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Test

Im Test: Landwirtschafts-Simulator 22

Jahreszeiten, Produktionsketten und Feldfrüchte – der LS 22 verfügt über viele Neuerungen. Wir prüfen, ob Einsteiger und Profis daran gefallen finden.

Herzlich willkommen in der großen Welt der Landwirtschaft. Heute betreten wir den Landwirtschaft-Simulator 22 und zeigen euch auf, was der neue Sprössling von GIANTS Software kann und was nicht.

Eine Auswahl an Maschinen
Eine Auswahl an Maschinen

Das erste was alten Hasen auffällt, ist dass im LS 22 nun von Beginn an Jahreszeiten mit an Bord des Softwarepaketes sind. Diese können je nach Einstellung Einfluss auf das Gameplay haben oder doch nur optischer Natur sein. So haben die Aussäh- und Erntezeiten durchaus ihre logische Berechtigung. Zudem kommen neue Früchte auf die Felder und damit auch neue Maschinen, damit diese auch bearbeitet werden können. Daher gibt es ab jetzt leckere Trauben und Oliven.

Bei Spielbeginn haben wir die Auswahl aus drei Schwierigkeitsgraden sowie drei Karten. Wir können uns zwischen einer Farm in den USA namens “Elm Creek”, im alpinen Land der Ortschaft “Erlengrad” und dem französischen Ort “Haut-Beyleron” entscheiden.

Auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad gibt es ein wirklich kleines “Mini-Tutorial”. Dieses Tutorial wird dem Spiel leider nicht mehr gerecht. Der LS ist mittlerweile sehr umfangreich in Funktionen und Möglichkeiten geworden, sodass Anfänger die mit den LS 22 in die Landwirtschaft einsteigen sehr überfordert sein werden. Glücklicherweise findet ihr in der freundlichen LS-Community schnelle und umfangreiche Hilfe. Die Einstiegshürde ist mit der quasi Pflicht, sich Hilfe im Netz zu suchen, hoch angesetzt.

Dass wir hier natürlich aus eine Vielzahl von Steueroptionen wählen können, müssen wir wohl nicht mehr sonderlich erwähnen oder? Aber sollte der Fall eintreten, dass ihr nach den Steuerungsmöglichkeiten des LS gefragt werdet, könnt ihr mit “Ja!” antworten. So stehen natürlich neben Maus und Tastatur auch Gamepad, und Lenkrad zur Verfügung.

Die Grafik wirkt auch wieder etwas schicker. Vor allem wenn man den 22er mit den Vorgängerteilen vergleicht, sieht man hier eine kontinuierliche Entwicklung.

Als alter Hase findet man in diesen neuen Spross recht flott hinein und hat auch gut seine Freude auf dem Felde. Auch die neuen Früchte auf dem Feld und in den Gewächshäusern machen Spaß. Wobei die Gewächshäuser gefühlt für den minimalen Aufwand, den sie haben, Gelddruckmaschinen sind. Für Anfänger, denen der Einstieg wie erwähnt nicht gerade leicht fällt und die noch viel experimentieren und dabei Geld in den Sand setzen, ist es aber eine gute Möglichkeit in das Spiel zu finden.

Für die alten Hasen im LS hat ein weiteres schönes und vor allem komplexes Spielelement seinen Weg in den Simulator gefunden: die Produktionsketten. Diese können optimal genutzt werden, um später nicht einfach nur das Weizen zu verkaufen, sondern selbst daraus Mehl zu mahlen und später daraus in einer Bäckerei Gebäck herzustellen. Das klappt in der Käserei, in der man dann aus Milch Käse herstellen kann, genauso gut. Man kann die Produktion als optionales Lategame betrachten oder komplett außenvorlassen. Die große Stärke der LS-Titel, die Entscheidungsfreiheit über seine Aktionen zu haben, wird dadurch noch weiterausgebaut.

Wer legt da Steine in unseren Weg?
Wer legt da Steine in unseren Weg?

Kommen wir mal zu der Plus-minus-Abhandlung, die uns beim Spielen aufgefallen ist.

Der Einstieg wird dank drei auswählbarer Schwierigkeitsgrade erleichtert und die vielen Einstellungen wie z. B. Fruchtzerstörung oder nur kosmetischer Jahreszeiten sind fein justierbar. Das Mini-Tutorial erklärt leider nur sehr wenig. Die Controller-Belegung ist überladen und die Menüführung sowie Kartenbedienung wurden umständlich gelöst. Der LS 22 bietet eine riesige Palette an Agrarprodukten, Viehzucht und Holzwirtschaft, hunderte Fahrzeuge plus Gerätschaften, die für viel Abwechslung auf den Feldern sorgen. Die Jahreszeiten sind funktional, können aber auf Wunsch auch auf Dekor geschaltet werden. Das Baumenü für den Hof ist äußerst komplex und leistungsstark. Arbeitshelfer sind einstellbar und eine schöne offene Schnittstelle für Modfähigkeit ist enthalten.

Die Physik ist teilweise leider doch etwas seltsam. So können kleine Kollisionen zu merkwürdigen Unfällen führen. Die Helfer buggen gerne herum und bleiben dabei auf dem Feld bei der Arbeit stecken. Die Fahrzeuge sind sehr detailreich und haben recht schöne Texturen. Auch die Animationen der Fahrzeuge sind gut gelungen und in der Third-Person-Ansicht sieht man die Spielfigur animiert. Leider sind hier und da recht altbackene weniger schöne Texturen im Spiel und in der Ego-Ansicht fehlt der eigene Körper.

Eine Vielzahl von Radiostationen bieten unterschiedliche Musikrichtungen plus echte Musikstreamingdienste. Im Fahrzeug-Cockpit sind die Fahrzeuggeräusche gedämpft. Die Maschinengeräusche wirken sehr realistisch. Ab und an wirken die Ambiente-Sounds recht dünn. Der Multiplayer-Modus unterstützt auch Modifikationen und ist beizeiten recht instabil und führt zu Spielabbrüchen.

Spielbar ist der LS 22 auf den PC sowie Mac, der PlayStation 4 und 5, der Xbox One und Series X|S und Google Stadia. Als Testmuster stand uns die PC-Version zur Verfügung. Der Preis liegt je nach System zwischen 39,99 und 49,99 Euro. Der LS 22 kann plattformübergreifend via Crossplay gespielt werden.

Nicht ohne meinen Claas
Nicht ohne meinen Claas

Was bleibt unter dem Strich? Wir hatten im LS 22 echt viel Spaß. Gerade im Multiplayer mit einer handvoll Freunden sind lustige Runden buchstäblich vorprogammiert. Die Funktion der neuen Jahreszeiten und Früchte wurden gut ins Spiel implementiert. Auch nach einigen Tagen macht der Titel durchaus Laune. Für Anfänger hingegen kann der Einstieg solo recht schwierig werden. Neulinge sollten sich daher jemanden zur Hand nehmen, der ihnen das eine oder andere erklärt oder die typischen Quellen im Internet ansteuern. Ein erweitertes Tutorial mit kleinen “Missionen” hätte hier für Abhilfe sorgen können. Auch wenn es für die alten Hasen schön ist, dass der LS immer komplexer und umfangreicher wird, wird der Einstieg in die Materie für Anfänger immer schwieriger. Das beobachten wir oft bei Spielen, die über all die Jahre gut wachsen und gedeihen. Ein gutes Beispiel dafür ist Stellaris. Aber alles in allem macht der LS einen echt guten Job und wir gehen davon aus, dass auch dieser Teil über die kommende Zeit hinweg von GIANTS Software und der Community gut gepflegt wird.

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