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Test

Im Test: Shelter

Der Dachs hat kein leichtes Leben: Tags ist er müde, er bewegt sich nur ungern und bei der Nahrung ist er wenig wählerisch. Shelter offenbart dann doch ein paar Unterschiede des Raubtiers zum Games-Redakteur.

Spiele mit Tieren als Protagonisten (unvermenschlicht, nicht wie etwa in Animal Crossing oder Beyond Good & Evil) gibt es nicht gerade viele. Sonys Dog’s Life Hundesim für die PS2 kommt uns als erstes in Erinnerung, Tokyo Jungle ist ein eher aktuelleres Beispiel, richtige Simulationen von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung sind aber zumeist Jagdspiele.

    Shelter

In Shelter vom schwedischen Indie-Studio Might and Delight seid ihr Dachs-Vater von fünf Zöglingen. Euer Abenteuer beginnt im rudimentär ausgestatteten Dachsbau, es gilt erstmal den jüngsten mit Futter zu versorgen. Draußen angekommen befinden wir uns in einem bunten Laubwald wie er auch in Deutschland zuhauf wiederzufinden ist. Die erste Frucht ist schnell gefunden, für sich allein behalten darf der Dachspapa aber nichts. Hat man das Futter in seinem Maul zur Fütterung parat, stellt sich die Rasselbande auch direkt auf, glücklicherweise auch immer in gleiche Formation, sodass man (als Vorbildsvater) die Nahrung gerecht aufteilen kann. Jedes Junge hat übrigens unterschiedliche farbliche Muster auf ihrem Fell, wodurch ihr sie unterscheiden könnt.

Shelter ist in erster Linie ein Erkundungsspiel und dementsprechend wenig passiert zu Beginn. Doch schon bald bricht die Nacht herein und erste Gefahren gilt es zu trotzen. In der Dunkelheit ist es wichtig, durch Rufen die Jungen immer beisamen zu halten. In unserem Durchgang (siehe Video unten) schreckten die kleinen Racker aber plötzlich auf und liefen in alle Himmelsrichtungen. Hilflos waren wir auch, als bei der Flussüberquerung eine kräftige Welle unser zweites Junges wegspülte. Unsere amateurhaften Versuche zeigen, dass man wirklich vorsichtig agieren muss.

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Später gilt es dann auch lebendige Nahrung zu fangen, denn die Jungen wachsen heran und ihr Nahrungsbedarf steigt. Auf der Jagd nach Mäusen und Füchsen nutzen wir das hohe Schilf, um uns heranzupirschen, um mit einem simplen Mausklick die ahnungslose Beute zu erwischen. Doch bald wird der Jäger zum Gejagten und fiese Geier machen die Jagd auf eure Dachsfamilie, später kommt sogar noch ein flächendeckender Waldbrand hinzu. Hier muss nicht nur flink, sondern auch bedacht vorgegangen werden und die begehbaren Areale werden etwas größer, erlauben mehr Raum zum Experimentieren.Shelter

Nach einer Stunde ist die Reise aber dann schon vorbei. Das Ende offenbart jedoch, dass ein Nachfolger nicht unwahrscheinlich ist. Die Bedienung ist sehr simpel gestaltet: Ihr steuert mit WASD und agiert mit der linken Maustaste, das war’s auch schon. Obwohl die Wegfindung der Dachslinge sehr gut gelungen ist, ist es uns doch passiert, dass ein Jungtier ohne unser Zutun einen Abhang heruntergefallen ist.

Grafisch setzen die Entwickler auf ein farbenfrohes, stimmiges Waldbild und nicht auf Fotorealismus. Spontan werden wir an das jüngst erschienene Proteus (XT Mood Play-Video unten) erinnert, was uns ebenfalls einen Wald in seinen verschiedenen Jahreszeiten erkunden lässt. Die Musik unterstreicht die entspannte Atmosphäre mit harmonischen Gitarrenklängen.

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Shelter durchgespielt:

Proteus durchgespielt

Fazit

Städter und auf dem Land aufgewachsene, die den heimischen Wald vermissen, bekommen mit Shelter einen hübschen kurzen Ausflug in das Leben eines Dachses geboten, der spielerisch nicht sehr tief geht, aber doch eine gewisse Faszination durch den Aufbau einer Verbindung zu seinen Zöglingen entfaltet, die man dann auch gegen jedwede Gefahren verteidigen und um keinen Preis hergeben möchte. Die Spielzeit ist in dem Sinne in Ordnung, als dass es keine Längen gibt.

Zum Preis von knapp 9 Euro muss dann jeder selbst entscheiden, ob er nicht doch lieber das Zugticket in ‘s Grüne kauft oder Shelter spielt. Toll: Auf der Website des Entwicklers gibt’s Pid (das Erstlingswerk von Might and Delight) und Shelter für zusammen 15 US-Dollar (ca. 11 Euro), DRM-frei für PC und Mac und mit Steam-Codes.

ShelterShelter
Genre: Action-Adventure
System: PC
Preis: ca. 9 Euro (Entwickler/Steam)
Entwickler: Might and Delight (Pid)
Publisher: Might and Delight

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