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Download DonnerstagWeekly Special

Download Donnerstag: Dynamite Jack

Als Space Marine hat man es nicht einfach. Ist man in der glücklichen Lage, nicht wie Hunderttausende andere für den Mutterplaneten in’s Gras oder eine andere Vegetation zu beißen, sondern gefangen genommen zu werden, verbringt man den Rest seines Lebens im tiefsten Untergrund und schuftet sich in Minen kaputt. Doch nicht unser Held! Was unserem tapferen Mann alles bei seiner Flucht passiert, verraten wir in der neuen Ausgabe des Download Donnerstags.

Dynamite Jack ist das neue Projekt von Phil Hassey, der u. a. für den populäre iOS-Klassiker Galcon und dessen Abwandlungen verantwortlich ist. Das neue Spiel wurde zwar im nachhinein auch für iOS-Geräte veröffentlicht, hat seinen Ursprung aber am PC und Mac (SteamPlay sei Dank). Das Grundkonzept ist einfach: In den 28 Level, von denen wir etwa zwei Drittel gespielt haben, müsst ihr stehts das Freiheit symbolisierende Licht erreichen. In den verwinkelten Höhlensystemen trefft ihr aber auf mächtig Widerstand, darunter patroullierende Wachsoldaten, Affenstämme und übermenschliche Geschöpfe, die euch bei Sichtkontakt vaporisieren. Außerdem säumen Laserschranken und durch Schlüsselkarten gesicherte Türen euren Weg an die Oberfläche.

Patroullierende Wachposten, drehende und statische Laserstrahlen – die Flucht gestaltet sich zunehmend schwieriger.

Das Indie-Spiel wird gern als Mischung aus Metal Gear Solid und Bomberman bezeichnet und das nicht ohne Grund. Ihr steuert euren Marine aus der Von-Oben-Perspektive in “glorreichem 2D” (so der Entwickler) und müsst dabei stets im Verborgenen operieren. So gilt es den Patrouillen auszuweichen und mit euren Bomben nicht all zu viel Lärm zu erzeugen. Bomben? Ja, natürlich. Neben einer Taschenlampe verfügt der Held auch über einen Bombengürtel mit unendlichem Bestand an fernzündbarem Sprengstoff. Doch ganz so einfach, wie es sich nun anhört, gestaltet sich das Unterfangen nicht. Erwischt euch ein Posten in seinem Sichtkegel (ähnlich wie in der MGS-Karte mit Lichtkegeln dargestellt), ist es aus mit euch und ihr werdet gnadenlos niedergeschossen. Zündet ihr eine Bombe zu nah an einer Wache (aber zu weit weg, um diese auszuknipsen), so wird diese auf den Knall aufmerksam und eilt in die Richtung, aus der der Krach kommt. Die KI ist aber nicht soweit ausgeprägt, dass sie die komplette Gegend durchsucht und kehrt recht schnell wieder zur Normalität zurück. Das macht aber nicht viel, sonst wäre das Spiel auch frustrierend schwer.

Haaaa(l)lo, Master… Marine.
Tempo, tempo! Gleich dreht sich die Wache um und erwischt uns mit dem Sichtkegel des Todes.

 

Die knackige Mischung aus Rätselelementen wie das Suchen von Keycards und Ausschalten von rot und blau glühenden Energieleitern hält euch genug auf Trab. Apropos: In den Höhlen trefft ihr auch auf Affen. Diese können eure Anwesenheit selbst durch dickstes Mauerwerk hindurch spüren und folgen euch bei Kontakt auf Schritt und Tritt, bis sie euch die Augen auskratzen. Der Trick: Die Tiere sind lichtempfindlich. Versteckt ihr euch also im Hellen – was eine nette Abwechslung ist – oder benutzt eure Taschenlampe, weichen sie für einen Moment zurück. In den engen Levels entbrennen dadurch spannende Hetzjagden, vor allem, wenn ihr nicht bewaffnet seid. Je weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto schlechter seid ihr ausgestattet und müsst euer Equipment erst einmal suchen. Ebenfalls nervenaufreibend wird es, wenn ihr euch in einer riesigen Halle befindet und ihr eure einzigen Deckungsmöglichkeiten sprengen müsst, weil erst dann der Ausgang zugänglich wird.

Da laust uns doch der Affe: Da wir über keine Taschenlampe verfügen und umzingelt sind, bleibt nur der heldenhafte Tod.
Hier gilt es in den bewachten Räumen nach und nach alle Schlüsselkarten zu ergattern, um in die nächste Etage aufzusteigen.

Zum Ausschalten der Gegner benutzt ihr ebenfalls eure Bomben. Dadurch, dass es sich hierbei um statische Waffen handelt, müsst ihr euer Vorgehen planen und könnt bei geschicktem Vorgehen ganze Gruppen auf einen Streich ausschalten oder die Explosionen als Köder verwenden. Ab und an müsst ihr auch die Levelarchitektur “anpassen” (sprich: sprengen), um in andere Bereiche zu gelangen. Auch sammelbare Gegenstände, die Hintergrundmaterial wie Artworks freischalten, sind in den Level als elektronische Steckmodule versteilt. Eure benötigte Zeit wird ebenfalls gemessen und gespeichert und ihr könnt euch dadurch mit euren Freunden messen. Wer das zugegebenermaßen nicht übermäßig umfangreiche Spiel (wir haben in 100 Minuten schon sehr viel geschafft) abgeschlossen hat, kann sich daran machen, eigene Karten zu erstellen und diese dann mit anderen Spielern zu teilen.

Die übersichtliche Levelabrechnung erlaubt uns sogar die Wiederholung anzusehen (aber nicht zu sichern).

Grafisch ist das Spiel kein Überflieger und kann es bei seinem simplistischem Konzept und der geringen Dateigröße des Spiels von 100 Megabyte auch gar nicht sein. Die bunte Ausleuchtung und die zurückhaltende Musik schaffen aber eine mysteriöse Stimmung, die euch in den Schleichpassagen direkt in die Haut des entmachteten Marines versetzen. Da die Spielbarkeit hier klar im Vordergrund steht, können wir mit der minimalen Darstellungsweise leben. Die Steuerung funktioniert sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit dem Xbox 360-Controller einwandfrei.

In dieser Mine sehen wir nur dank den Explosionen der Bomben, wo wir uns eigentlich befinden. Die Kristalle ziehen netterweise ein paar Sekunden vom Zeitkonto ab.

Dynamite Jack ist ein gut gemachtes Stealth-Actionspiel, das mit seinem simplen 2D-Look und kurzen Level immer mal wieder Spaß macht. Hat man das Gegnerverhalten einmal durchschaut, gestaltet sich das Abenteuer zwar nicht mehr ganz so anspruchsvoll, das komplette Spiel ohne zu sterben durchzuspielen und alle durch Steckmodule freigeschaltete Bonusareale in geringer Zeit zu absolvieren stellt euch jedoch eine echte Herausforderung. Ein vergleichbares Spiel haben wir noch nicht gesehen, es sei denn man nehme das in Platformer-Manier gestaltete Schleichspiel Stealth Bastard. Während die Kampagne abwechslungsreiches Leveldesign bietet, ist sie doch recht bald vorbei. Wer aber User-generierte Level herunterlädt oder gleich selbst baut, der dürfte noch etwas mehr seinen Spaß haben und die 5 Euro gut investiert haben und der Space Marine kann bald wieder sein normales Leben auf dem Schlachtfeld fortsetzen.

In diesem Fall ist die Flucht ein Kinderspiel.

Steckmodule sind sammelbare Gegenstände, die gut versteckt oder bewacht sind.

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