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Download Donnerstag – Wheels of Destruction und Wrecked: Revenge Revisited

Ihr steht auf schnelle Autos mit Waffen, mit denen ihr euch auf eurer Konsole bekriegt? Dann haben wir da etwas für euch.

Das Car Combat-Genre scheint in der Gunst der Spieler wieder hoch im Kurs zu sein. Nachdem erst kürzlich die Rückkehr von Sonys Twisted Metal erfolgreich geglückt ist (siehe Test), folgen nun zwei weitere Aspiranten auf den Thron der Destruction Derby-Games.

Wheels of Destruction – UT3 als Car Combat-Spiel

Seattle versinkt im Schnee während uns die Raketen ausgehen.

Wheels of Destruction tritt als erster Kandidat an. Das Spiel ist seit heute zum Preis von 9,99 Euro exklusiv im PlayStation Network der PlayStation 3 erhältlich. Die Prämisse des in Russland entwickelten Games ist nicht etwa schnell über kurvige Pisten zu brettern und sich gegenseitig zu beschießen. Stattdessen konzentriert sich das Entwicklerstudio ganz auf Letzteres. In Arenakämpfen wird unter 12 Spielern der Beste ausgefochten. Das geschieht im obligatorischen Deatmatch, im Team-Deathmatch oder Capture the Flag.

Alles altbewährte Modi also, die ihr online (Ranglistenspiel oder just for fun) und offline mit 12 Spielern angehen und optional mit Computergegnern auffüllen lassen könnt. Ein Splitscreen-Modus für lokale Duelle fehlt. Schön: Ihr könnt über einen Menüpunkt direkt dem Spiel eines Freundes beitreten.

Im Untergrund Londons ist unserem Mörser nichts entgegenzusetzen.

Das PS3-Spiel spielt sich eher wie ein Ego-Shooter, der euch hinters Lenkrad verfrachtet und euch mit Dubstep-Mucke zuballert. Der Vergleich zu Unreal Tournament 3 hinkt auch deshalb nicht, weil Wheels of Destruction deutlich sichtbar durch den Sci-Fi-artigen Look und den glänzenden Oberflächen auf der Unreal Engine basiert. Es gibt fünf Klassen und fünf Karten. Der Soldier ist der Allrounder, der dicke Heavy hält besonders viel aus, als Assassin besitzt ihr besonders viel Munition, in der Rolle des Engineers könnt ihr besonders lang den Boost betätigen und der Scout flitzt von Haus aus schneller über die Levels, die stets mit mehreren Ebenen versehen sind.

Zur Auswahl des Schlachtfelds stehen das von Pflanzen bewucherte Paris, ein von Wasser umgebenes Tokio, den schleimigen Untergrund Londons, eine vereiste Arena in Seattle und im umfunktionierten Kolosseum in Rom. Anders als in Twisted Metal hat jedes Fahrzeug keine individuelle Standardbewaffnung. Ihr startet mit einer Gatling Gun, die alternativ Schrotmunition verschießt. In den verwinkelten Level sind Power-Ups verteilt. Diese bescheren euch einen Flammenwerfer, der optional einen Ring of Fire um euer Auto wirf, den sehr nützlichen Raketenwerfer mit Mörser als alternativem Feuermodus und eine Plasma-verschießende Railgun samt BFG-Modus (Doom-Fans werden sich freuen).

Portal 2? Nein, Tokio in WoD samt Portal.

WoD steuert sich gänzlich anders als Twisted Metal. Klar, Gas und Bremse betätigt ihr wie in jedem anderen Rennspiel mit den R2- und L2-Schultertasten. Anders als im Sony-Pendant legt Sperasoft die Schusswaffen allerdings auf R1 und L1 statt auf die Aktionsknöpfe. So müsst ihr zwingend mit zwei Fingern auf den Schulterbuttons spielen, was für Unmut bei vielen Gamern sorgen dürfte. Außerdem gibt es Extratasten für Boost und einen kleinen Sprung. Auch das Fahrverhalten unterscheidet sich deutlich vom schnellen Konkurrenten. Das Fadenkreuz bleibt stets in der Bildschirmmitte und ihr müsst es mit den linken Stick etwas in die Richtung bugsieren, in die ihr fahren wollt. Ein klarer Kontrast zur direkten Steuerung anderer Racer. Dadurch müsst ihr etwas feinfühliger steuern und könnt sogar akrobatische Einlagen auf den Parcours legen. Leider hat man in einigen Fällen im Nahkampf durch die ungewöhnliche Steuerung wenig Kontrolle über das Fahrzeug.

Springt ihr auf die reichhaltig verteilten Jumppads (eine weitere Hommage an UT3), könnt ihr mit Saltos eure Panzerung wieder auffüllen. Etwas nervig dabei: Stürzt ihr einen Abgrund hinunter, was auf einigen Karten kein Kunststück ist, seid ihr tot. Das hat Eat Sleap Play in ihrem Spiel besser gelöst und nur Lebenspunkte abgezogen. Seid ihr im Besitz der Flagge, erscheint ihr jedoch manchmal unbeschadet wieder, was noch recht willkürlich wirkt.

Die 15 Minuten-Matches spielen sich gegen die unfassbar gut zielende Künstliche Intelligenz sehr actionlastig, sobald ihr die Fahrphysik verstanden habt. Da ein Wendemanöver oder auch nur das Einschlagen in die Kurve sehr schwierig ist, ist die beste Methode in die Luft zu springen und zur Seite zu boosten. Sobald ihr den Dreh raus habt, legt ihr schon bald coole Manöver hin. Rammschaden gibt es übrigens anders als in Twisted Metal keinen. Wo das zur Einarbeitung in die Steuerung noch ein Vorteil ist, vermissen wir dem Gegner bei einem schönen Sprung gegen sein Heck Lebensenergie abzuziehen. Hier gibt es auch interessante Kniffe: Raketen sind besonders stark gegen den aufladbaren Schild (ganz wie in der Unreal-Reihe sind überall Energie- und Schild-Teile verstreut), Flammenwerfer durchdringen die dickste Panzerung und beschädigen direkt die kostbare Lebensenergie und mit einer Salve Schrot in der Windschutzscheibe segnet man ohne Panzerung direkt das Zeitliche.

Ist das Match vorüber, so gibt es für ein solches Game ungewöhnlich viele Statistiken. Ganz wie in aktuellen Shootern seht ihr sogar das Verhältnis von Abschüssen und eigenen Toden (die berühmte Kill/Death-Ratio). Im Mehrspielermodus motiviert eine globale Rangliste, die zum jetzigen Zeitpunkt noch genau wie die Server sehr leer ist und noch nicht richtig funktoniert. Im Menü lassen sich Extras (Konzeptzeichnungen) und Belohnungen (Abzeichen) freischalten. Letztere Herausforderungen reichen von simplen Aufgaben wie “meistere jede Fahrzeugklasse” bis hin zu echten Brocken alá “bringe 1.000 Gegner mit einem Rad in der Luft um.”

Paris ist eine schöne Abwechslung: Gutes Wetter und viele Pflanzen.

Recht interessant ist, dass es Modifikationen gibt. Diese ändern auf Wunsch die Spielregeln in allen drei verfügbaren Spielmodi. Während ihr euch unter klassischen Voraussetzungen mit allen Regeln der Kunst (also allen Waffen) bekriegt, könnt ihr jedem Spieler ein zufälliges Auto zuweisen lassen oder aber die Bewaffnung ganz auf die Gatling-Gun (mit Schrotmodus) begrenzen. Oder ihr stellt die Option direkt auf Zufall und seht dann im Match, unter welchen Bedingungen gespielt wird. Nette Sache, die einmal mehr an die Unreal Tournament-Serie mit den Mutatoren erinnert, hier gibt es aber zu wenig Variation. Etwas ausgefallenere Varianten bitte!

Apropos mögliche Erweiterungen: Im Menü ist klar zu sehen, dass der Entwickler weitere Ergänzungen im Bereich der Power-ups (bislang Energie, Schild und doppelte Munition) vorsieht. Es wird wohl nicht lange dauern bis die ersten (kostenpflichtigen?) Mappacks verfügbar sein werden.

Alles in allem macht Wheels of Destruction einen guten Eindruck und sobald die Server voller sind, steht dem günstig zu erstehenden Destruction Derby-Gefröhne nichts im Wege. Wer also lieber kleinere, dafür vertikal ausgerichtete Arenakämpfe bevorzugt und keinen Vollpreis für Twisted Metal ausgeben möchte, liegt mit Wheels of Destruction goldrichtig, hat aber ein vergleichsweise weniger prächtiges Spielerlebnis.

Wrecked: Revenge Revisited – Micro Machines-Revival

Wrecked (PS3/Xbox 360) ist zwar auch ein Car Combat-Spiel, hier liegt der Fokus aber eher auf dem Rennen fahren. Da die Kamera nicht zentral hinter dem Spieler positioniert ist, sondern stets alle über die Piste bügelnden Autos einfängt, erinnert das Spielprinzip eher an Micro Machines. Ganz wie im Klassiker, der übrigens vom gleichen Entwickler kam, gilt auch hier: Sobald euer Fahrzeug den Bildschirm verlässt – ihr also zurückfallt – habt ihr verloren. In jedem Match startet jeder der maximal vier Spieler mit drei Punkten. Gewinnt ihr, wird euch ein Punkt hinzugefügt und dem Gegner ein Punkt abgezogen. Sobald euer Online-Opponent keine Zähler mehr auf dem Konto habt (bei einem 1 gegen 1) oder ihr einen gewissen Vorsprung erreicht habt, tretet ihr als Sieger hervor und gewinnt 200 Erfahrungspunkte.

Der spirituelle Nachfolger zu Mashed kommt mit aus dem PS2-Racer bekannten Kursen daher. Es gibt sechs Strecken mit den Themengebieten Dschungel, Wüste und Eislandschaft. Die Rundkurse sind mit Höhenunterschieden und alternativen Routen ausgestattet. Es gibt zwar nette Details auf und abseits der Strecke wie ein ausgebranntes Flugzeug, insgesamt sieht die Grafik aber altbacken aus. Die Effekte sind wiederum hübsch. Es gibt natürlich Power-ups wie ein Maschinengewehr, der Flammenwerfer, ein Mörser, eine Plasmakonen und Minen. Nach dem Ableben könnt ihr den verbliebenen Autos auch noch Artilleriesalven in den Chrom schießen und so euern ärgsten Konkurrenten um den Gesamtsieg zurückwerfen.

Ihr könnt auch lokal mit bis zu vier Spielern an einer Konsole spielen. Oder aber ihr stellt euch den zahlreichen Herausforderungen, die in die Kategorien Waffen, Skill und Elite aufgeteilt sind. Während ihr in schnelle Rundenzeiten auf den Asphalt zaubern müsst, sind die Skill- und Elite-Challenges schon deutlich schwieriger. Dort müsst ihr zwar auch ordentlich aufs Gas treten, habt aber beispielsweise eine Bombe im Kofferraum, die bei Berührung von Hindernissen gezündet werden, oder ihr müsst Raketenbeschuss ausweichen. In diesen Missionen könnt ihr drei verschiedene Medaillen gewinnen und solltet das auch tunlichst machen, um neue Herausforderungen freizuschalten. Apropos Freischalten: Durch Erfahrungspunkte schaltet ihr nach und nach zwei neue Autos, neue Muster, Lackierungen und Lenkräder frei.

Für Einzelspielerherausforderungen und Online-Matches gibt es auch Ranglisten, die euch sofort zeigen, wie gut ihr im Vergleich zu euren Freunden abschneidet. Mit Stolz kann ich sagen, dass wir mit den Kollegen von PSNStores.com mithalten können, was aber mit Ranglistenergebnissen von über 400 auch nicht gerade löblich ist.

Supersonic hört übrigens auf die Fans. Wollt ihr eine PC-Version von Wrecked, dann schickt eine E-Mail mit dem Betreff ‘PC please!’ an wrecked@supersonic-software.com und die Entwickler werden sich das dann überlegen.

Zum PlayStation Network-Preis von 4,99 Euro ist Wrecked für Fans deftiger Action-Rennspielduelle auf jeden Fall einen Kauf wert. Im Xbox Live Marktplatz schlägt das Game mit 1.200 MS Points (also rund 10 Euro) zu Buche, was schon etwas teuer für den geringen Umfang ist, jedoch aufgrund des Spaßpotenzials noch gerechtfertigt ist.

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