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Im Test: Brothers – A Tale of Two Sons

Die Starbreeze Studios kehren zurück mit einem neuen Projekt, welches zeigt, dass der schwedische Entwickler mehr kann als actiongeladene Shooter zu produzieren.

In den letzten zehn Jahren zeichnete man sich bei Starbreeze durch die Veröffentlichung hochkarätiger Action-Titel, darunter The Darkness, The Chronicles of Riddick und Syndicate. Brothers: A Tale of Two Sons schlägt einen ganz anderen Weg ein.

Brothers: A Tale of Two Sons
Zwei Brüder, die einerseits vogelfrei sind, andererseits ein schweres Schicksal auferlegt bekommen haben.

Zwei Brüder, die bereits ihre Mutter verloren haben, machen sich nun auf ihren Vater zu retten. Die einzige Möglichkeit ist ihm vom Wasser des Baum des Lebens kosten zu lassen und der ist in alter Fantasy-Tradition nicht gerade in der Nachbarschaft. Fantasy? Auch hier betritt Starbreeze Neuland. Man geht weg von Sci-Fi und Cyberpunk hin zum Tolkien’schen Stil der Umgebung und Präsentation.

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Ihr streift durch düstere Minen, die von versklavten Riesen bevölkert werden, und befreit dort die holde Maid eines trübseeligen Gesellens, der euch fortan hilft. Später erkundet ihr die umliegenden Berge und treibt Schabernack mit den Schafen, wofür es keine Schelte gibt, sondern Freude und Trophäen. Gegen Ende hin gibt es gameplay-mäßig noch einige Überraschungen, die wir euch aber nicht verraten möchten.

Brothers: A Tale of Two Sons
Solche Panoramen bietet Brothers zuhauf. Eine schöne Reminiszenz an ICO.

Die größte Besonderheit an Brothers ist, dass ihr beide Brüder – den jüngeren rothaarigen und den älteren brünetten – gleichzeitig durch die Welt bewegt, jeweils mit dem linken und rechten Analog-Stick. Aktionen führt ihr dementsprechend über den rechten und linken Schulterbutton aus. Das mag zu Beginn etwas verwirrend sein, entfaltet aber interessante Interaktionen. Anfangs gibt es noch simple “Koop-Rätsel”, bei denen ihr euch gegenseitig an Klippen heraufzieht oder Schalter betätigt. Später wird’s mit reißerischen Kletter- und Seepassagen aber etwas aufregender und kniffliger.

Brothers: A Tale of Two Sons
Spießrutenlauf durchs Feld: Auf Heuballen und leisen Sohlen schleichen wir uns am Kläffer vorbei.

Erzählweise und Spieltempo dürften Freunden von Spielen aus den Hausen thatgamecompany (Journey, Flower), Team ICO (ICO, Shadow of the Colossus) oder Papo & Yo durchaus gefallen. Die Charaktere reagieren meist mithilfe von Gestik aufeinander, die Sprache ist der Fantasie der Entwickler entsprungen.

Obwohl es faktisch keine sprachlichen Ausführungen der Handlung gibt, ist jede Menge Story in Brothers enthalten. Jeder NPC, den ihr trefft, hat eigene Motivationen und ihr haltet einen kleinen Einblick in dessen Leben. Auch die imposanten Landschaften erzählen ihre eigenen Geschichten. Beispielsweise bahnen sich die beiden den Weg durch ein von Körperteilen überzogenenes Gebirge, das einst als Schlachtfeld von Armeen an Riesen diente. Es ist also nicht alles eitel Sonnenschein im Spiel, sogar Albträume plagen die beiden Jungen und das ein oder andere Mal werden sie auch auf die falsche Fährte gelockt.

Brothers: A Tale of Two Sons
Dieser Riese hilft den Brüdern auf ihren Abenteuern, aber erst nachdem sie etwas für ihn getan haben.

Der Anspruch von Brothers an den Spieler ist nicht gerade hoch. Erfahrene Zocker werden ohne große Probleme das Spiel innerhalb von 3 bis vier Stunden abschließen können. Doch gerade das macht das Spiel zu etwas für Jedermann und das ist es wohl, was Starbreeze erreichen wollte. Von technischer Seite her glänzt das Spiel mit detaillierten und lebendigen Landschaften, einer enormen Weitsicht und imposantem Sounddesign. Der Soundtrack hält sich meist bedeckt, dreht aber an wichtigen Stellen auf und kommt der jeweiligen Stimmung zugute.

Fazit

Brothers: A Tale of Two Sons erzählt ein imposantes Fantasy-Abenteuer zweier Gebrüder, die gemeinsam durch dick und dünn gehen und zeigt gleichermaßen fröhliche Szenen von Glückseligkeit, doch auch schonungslos grauenhafte Episoden. Aus spielerischer Hinsicht bekommt man einiges mehr geboten als etwa in Papo & Yo, ein Action-Spiel ist Brothers aber ganz und gar nicht.

Viel mehr baut man eine Beziehung zu den Charakteren auf, dem quirligen rothaarigen Burschen und dem erfahrenen gesetzteren großen Bruder, und muss am Ende schon das ein oder andere Mal kräftig schlucken. Auch beim Design der Nebencharaktere hat sich Starbreeze Mühe gegeben und bietet mehr als das übliche Fantasy-Einerlei. Wer Der Herr der Ringe mag, hat in der Welt von Brothers mit Sicherheit viel Spaß.

Brothers ist mit seiner eher ruhigen Art und dem ungewöhnlichen Konzept als Koop-Einzelspielerspiel sicherlich nicht etwas für jeden. Doch das was Starbreeze mit dem Projekt erreichen wollte – ein abwechslungsreiches Abenteuer an imposanten Schauplätzen mit Gänsehaut-Momenten zu gestalten – ist ihnen vollends gelungen. Bei einem erneuten Sprung in die prächtige namenlose Welt wünschen wir uns etwas mehr Spielzeit.

Brothers: A Tale of Two SonsBrothers: A Tale of Two Sons
Genre: Action-Adventure
System: PS3, Xbox 360, PC
Getestet auf: PS3
Preis: ca. 15 Euro (PSN/XBLA/Steam)
Entwickler: Starbreeze Studios (Chronicles of Riddick, Enclave)
Publisher: 505 Games

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