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Im Test: Virtue’s Last Reward

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Wirst du dich mit ande­ren zusam­men­schlie­ßen … oder sie hin­ter­ge­hen? Die Ent­schei­dung liegt ganz bei dir in Virtue’s Last Reward für die Play­Sta­ti­on Vita und den Nin­ten­do 3DS.

Virtue’s Last Reward ist der Nach­fol­ger des berüch­tig­ten Import-DS-Games 999: Nine Hours, Nine Per­sons, Nine Doors und eine Art Spiel, die im Wes­ten rar gesät ist. Das Gen­re der Visu­al Novels schwappt nur sel­ten über die Län­der­gren­zen Japans hin­über, aber Virtue’s Last Reward zeigt, dass alle Gamer in den Genuss von auf­wen­dig aus­ge­ar­bei­te­te Geschich­ten wie jene von die­sem Spiel kom­men soll­ten.

Überblick

Ihr seid Sig­ma, ein jun­ger Kerl, der in einem engen Raum erwacht und ein mys­te­riö­ses Mäd­chen als ein­zi­gen Bewoh­ner vor­fin­det. Schon bald fin­det er her­aus, dass er weit von zuhau­se weg ist und in ein gefähr­li­ches Spiel invol­viert ist, das Nona­ry Game (ein mathe­ma­ti­sches Sys­tem, das auf der Zahl neun basiert). Gemein­sam mit acht ande­ren muss er einen Weg aus dem Kom­plex, in dem er gefan­gen gehal­ten wird, fin­den und her­aus­krie­gen, wer hin­ter allem steckt.

Gameplay

Virtue’s Last Reward ist in zwei Tei­le auf­ge­split­tet: Text­las­ti­ge Abschnit­te, in denen die Geschich­te wie in den meis­ten Visu­al Novels wei­ter­ge­spon­nen wird, und Rät­sel­seg­men­te. Die­se Puz­zle-Sequen­zen stel­len einen tol­len Zusatz zu den Sto­ry-Tei­len dar, da die­se sehr inter­ak­tiv gestal­tet sind. Jeder Kno­bel­raum ent­hält eine Rei­he an raf­fi­nier­ten Her­aus­for­de­run­gen, die selbst die klügs­ten Spie­l­er­köp­fe zum Rau­chen brin­gen wer­den.

Das Ziel eines jeden Zim­mers ist es, durch die ver­schlos­se­ne Tür zu flüch­ten. Jede Tür kann doch einen Schlüs­sel geöff­net wer­den, den ihr in einem Tre­sor fin­det. Natür­lich ist auch jeder Tre­sor ver­schlos­sen. Die Pass­wör­ter wie­der­um sind in den ein­zel­nen Räu­men ver­steckt.

Um an jene zu gelan­gen, gilt es unter­schied­li­che Rät­sel zu lösen. Die Kno­be­lei­en erfor­dern von euch, ver­schie­de­ne Gegen­stän­de oder Hin­wei­se zu fin­den und euer Inven­tar anschlie­ßend in Mini­spie­len gewinn­brin­gend ein­zu­set­zen. Eini­ge der Mini­spie­le nut­zen die Gyro­sko­pie-Funk­ti­on der Vita, um Kis­ten zu ver­schie­ben. Glück­li­cher­wei­se gibt’s hier­für auch eine schnel­le­re Metho­de, indem ihr auf das digi­ta­le Steu­er­kreuz zurück­greift.

osterei3In jedem Tre­sor fin­det ihr einen Schlüs­sel und für die Geschich­te rele­van­te Gegen­stän­de. Dem nicht genug gibt es auch noch ein zwei­tes Fach, das ihr durch das Her­aus­fin­den eines zwei­ten Pass­worts öff­nen könnt. Dazu gilt es noch schwie­ri­ge­re Rät­sel zu kna­cken und das ganz ohne Hin­wei­se und Tipps. Als Beloh­nung schal­tet ihr Akten frei, die noch mehr von der Sto­ry preis­ge­ben. Das führt dazu, dass ihr um jeden Preis alle Rät­sel eines Raums lösen wollt, auch wenn die spä­te­ren Puz­zles im ers­ten Augen­blick als unlös­bar erschei­nen.

Handlung

Die Sto­ry des Spiels macht sich haupt­säch­lich das Gefan­ge­nen­di­lem­ma zunut­ze, nach dem das Ver­ra­ten von jeman­dem, der einem traut, einen bes­ser dar­ste­hen lässt als der gegen­sei­ti­ge Ver­trau­ens­schwur. Dar­ge­stellt wird dies durch die Ambi­dex-Räu­me. Um aus die­sen Zim­mern zu ent­kom­men müs­sen die neun Teil­neh­mer des Nona­ry Games neun Punk­te erzie­len. Punk­te gibt es dafür, dass die Spie­ler gegen­ein­an­der abstim­men und zwar in den genann­ten Ambi­dex-Räu­men. Es ste­hen ihnen zwei Ent­schei­dun­gen zur Wahl: Vebün­den oder betrü­gen. Falls bei­de Par­tei­en sich für’s Ver­bün­den ent­schei­den, bekom­men bei­de zwei Punk­te. Ent­schei­det sich einer für’s Betrü­gen, bekommt der Hin­ter­lis­ti­ge drei Punk­te und der Betro­ge­ne ver­liert zwei Zäh­ler. Die­se Punk­te wer­den auf den Amrrei­fen der Pro­ban­den gespei­chert und sie die­nen dazu, die Grup­pen im Nona­ry Game zu bestim­men. Die Arm­rei­fe ver­fü­gen über eine wei­te­re Funk­ti­on, die um eini­ges bös­ar­ti­ger ist. Ver­fügt ein Spie­ler über null Punk­te oder wei­gert er sich, sich an die Regeln zu hal­ten, wird ihm eine töd­li­che Sub­stanz inji­ziert. Das führt dazu, dass man­che Spie­ler ande­re hin­ter­ge­hen, um selbst am Leben zu blei­ben, was einen wei­te­ren Bestand­teil der Geschich­te aus­macht. Die Ent­schei­dun­gen, die ihr wäh­rend der Abstim­mun­gen vor­nehmt, bestim­men dar­über wie die Geschich­te aus­geht und wel­ches der 25 Enden ihr zu Gesicht bekommt.

Glück­li­cher­wei­se sind die Ent­schei­dun­gen, die ihr trefft, nicht ent­gül­ti­ger Natur. Das Spiel erlaubt euch an ver­schie­de­ne Punk­te der Geschich­te zurück­zu­keh­ren und ande­re Ent­schei­dun­gen zu fäl­len. Dar­aus ent­steht eine ver­wo­be­ne Geschich­te, die sich manch­mal ver­wir­rend anfühlt, bis ihr einen Hand­lungs­strang abschließt und eins und eins zusam­men­zählt. Wäh­rend ihr tie­fer in die Geschich­te ein­taucht erin­nert sich Sig­ma an Din­ge, die in alter­na­ti­ven Zeit­li­ni­en pas­sie­ren – ein wei­te­res inter­es­san­tes Sto­ry-Ele­ment. Mit jedem Strang ent­steht eine Geschich­te, die ein­zig­ar­tig und erfri­schend ist in einer Indus­trie, die von Ego-Shoo­tern und auf­ge­setz­ten Mehr­spie­ler­kom­po­nen­ten geprägt ist.

Großartiges noch weiter verbessern

Glück­li­cher­wei­se wur­den die Haupt­de­fi­zi­te des Vor­gän­gers in Virtue’s Last Reward aus­ge­merzt – Wie­der­ho­lun­gen. Das liegt haupt­säch­lich dar­an, dass man sich ganz ein­fach im Spiel ument­schei­den kann und nicht alle Ent­schei­dun­gen erneut durch­spie­len muss. Das Über­sprin­gen von Text wur­de beschleu­nigt und man kann nun in Win­des­ei­le durch die Dia­lo­ge huschen, die man bereits gele­sen hat, ohne etwas neu­es zu ver­pas­sen.

Schwachpunkte

Zwar emp­fin­den wir die Geschich­te und das Spie­le­ri­sche in Virtue’s Last Reward erfri­schend anders, es gibt aber eini­ge Defi­zi­te, die dem Spiel wei­te­ren Ruhm ver­wehrt. Der auf­fäl­ligs­te Punkt ist hier­bei der Weg­fall von eng­li­schen Spre­chern in der PAL-Ver­si­on des Spiels. Wir kön­nen es zwar ver­ste­hen, dass das Spiel dop­pelt zu syn­chro­ni­sie­ren viel Geld kos­tet, wer­den den Gedan­ken aber nicht, etwas zu ver­pas­sen, beson­ders in einem Spiel, in dem Dia­lo­ge eine zen­tra­le Rol­le spie­len. Glück­li­cher­wei­se ist die eng­li­sche Loka­li­sie­rung ers­te Sah­ne und sie ver­mit­telt die Eigen­schaf­ten und Ver­hal­tens­wei­sen der Cha­rak­te­re ver­ständ­lich. Das täuscht uns nicht dar­über hin­weg, dass der west­li­chen Ver­si­on eng­li­sche Spre­cher ein­fach feh­len.

Auch die Gra­fik von Virtue’s Last Reward ent­täu­schend uns. Die Cha­rak­ter­mo­del­le sind zwar hübsch anzu­se­hen, sind aber nicht so detail­liert wie die 2D-Por­träts im Vor­gän­ger. Die 3D-Figu­ren sind dafür flüs­si­ger ani­miert und 2D-Art­work wird immer­noch hier und da benutzt. Die Umge­bun­gen sind abwechs­lungs­arm und unin­ter­es­sant. Ein­zig ein paar Hin­ter­grün­de haben uns visu­ell beein­druckt. Ihr seid einer­seits sowie­so mehr mit der Sto­ry und den Rät­seln beschäf­tigt, auf der ande­ren Sei­te hät­te dem Spiel etwas mehr opti­sche Viel­falt zwi­schen den Gebie­ten nicht gescha­det.

Aus spie­le­ri­scher Sicht fällt die Bedie­nung über den Touch­screen ab und an schwer­fäl­lig aus, wenn der Cur­sor etwas aus­wählt, was euch gar nicht im Sin­ne stand. Auch das Schrei­ben über die Touch-Ober­flä­che ist dürf­tig gelöst. Hier hat der 3DS mit dem Stylus defi­ni­tiv die Nase vorn. Ihr könnt auch die Knöp­fe benut­zen, aber die Ver­zö­ge­rung zwi­schen der Bedie­nung des Ana­log-Sticks und der Bewe­gung des Zei­gers ist ein­fach zu groß, um ver­nünf­tig spie­len zu kön­nen.

Obwohl kei­ne der bis­lang ange­führ­ten Punk­te das Gesamt­erleb­nis zu sehr schmä­lern, kann etwas dafür sor­gen, dass Spie­ler Frust schie­ben: Abstür­ze. An zwei Stel­len ist uns das Spiel ste­cken geblie­ben. Zwar haben wir nicht viel Spiel­zeit ver­lo­ren, aller­dings stört das doch ziem­lich und wird hof­fent­lich bald gepatcht. Wir haben zudem davon gehört, dass die Nin­ten­do 3DS-Ver­si­on ein erns­te­res Pro­blem mit Feh­lern hat, im Spe­zi­el­len mit defek­ten Spei­cher­stän­den, die einen Groß­teil des Spiel­fort­schritts in Luft auf­lö­sen sol­len.

Fazit

Virtue’s Last Reward ist mit her­aus­for­dern­den Rät­seln und einer fes­seln­den Sto­ry ein Titel, den wir Vita- und 3DS-Besit­zern nur an’s Her­zen legen kön­nen. Das Spiel ist erstaun­lich umfang­reich, beschäf­tigt es Kom­plet­tis­ten rund 30 Stun­den und belohnt den Gamer mit Weit­sicht mit einem packen­den Fina­le. Mit Erleich­te­rung kön­nen wir euch mit­tei­len, dass man nicht 999 gespielt haben muss, um alles zu ver­ste­hen. Die Gescheh­nis­se des Vor­gän­gers wer­den im Lau­fe des Spiels erklärt. Ihr soll­tet die­sen Titel auf kei­nen Fall ver­pas­sen und wir kön­nen es gar nicht erwar­ten, bis das nächs­te Spiel der Rei­he erscheint.

Obwohl Virtue’s Last Reward schon (in eng­lisch) im deut­schen Play­Sta­ti­on Net­work und eShop gekauft wer­den kann, erscheint die phy­si­ka­li­sche Modul­ver­si­on erst am 25. Janu­ar im Ein­zel­han­del über Koch Media – allem Anschein nach eben­falls kom­plett in eng­li­scher Spra­che.

Die Bil­der haben wir anhand unse­rer Vita-Review-Ver­si­on ange­fer­tigt.

it/olp

Virtue’s Last Reward
Gen­re: Visu­al Novel
Sys­tem: PSVi­ta, 3DS
Getes­te­te Ver­si­on: PSVi­ta
Preis: 28 Euro / 29 GBP /40 US-Dol­lar (Ein­zel­han­del: UK/US/DE – ähnl. Prei­se im PSN & eShop)
Ent­wick­ler: Chun­soft
Publisher: Rising Star Games

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