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Download Donnerstag: Nom Nation und Dead Hungry Diner

Nom nom nom. Ihr esst und spielt gerne? Wir verknüpfen die beiden Aktivitäten und heraus kommt ein kulinarisches Fest der Sinne, Finger Food für den Gamer!

Nachdem wir uns letzte Woche ausschließlich um die Konsolen gekümmert haben, gibt es diesmal mit Dead Hungry Diner auch wieder etwas für PC und Mac-Freunde. Vorher verwandeln wir uns in den kleinen Bruder des Marshmallow Man und sammeln auf der PlayStation Nom Nation die zum Kochen benötigten Zutaten erst einmal ein.

Nom Nation – Eine Nation mampft

Nom Nation ist ein Jump’n’Run für die PlayStation minis-Plattform. Die Prämisse trifft auch gleich den Ton des Games: Ihr seid ein Koch und müsst in fünf Welten mit allerhand Essenszutaten den bösen Jabber the Gut (Jabber der Darm), Anführer der McFatass Corporation, bezwingen. Das Spiel ist voll von spaßigen Anspielungen und lustigen Power-ups.

Durch Speisen und Getränke erhaltet ihr nämlich für kurze Zeit Superkräfte. Sardinen verleihen euch den Power Punch (kräftiger Schlag), mit dem ihr brüchige Wände einreißt, Spargel und Bohnen kurbeln die Verdauung mal so richtig an und erlauben es euch dank der Fart Jet-Fähigkeit (zu Deutsch: Furzdüse) kurzerhand zu schweben. Süßwaren wie Cola oder Schokolade rufen einen einen Sugar Rush (Zuckerschub) hervor, mit dem ihr in Windeseile von Plattform zu Plattform springt. Eine Torte oder ein Burger hingegen machen euch Super Sized (extra dick). Fortan bewegt ihr euch sehr behäbig, könnt nicht besonders weit springen, aber dafür brüchige Ebenen durchbrechen und Gegner zerquetschen. Wollt ihr hingegen ganz dünn werden, um besonders hoch gelegene Ebenen zu erklimmen, müsst ihr das Fett mit ein paar locker lässigen Tanzschritten an der iPod-Station abbauen.

Auch Gegner wieseln durch die saftigen Wälder, dunklen Höhlen und hitzigen Lavaquellen. Das sind buchstäblich kohlraben schwarze Abfallprodukte, die durch die kunterbunte Nom Nation-Welt hüpfen und fliegen. Springt ihr auf sie, sind sie nur betäubt. Um sie zu erledigen, benötigt ihr entweder den Power Punch oder ihr müsst Super Sized sein. Die wirklich unglaublich breite Palette an Gerichten und Getränken lässt kulinarische Herzen höher schlagen und ist in unterschiedliche Gruppierungen unterteilt, die die entsprechenden Superheldenkräfte beschwören. Das Studio Playerthree hat das Spiel übrigens als Lernsoftware für 13- bis 19-Jährige in enger Zusammenarbeit mit der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Beckie Lang für den britischen TV-Kanal Channel Four entwickelt.

Kein Wunder also, dass ungesunde Ernährung in Nom Nation auch Folgen nach sich zieht. Ihr könnt stets zwei Mahlzeiten gleichzeitig verdauen. Verspeist ihr zu viel zucker- oder fetthaltige Gerichte, so kann euer Herz verkrusten oder ihr erleidet einen Herzinfakt. Ihr solltet also immer schön darauf achten, was ihr zu euch nehmt, damit die Gefahr nicht zunimmt. Alles klar? Betrachtet man das Leveldesign, werden mehrere Dinge sofort deutlich. Nur mit bestimmten Zutaten schreitet man im Spiel voran. Außerdem werden die Welten immer komplexer, sodass ihr viel entdecken könnt und die Level viele Male durchstreifen müsst, um alles zu finden.

Das klingt bislang alles sehr rosig, aber Nom Nation ist für ein Lernspiel mit solch einer charmanten Retro-Optik doch recht anspruchsvoll. Um einige der Rätsel lösen zu können, muss man manchmal richtig gut überlegen und alle Facetten des Spiels ausnutzen bzw. beachten. Beispielsweise könnt ihr die Power-ups entweder direkt auf den ersten Biss verschlingen oder sie aufheben und mit euch nehmen. Da ihr kein Inventar habt, könnt ihr auch immer nur einen Gegenstand in der Hand halten. Benötigt ihr aber zusätzlich einen Vogel, um über einen Abgrund zu fliegen, wird es schon kompliziert. Hier hilft nur lästiges Hin- und Herlaufen – Backtracking, des Videospielers liebste Aktivität.

Auch diverse Bugs vermiesen etwas die Stimmung. Mit bestimmten Extras verfängt man sich in der Levelgrafik und es bleibt nur noch das Neuladen. Das ist uns im Spielverlauf öfters passiert. Entweder man beginnt das Level von vorn oder an einem der zahlreichen Checkpoints. Das ist ebenfalls nützlich, wenn ihr von den unberechenbaren Feinden getroffen werden. Der Nachteil ist aber, dass wenn ihr ein Objekt mit euch herumtragt, dieses sich plötzlich wieder ganz wie die zuvor erledigten Gegner an der ursprünglichen Position befinden. Ebenfalls nervig: Selbst wenn ihr Kreaturen betäubt, erwachen diese so schnell wieder zu neuer Blüte, dass ihr den benötigten Leckerbissen nicht rechtzeitig in euch hinein schaufeln könnt und zwangsläufig Schaden nehmt. Und das ist keine Seltenheit.

Um einiges ärgerlicher ist die Tatsache, dass ihr Zutaten nicht einfach aufheben, tragen und anschließend essen könnt, wo ihr doch sowieso zwei verschiedene Tasten betätigt. Nein, ihr müsst das Nom erst ablegen, also werfen, um es dann, während wir von allerhand Gegnern getroffen werden, auf Grund und Boden zu verspeisen. Wir ärgern uns in Selbigen und schütteln auch provisorisch für den nächsten Mangel den Kopf. Der Entwickler verwendet in Nom Nation oft die gleichen Leveleinrichtungen wie Ranken von Pflanzen, bei denen man zu Beginn gleich lernt, dass diese als Leitern fungieren. Oft sind sie aber nur als optische Verschönerung eingebaut und haben keinen spielerischen Nutzen. Hier hilft nur Trial & Error, das oft im Tod endet.

Schön ist, dass man mit den Gourmethappen viel experimentieren kann und diese sich später sogar kombinieren lassen. Esst ihr ein Fart Nom (Furzzutat) wie Kohl (bitte entschuldigen Sie, Herr Bundeskanzler a. D.) und schnappt euch anschließend ein Strength Nom vom Schlage eines Koteletts, so entsteht die Fart Bomb. Bei dieser zerstörerischen Waffe gegen den guten Geschmack bleiben keine (Riech-)Organe heil. Ebenfalls schamlos ist Playerthree bei den Werbetafeln, wo es für diverse Fast Food-Ketten buchstäblich ganz dick kommt. Ein rot geschminkter Clown wirbt beispielsweise für den McCrappy-Burger für McFatass. Ebenfalls klasse ist, dass ihr auf der Weltkarte auch euer eigenes Nom-Paradies betreten könnt und dort nach freiem Ermessen alle Noms ansehen und ausprobieren könnt. Je mehr ihr im Spielverlauf einsammelt, desto größer wird euer Anwesen.

http://www.youtube.com/watch?v=jh6PYY3gK-c

Nom Nation für die PlayStation 3 und PlayStation Portable (eine kostenlose Browser-Version und eine iOS-Umsetzung ist in Arbeit) hinterlässt bei uns einen zwiespältigen Eindruck. Während wir Playerthree ein großes Lob für die Prämisse des Spiels aussprechen und auch die charmante Optik und der Humor stimmen, besticht das Leveldesign zwar durch viel Freiraum, aber auch manchmal durch Undurchsichtigkeit. Durch die angesprochenen Unzulänglichkeiten entsteht schnell eine Trial & Error-Spielweise, die für ein so auf Gesundheit ausgelegtes Game ziemlich ungesund ist. Zum geringen Preis von 1,99 Euro können Fans von Platformern und Essen ohne große Traumata zu erleiden zuschlagen. Zum ähnlich geringen Preispunkt und mit gleicher Komplexität gibt es aber auch minis wie Velocity oder Alien Zombie Death, die deutlich runder sind.

Dead Hungry Diner – Brainberries à la carte

Einst war das beschauliche Dorf Ravenwood ein Ort der Ruhe und des Friedens. Doch plötzlich marschieren Zombies, Vampire und andere unliebsame Wesen ein. Zum Glück gibt es die heroische Vanda Helsing, die sich diesen entgegenstellt. Doch Vanda verschwindet und das Schicksal Ravenwoods liegt in den Händen der Geschwister Gabriel und Gabriella. Um den Monstern Herr zu werden, eröffnen sie ein Restaurant, um die Mäuler der tot hungrigen Zeitgenossen zu stopfen.

Ganz wie in besonders bei weiblichen Gelegenheitszockern beliebten Flash-basierten Browserspielen müsst ihr in Dead Hungry Diner für PC und Mac Gäste an den Tischen bedienen und ankommende Monster an den Tisch geleiten. Zu den normalen Zombies und Vampiren kommen noch wütende Zombies, Werwölfe und Todesfeen hinzu, die weitaus ungeduldiger sind. Hat euer Gast Platz genommen und sein Gericht ausgewählt, versorgt ihr ihn mit einer frisch gepflückten Ladung an Brainberries (zu Deutsch: Gehirnbeeren, vom englischen bromberries – Brombeeren). Hat er den verputzt, kassiert ihr ab und befreit den Tisch von Keimen. Die Monster unterscheiden sich in Geduldigkeit und der Geschwindigkeit des Kauens. Während sich Zombies richtig lang Zeit lassen, geben Werwölfe richtig Gas und mir nichts, dir nichts kann ein neuer Gast bedient werden. Zudem kommen Vampire und Werwölfe nicht miteinander aus. Ihr solltet also einen Zombie dazwischensetzen oder einen Spruch verwenden, damit es nicht in einer Rauferei ausartet.

Wir haben bis zur dritten aus fünf Welten im Storymodus gespielt und bereits alle Sprüche freigeschaltet. Durch Kombos schaltet ihr nämlich Geld frei, mit denen ihr die Sprüche kauft. Dadurch könnt ihr kurzzeitig ultra schnell laufen und einen Gast wegschicken, für den ihr aktuell keinen Platz habt, denn ihr habt nur eine beschränkte Anzahl an unterschiedlich großen Tischen und müsst auch Gruppen miteinberechnen.

Damit die Geduldsanzeige von Gästen nicht auf null rutscht, könnt ihr diese mit dem Herzensspruch auffüllen. Das könnt ihr entweder an einem Tisch oder für die komplette Warteschlange machen. Um genannte Keilereien zwischen Zombies und Werwölfen zu verhindern, könnt ihr einen der beiden Streithähne kurzerhand in einen braven Zombie verwandeln oder lasst sie die Plätze tauschen.

Ihr könnt eure Sprüche auch individuell verbessern, also Cooldown-Zeiten verringern, und eure Laufgeschwindigkeit erhöhen Das macht ihr beim Händler, der euch wie beim kultigen Resident Evil-Verkäufer „what are you buying?“ fragt und wie ein Wesen aus dem Super Mario-Universum aussieht. Dass Dead Hungry Diner voll von popkulturellen Anspielungen ist, habt ihr sicherlich schon gemerkt.

Auch der grüne Fleischgolem Frankie leistet seinen Beitrag, das Spiel nennt ihn eine „hulking creature“. Frankie ist eine Mischung aus Dr. Frankensteins Monster und Hulk – genial. Kommt es zur Prügeleien, geht Frankie durch Klicken auf die dargestellte Wolke dazwischen.

Die Spielmechanik macht für Fans von solchen Micro Management-Spielen richtig Spaß – auch Einsteigern mit der flachen Lernkurve. Außerdem ist das Game sehr gut ausbalanciert. Um in das nächste Level voranzuschreiten, müsst ihr mindestens eine Bewertung von zwei aus drei Sternen erreichen. Zu Beginn ist es noch sehr einfach die hohe Elite-Auszeichnung zu bekommen, später wird das schon knackiger. Die Level sind mit kleinen witzigen Dialogen verbunden, in der Frankie beispielsweise erklärt, dass er im nächsten Abschnitt fehlen wird, da er die Liebe seines Lebens betören will. Die Monsterjägerin Vanda Helsing taucht auch ab und an überraschend auf und ihr müsst eure Gäste vor ihr schützen – wie abstrus.

Die Welten, die ihr im Storymodus abschließt, schaltet ihr für den All-You-Can-Eat-Modus frei. Dabei handelt es sich um einen Überlebensmodus, bei dem immer mehr Gäste in euer Restaurant stürmen. Apropos: Während der Kampagne wechselt der Ort des Geschehens – von einem verlassenen Park über eine Kirche bis zu einem alten Gemäuer. Der Grafikstil gefällt uns mit dem Comic-artigen Look sehr gut. Auch die Charaktere sind liebevoll animiert. Die Maximalauflösung beträgt kryptische 1.360×768. Hinzu kommt ein fröhlicher Soundtrack, der an Die Sims erinnert. Eine deutsche Übersetzung für alle Versionen folgt übrigens bald, wie uns Black Market Games mitteilte, eine Demo gibt es auf der offiziellen Website.

Dead Hungry Diner ist ein gelungenes Geschicklichkeitsspiel, das Freunde dieser Spielart und von untoter Popkultur begeistern wird. Zum geringen Preis von 6,99 Euro (auf Steam derzeit für 5,49 Euro im Angebot) wird euch einiges geboten, wenn auch im All-you-can-eat-Modus euer Highscore wohl nicht gespeichert wird und ihr ihn euch selbst merken müsst. Die für ein Spiel dieses Genres ungewöhnlich motivierende Rahmenhandlung und das schöne Design sind zwei weitere Gründe, warum ihr Ravenwood retten solltet.

In unserem nächsten Quiz-Gewinnspiel gibt es einen Steam-Code für Dead Hungry Diner zu gewinnen. Was ist eure Meinung zu den Spielen? Könnt ihr etwas mit den Games anfangen oder gehört Spielen und Essen für euch einfach nicht zusammen?

Alle Screenshots aus Dead Hungry Diner haben wir persönlich in 1.360×768 erstellt.

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