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Im Test: Batman – The Enemy Within – Episode 1

Seit einer Woche können wir die erste Folge von Batman: The Enemy Within herunterladen und schildern euch nachfolgend unsere Eindrücke aus dem neuen Flattermann-Abenteuer.

Episode 1 „The Enigma“ beginnt mit einer aufwendig produzierten fünf-minütigen Rückblende über die Ereignisse aus Staffel 1. Allein das setzt sich schon von anderen aktuellen Telltale-Spielen ab, das ist aber nur der Anfang dieses Trends in Batman: The Enemy Within.

Lady Arkham mag besiegt sein, doch es erheben sich neue Unholde aus der Finsternis. Der Riddler ist Batmans ärgster Widersacher in der ersten Episode. Im Gegensatz zum Vorgänger ist der Bösewicht sofort klar und besitzt nachvollziehbare Motive, allerdings spielt auch ein gewisser John Doe eine interessante Rolle, die ihr auf verschiedene Arten angehen könnt. Und: Es werden definitiv im Laufe der Staffel weitere aus dem Batman-Universum stammende Schurken in Erscheinung treten.

Er lauert Bruce nicht nur bei einem Bankett auf, in dem beide an einem Waffen schmuggelnden „Philantropen“ interessiert sind, er lockt ihn auch in seine berüchtigten Rätsel-Räume. So müssen wir etwa mit dem frisch gebackenen Polizeichef Jim Gordon aus einem Verließ entkommen, das von einem Überschallwellen beschossen wird. Telltale schafft es dank großartiger Audio-Effekte und einer packenden Inszenierung diesen Moment so eindrucksvoll in Szene zu setzen, dass wir wie die Fledermaus einfach verschwinden wollen. Gleichzeitig muss man sich für das Lösen des Rätsels an eine frühere Unterhaltung mit Riddler erinnern – genial! Schafft ihr es mehrfach nicht, gibt’s allerdings auch Tipps, damit von eurem Trommelfell etwas übrig bleibt.

In der spielerischen Darstellung scheint Telltale starken Einfluss von den Batman Arkham-Spielen genommen zu haben. Neben Riddlers Puzzle-Zimmern sind im Spiel auch Belauschaktionen, qualitativ hochwertige Dialoge mit wichtigen Entscheidungen und bombastische Kämpfe mit anspruchsvolleren Quick-Time-Events enthalten. Die Plansequenzen aus Staffel 1 oder die Möglichkeit, eine Szene als Bruce Wayne oder Batman anzugehen, ist in Folge 1 noch nicht enthalten. Stattdessen konzentriert man sich darauf, in den Kämpfen die Umgebung einzusetzen und den Schwarzen Rächer gemäß seiner Comicbuchvorlage nicht durch rohe Gewalt, sondern durch Köpfchen und Geschick auszuzeichnen. Da es wesentlich weniger Kämpfe gibt und in diese viel Detailarbeit geflossen ist, machen diese eine wesentlich bessere Figur.

Detektivsequenzen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Im Vorgänger haben wir in langwierigen Lagerhaus- oder Magnetbahnservicestation(TM?)-Szenen verzweifelt Hinweise kombiniert. Das System feiert eine Rückkehr, allerdings in reduzierter Form, was diese Aufgaben nachvollziehbarer machen. Entscheidungen spielen in Telltale-Spiele auch immer eine wichtige Rolle. Haben wir in Staffel 1 kritisiert, dass trotz unserer Wahl doch das Gegenteil eintritt, so wurde das System für Batman: The Enemy Within an mehreren Ecken erweitert.

Zum einen gibt es weniger schwarz/weiß-Entscheidungen, vielmehr geht es meist um Leben und Tod von Zivilisten und Batmans Helfern. Im Spiel kann aber auch ein Opfer wieder ein anderes Leben retten. Telltale gelingt es in Enigma, das Gefühl ihrer frühen Spiele wieder aufleben zu lassen, dass wir in einer verzwickten Lage in wenigen Momenten zwischen Not und Elend entscheiden müssen. Hinzu kommt, dass sich Beziehungen zu Figuren verändern können. Schlagen wir uns etwa öfters auf die Seite des dubiosen FBI-Verschnitts The Agency, reicht es Gordon irgendwann, trotz alter Zeiten Willen. Figuren behandeln euch zukünftig also sichtbar anders, bewahren Geheimnisse und helfen euch schlicht nicht mehr – eines der interessantesten Features des Spiels.

Auch technisch hat man einiges verbessert. Batman: The Enemy Within läuft wesentlich flüssiger und ist dabei noch cineastischer gestaltet. Die englische Synchronisation ist ein weiteres Mal über jeden Zweifel erhaben. Der Soundtrack ist mitreißend, unheimlich oder brodelnd. Hier und da kommt etwa das unwohlsame Gefühl, das Bane in Christopher Nolans Batman-Filmen erzeugt.

Video: Die 1. Episode im Let’s Play

Fazit

Wir sind schlichtweg begeistert von Batman: The Enemy Within. Man hat aus den Schwachpunkten des Vorgängers gelernt und sinnvolle Neuerungen eingebaut. Schluss mit drögen Storylines und Nebengeschichte. Man konzentriert sich auf einen Bösewicht und baut derweil die mit dieser Geschichte verbundenen Figuren auf. Das überarbeitete Entscheidungssystem, die Tatsache, dass Telltale Games Folgen in Überlänge erlaubt und damit die Dialoge in natürlichem Stil laufen lässt, das stabile Technikgerüst und die kleinen Gameplay-Auflockerungen machen die erste Folge namens The Enigma zu einem wahren Vergnügen für Batman-Anhänger. Allen, bei denen die Telltale-Erfolgsformel ihre Wirkung verloren hat, empfehlen wir, The Enemy Within einmal anzuspielen und eine der besten Episoden der Firmengeschichte zu erleben.

Packshot of Batman: The Enemy Within

Spieletitel: Batman: The Enemy Within

Genre: Action

Veröffentlichungsdatum: 08.08.2017

Plattformen: PC, PlayStation 4, and Xbox One

Entwickler: Telltale Games

Publisher: Telltale Games


This game was provided by the publisher for review purposes, check our review policy for details.

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