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Im Test: The Sexy Brutale – Full House Edition

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Wir gingen ohne große Erwartungen in The Sexy Brutale, schließlich verrät der Titel nicht gerade viel und das Studio ist nicht eines der Bekanntesten. Als der Abspann lief wurde uns klar, eines der kreativsten Videospiele des Jahres gezockt zu haben.

Wir verbringen The Sexy Brutale im titelgebenden Herrenhaus, das in ein Casino umfunktioniert wurde und von dem exzentrischen Marquis Lucas Bondes geführt wird. Die Gäste des Anwesens sind in einer 12-stündigen Zeitschleife gefangen, die sie immer wieder sterben lässt. Der örtliche Priester Lafcadio Boone erwacht inmitten des bunten Treibens und erlangt mit der Hilfe des mysteriösen ‚Bloody Girls‘ die Fähigkeit, die Opfer von ihrem vorbestimmten Schicksal zu befreien.

Der spielerische Aspekt dreht sich darum, die zu rettenden Gäste zu beobachten und auf die Belegschaft Acht zu geben. Ihr könnt die Ereignisse im Voraus erahnen und daran arbeiten, sie aus der Zeitschleife zu befreien, indem ihr den Aktivitäten folgt und den Dialogen lauscht. Die Angestellten und Gäste folgen in jeder Runde dem gleichen Muster, sofern der Spieler nicht eingreift. Das hat zur Folge, dass ihr selbst nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen irgendwann doch die Infos findet, um die Gäste im nächsten Anlauf zu retten.

Das Sammeln von Informationen gestaltet sich reichlich einfach. Zu Beginn hat Boone lediglich die Fähigkeit durch Schlüssellöcher zu lugen und sich in Schränken zu verstecken, um Kontakt mit den Gästen zu vermeiden. Werdet ihr von einem anderen Gast oder der Crew entdeckt, attackieren euch deren Masken. Dadurch werdet ihr gezwungen, den aktuellen Raum zu verlassen. So soll es sich schwieriger gestalten, dass ihr den Gästen hinterherläuft. Allerdings ist es keine Raketenwissenschaft den Figuren auszuweichen.

Spioniert ihr klammheimlich den Besuchern nach, erhaltet ihr wichtige Infos wie Kombinationen von Sicherheitsschlössern oder den Zugang zu versteckten Räumen. Durch die abwechslungsreich gestalteten Gäste ist es unterhaltsam neue Dialoge und Interaktionsmöglichkeiten freizuschalten. Es liegt in der Natur der Spielidee der kurzen Zeitschleife, dass ihr die Gäste nicht ausladend kennen lernt. Sammelobjekte helfen dabei, die Motivationen der einzelnen Bewohner besser zu verstehen.

Da ihr mit niemandem in der Villa auf direktem Wege interagieren könnt, rettet ihr die Gäste durch Manipulation an der Umgebung. Da einzelne Personen sich in bestimmten Gebieten aufhalten, hält sich die Anzahl an Zimmern, die ihr abdecken müsst, in Grenzen. Da das Spiel nicht gerade viele Tipps einstreut, ist dieser Umstand recht hilfreich.

Sobald ihr einen Gast gerettet habt, lernt Boone eine neue Fertigkeit. So werden weitere Teile des Herrenhauses zugänglich und ihr könnt euch auf machen, weitere Figuren zu retten. Das klingt ganz nach Metroidvania und nach diesem Gusto – neue Kräfte eröffnen neue Wege – funktioniert The Sexy Brutale. Die späteren Areale verlangen dem Spieler ab, seine ganze Bandbreite an Talenten zu nutzen, doch die Lösung der Probleme ist dabei nicht unnötig kompliziert gestaltet. Da die Wiederholungen kurz gehalten sind, ist es nicht sonderlich nervig oder repetitiv, die Aufgaben mehrfach anzugehen.

Das Erkunden des Herrenhauses macht Spaß. Der Casino-Eingang stellt direkt einen Höhepunkt dar. Jede Räumlichkeit hat sein eigenes thematisches Antlitz. Die Darstellung ist nicht übermäßig detailliert, der gewählte Stil für Umgebungen und Charaktere ist dennoch auch aus der Entfernung leicht erkennbar. Das ist auch gut so, schließlich ist die Kamera für gewöhnlich weit herausgezoomt, um den Raum im Ganzen zu zeigen.

Zwar sieht das Spiel auch im Standbild gut aus, so beginnen die technischen Probleme, sobald ihr euch bewegt. In den meisten Zimmern gibt es keinerlei Probleme, doch die mit vielen Objekten ausgekleideten Säle sind es, in denen die Bildwiederholungsrate merklich einstürzt. Das gleiche passiert, wenn ihr die Örtlichkeit wechselt. Meist hängt das Spiel nur kurz, doch ab und an bleibt Boone für mehrere Sekunden still stehen, bevor er das nächste Zimmer betritt.

Dem Soundtrack von The Sexy Brutale gebührt eine gesonderte Nennung. Es ist eine wahre Freude, jedem der Lieder zu lauschen. Die Musik fügt dem Spiel mehr Charakter und Charme hinzu und fördert dessen Atmosphäre, da die Ereignisse in und um der Villa musikalisch unterstützt werden. Als netten Bonus ist der komplette Soundtrack in der Full House Edition enthalten.

The Sexy Brutale ist das perfekte Beispiel dafür, wie man eine interessanne Prämisse zu einem guten Endprodukt verwandelt. Aktuell ist es so, dass viele Spiele zwar originelle Ideen beinhalten, diese aber nicht in einem unterhaltsamen Spiel umgesetzt werden können. The Sexy Brutale bleibt für den Großteil der (zugegebenermaßen kurzen) Spielzeit interessant. Es bleibt zu hoffen, dass Spieleentwickler in künftigen Projekten aus Cavalier Game Studios Erfolgsgeschichte lernen.

Packshot of The Sexy Brutale

Spieletitel: The Sexy Brutale

Genre: Adventure

Veröffentlichungsdatum: 11.04.2017

Plattformen: PC, PlayStation 4, and Xbox One

Entwickler: Cavalier Game Studios

Publisher: Tequila Works


We took the screenshots using the PS4 version. This game was provided by the publisher for review purposes, check our review policy for details.

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  • Exxoz Zockt

    Einer der Titel der in der nacher engeren Auswahl stand für ein LP Projekt. Rime hat aber dann das Rennen gemacht.

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