Download Donnerstag: Planet Crashers

Planet Crashers

Nachdem wir vor wenigen Wochen Rainbow Moon für die PlayStation 3 vorgestellt haben, folgt an dieser Stelle ein weiterer Dungeon Crawler. Mit Planet Crashers will Entwickler Renegade Kid (Dementium I + II, zu denen ihr auch bald etwas bei uns lesen werdet) das bewährte Konzept auf den Nintendo 3DS ummünzen. Wir wollen doch mal sehen, ob ihnen das gelingt.

Wie in Rollenspiel üblich gibt es in der heimischen Galaxie eine böse Bedrohung, die die Sonne auslöschen will. Ihr macht euch auf und reist auf insgesamt 13 Planeten umher, um euren Charakter fit zu machen. Zuerst passt ihr euren Helden respektive eure Heldin an. Ihr könnt eure Figur freigestalten und ihr auch moderne Kleidung wie Sporttrikots und Kostüme verpassen. Dies könnt ihr jederzeit im Hauptmenü vornehmen und beim nächsten Einstieg sieht euer Charakter dementsprechend anders aus, trägt einen anderen Namen, Hautfarbe oder gleich ein anderes Geschlecht.

Euer Abenteuer beginnt auf dem Planeten Blühgrün. Wie der Name bereits verrät handelt es sich hierbei um einen Himmelskörper, auf dem die Natur noch unberührt ist.

Der Clou: Ihr könnt alle Planeten, die ihr durchstreift, als Kugel erkunden und dabei dreht sich dann die Kamera mit. Wer Super Mario Galaxy kennt, weiß wie das aussieht – nur selbstverständlich in echtem 3D. Eure Quests erhaltet ihr von Dorfbewohnern oder vom Schwarzen Brett, das endlos neue Aufgaben ausspuckt, die immer schwerer werden und mehr Erfahrung sowie Gold einbringen. Die Story ist recht dünn gehalten, allerdings machen die Dialoge mit den Dorfbewohnern Spaß, da sie sehr humorvoll in’s Deutsche übersetzt wurden. Besonders auf anderen Planeten wie Station zwei, Querkäs. Hierbei handelt es sich um einen Planeten, der komplett aus Käse besteht, in dessen Kratern überdimensional große Süßigkeiten ihr Dasein fristen und dessen Bewohner mit starkem französischem Akzent sprechen.

Habt ihr euch eine Mission a lá “suche meinen Vetter” oder “bring mir meine Eiscreme wieder” beschafft, geht es schon fast ab in den Dungeon. Nur fast deshalb, weil ihr die gewünschte Quest immer erst im Menü aktivieren müsst. Es gibt pro Planet drei Verliese, die nach ihrer Schwierigkeit in grün, blau und rot gegliedert sind. Habt ihr zwei Aufgaben, die euch beispielsweise in den Untergrund des blauen Verlieses verschlagen, müsst ihr diese einzeln machen. Die Dungeons sind zwar nicht zufallsgeneriert in ihrer Achitektur, haben aber stets unterschiedliches Gegneraufkommen. Die einzelnen Räume sind mit Verbindungswegen miteinander verbunden, in denen sich weder Gegenstände noch Gegner befinden. Diese findet ihr – vor allem später zuhauf – in den Räumen vor.

Berührt euch ein Widersacher (von Straßenrowdy bis zum Weihnachtsmann), startet der rundenbasierte Kampfmodus. Ihr habt vier Slots für Attacken, die ihr freibelegen könnt. Zu Beginn steht dort vier Mal der gleiche Schlag, durch Quests von Dorfbewohnern erhaltet ihr aber neue Attacken und Waffen. Während es bei den Angriffen nur Standardrepertoire wie Schwertattacken oder Würfe gibt, ist das Waffenarsenal etwas ungewöhnlich. Ihr verwendet Bananen. den Hammer-Time, einen riesigen Bleistift oder die Bratpfanne, um euch der Gegner zu entledigen.

Vor und in jedem Kampf könnt ihr durch Items eure Charakterwerte Stärke, Abwehr und Gesundheit erhöhen. Dies funktioniert mit unterschiedlichen Faustschildern, Äpfeln, Hamburgern und natürlich Kuchen. Habt ihr genügend Erfahrung gesammelt, steigt ihr im Rang auf und könnt eure Werte verbessern sowie neue Aufgaben annehmen und letzten Endes über Portale neue Planeten betreten. Die Gegner unterscheiden sich zwar in ihrer Stärke, richtig taktisch geht es aber nicht zu. Ihr nehmt einfach die stärkste Attacke, die sich schnell herauskristallisiert, und die beste Waffe – das ist einfach genau die, die ihr als letztes freigeschaltet habt. Falls doch einmal vier Gegner auf euch einstürmen und ihr sie nicht einzeln besiegen wollt (alle Kämpfe laufen eins gegen eins ab), könnt ihr sie auch einfach umgehen.

Apropos fortbewegen: Was gehörig nervt, sind die Laufwege. Habt ihr eure Zielperson gefunden und sprecht sie an, teleportiert euch das Spiel automatisch zurück zum Auftraggeber und legt euch direkt schlafen, um zu speichern, was die einzige Möglichkeit im Spiel ist den Spielstand zu sichern. Sollt ihr hingegen ein Objekt aufsammeln, müsst ihr unter Umständen mehrere Stockwerke noch einmal von untern herauf säubern, um wieder herauszugelangen. Noch schlimmer: Sterbt ihr einmal, verliert ihr etwas Equipment und müsst euch wieder vorkämpfen. Hier hätte eine Art Aufzug wie in Persona 3 gut getan.

Vorabfazit

Zum Preis von 10 Euro bekommt man ein sehr umfangreiches, wenn auch nicht gerade abwechslungsreiches oder motivierendes Spiel, das vor allem durch seine niedliche Animal Crossing-artige Präsentation und die tolle deutsche Lokalisierung überzeugt. Die Entwickler hätten aber etwas mehr Zeit in’s Spieldesign stecken sollen und dafür weniger Planeten erschaffen. Einen 1-gegen-1-Mehrspielermodus, der sowohl lokal als auch online spielbar ist, ist ebenfalls vorhanden. Dort tummeln sich nur die Cracks und man fühlt sich an Pokémon erinnert. Es wird sich begrüßt, bekommt einen Schlag in die Magengrube und man ist tot. Planet Crashers nutzt sein Potenzial also bislang nicht aus und ist wohl für etwas jüngere Gamer, die in das Genre etwas hineinschnuppern wollen geeignet. Eine Ladenversion erscheint in den USA noch in diesem Monat. Inwieweit sich diese abgesehen vom verdreifachten Preis von der eShop-Variante unterscheidet, ist usns nicht bekannt. Publisher UTV Ignition plant zudem Ableger für Handys und soziale Netzwerke.

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