kleinen Bosskämpfe sowie der coole Gitarrensoundtrack das Spiel zu etwas besonderem gemacht.

Auch auf der PlayStation 3 gab es einige Download Games, die ich gerne über den Bildschirm flimmern lassen hab. Dyad hat mich mit seiner visuellen Pracht ähnlich erschlagen wie Child of Eden im letzten Jahr. Auch das Gameplay war erstaunlich komplex mit unglaublich vielen Moves und Facetten, die aber recht schnell in Fleisch und Blut übergingen. Ich bin kein großer Beat’em-Up-Fan, doch Autumn Games‘ Skullgirls hat mir richtig gut gefallen. Das liegt vor allem an den liebevoll gezeichneten Charakteren, ultra schrägen Animationen und schön erzählten Geschichten. Der Standard-Schwierigkeitsgrad (nur Weicheier gehen niedriger als Normal, richtig? Richtig?!) hat mich zugegebenermaßen ziemlich fertig gemacht. Doch nicht umsonst gibt es ein gefühltes Dutzend an Stufen, die mir recht bald ein tolles Einzelspieler-Erlebnis beschert haben. Online hab ich wie in diesem Genre gewohnt kein Land gesehen.

Malicious

Schon vor einige Jahren hab ich großen Neid gegenüber der Gamerschaft in Japan gehabt. Der Grund? Malicious. Massenprügler alá Dynasty Warriors sind eigentlich so gar nicht mein Ding. Allein der visuelle Stil von Malicious hat mir so gut gefallen, dass ich es mir bei der ersten (Sale-)Möglichkeit im europäischen PSN geholt habe. Auch das Gameplay hat mich unglaublich beeindruckt. Statt gezwungenermaßen Massen an uniformen Gegnern platt zu walzen, kämpft man hier in jeder Arena gegen einen unglaublich starken und präsenten Bossgegner. Weder Bosse noch kleinere Gegner sind von der Stange, sondern habe eigene Stärken und Schwächen. Auch die Präsentation ist so episch und packend, dass Malicious definitiv eines der Download-Highlights 2012 für mich ist.

Velocity hab ich schon an vielen Stellen als Steckenpferd des PS minis-Programms gelobt. Daher mach ich es kurz: Unbedingt kaufen! Bald ist das Spiel auch in jedem PlayStation Store dieser Welt für lau für PS3 und Vita verfügbar und das dauerhaft. Gibt also keinen Grund diesen tollen Teleport-Shooter zu verpassen. Closure wiederum ist so ein bisschen mein persönliches Limbo. Als jemand, der Limbo nie richtig gespielt hat, aber Spaß an 2D-Games mit einzigartigem Art Design hat, ist mir der ehemalige PS3-Exklusivling natürlich sofort buchstäblich in’s Auge gesprungen. Es handelt sich um Rätselspiel, bei dem ihr mithilfe von Lichtkugeln den Ausgang jedes der über 70 Level finden müsst. Die Hintergründe sind dabei enorm detailliert, aber auch unheimlich gestaltet und die Rätsel werden immer anspruchsvoller mit Schaltern, rotierbaren Lampen, Fahrstühlen und Kugeln. Das Game ist momentan auch im Steam Winter Sale für 4,99 Euro und ihr solltet es auf keinen Fall verpassen.

goty_journey

Natürlich darf man, wenn man die Begriffe Indie-Spiel, 2012 und PlayStation 3 verbindet, zwei Titel nicht vergessen. Ich habe beide relativ spät im Jahr gespielt, da es sie für ’nen Appel und ’n Ei in der 12 Deals of Christmas-Aktion im PlayStation Network gab. Die Rede ist von Journey und The Unfinished Swan. Ich habe beide Spiele erst vor kurzem an einem Nachmittag durchgespielt und bin von beiden nachhaltig beeindruckt. Von Journey hatte ich viel gehört, es jedoch wirklich nie in Aktion gesehen. Zwar soll das Spiel um einiges mehr interaktiver sein als die vorigen thatgamecompany-Spiele flOw und Flower (die ich nie gespielt habe), überaus komplex ist das Gameplay in Journey aber nicht. Doch es ist unglaublich, was durch den visuellen Stil, die lebendige Welt und die unkonventionelle Erzählweise der Geschichte für Gefühle erzeugt werden. Selbstverständlich spielt auch der zufallsgenerierte Koopmodus, bei dem man sich nur mit Lauten mit dem unbekannten Mitspieler verständigen kann, eine nicht unwichtige Rolle. Haben mich der Wassertempel (anders als in Ocarina of Time) genau wie der eigenwillige Mitspieler etwas genervt, so ist Journey doch ein ganz besonderes Game, das mir in zwei Stunden mehr geboten hat, als ein Blockbuster-Titel in zehnfacher Zeit. The Unfinished Swan hat mir in seiner Erzählweise und den Gameplayfeinheiten gefallen und geht für meinen Geschmack in die Quantum Conundrum-Richtung, ist aber kein Spiel, das ich noch all zu oft spielen werde oder das besondere Momente hatte.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch ein Nintendo 3DS-Spiel, mit dem ich viel Spaß hatte. Resident Evil: Revelations 3D ist ein überraschend guter Survival-Horror-Titel, der mich deutlich länger an den Handheld gebannt hat, als Resi 5 an die heimische Konsole. Auch wenn die Steuerung ihre Macken hat und das Backtracking an der ein oder anderen Stelle nervt, hab ich mich in letzter Zeit selten so in einem mobilen Titel gegruselt wie in Resi: Revelations. Sollte eine HD-Neuauflage kommen, würde ich diese nur begrüßen. Und das Game ähnlich wie MGS: Peace Walker an der PS3 endlich abschließen. Auch die ArmA II: Combined Ops-Modifikation DayZ hat mir eine Zeit lang enorm viel Spaß respektive Angst bereitet und für erinnerungswerte Momente im Spielejahr 2012 gesorgt.

Leichte Enttäuschungen

Max Payne 3

Doch 2012 war nicht alles Gold, was glänzte. Auf I Am Alive war ich richtig gespannt, war das ursprüngliche Konzept des Survival-Titels doch genau die Richtung (I Am Legend / The Day After Tomorrow), in der ich gerne mal ein Game gespielt hätte. Was daraus wurde ist ein kantiges Spiel, das zwar das Überleben in einer postapokalyptischen Welt relativ realitätsnah abbildet, aber gefühlt nur einen Bruchteil seines Potenzials ausschöpft. Das Spiel hat mich an keinem Punkt abgeholt und da ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass ich es schon nach wenigen Stunden wieder weggelegt habe. Max Payne 3 ist ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so krasser Fall. Mir gefällt der Erzählstil der Rockstar-Spiele und das Spieldesign, das seinen Wurzeln mit Painkillern, Bullet Time und Dual-Waffen treu bleibt. Max war mir – wie vielen – aber deutlich zu weinerlich und die Story an sich war auch relativ Banane.

Dishonored ist sicherlich eins der Highlights des Jahres für viele Stealth Action-Freunde. Auch Kollege Merlin schwärmt in seinem Test in höchsten Tönen von Arkanes Action-Adventure. Als Fan von Deus Ex & Co. hab auch ich mich unglaublich auf das Spiel gefreut. Zwar gefallen mir Art Design und Pacing, der Spieleinstieg hat aber für mich einen großen Frustlevel und ich bin daher nie wirklich mit dem Spiel warm geworden. Werde ihm im neuen Jahr mit Sicherheit nochmal eine Chance geben und es womöglich auch lieben lernen, bis dato ist Dishonored aber eher auf meiner Enttäuschungsliste wiederzufinden.

Zwei Spiele, die mir zwar eine zeitlang Spaß gemacht haben, von denen ich aber mehr erwartet haben, sind PixelJunk 4 AM und Sonic 4: Episode II. PixelJunks Musikprojekt war enorm ambitioniert und die Bedienung mit Move einfallsreich, am Ende gab es für meinen Geschmack aber zu wenig Möglichkeiten sich von anderen Möchtegern-DJs abzusetzen. Sonic 4-II ist – man höre und staune – mein erster Kontakt mit dem blauen Igel. Ohne Zweifel ist es ein gutes Jump’n’Run, aufgrund der ständigen Stopper ist für mich aber nie ein flüssiges Spielerlebnis entstanden. Way of the Samurai 4 war in technischer Hinsicht ein Desaster mit haufenweise Bugs, die es für mich unmöglich gemacht haben, das Spiel abzuschließen geschweige denn weiterzuspielen.

Auf Seite 2 geht’s dann mit den Games weiter, die ich in diesem Jahr nachgeholt habe und natürlich mit meinen Top 5 Spielen des Jahres 2012.

 

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