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Test

Im Test: Sleeping Dogs

Schlafende Hunde sollte man besser nicht wecken. Das besagt zumindest ein altes Sprichwort. Wir scheren uns nicht darum und werfen einen ausführlichen Blick auf Sleeping Dogs, Square Enix’ neues Open World-Copdrama.

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Inhalt
Seite 1 – Story, Missionsdesign & Kampfsystem
Seite 2 – Gameplay, Hongkong, Technik & Fazit

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In Sleeping Dogs übernehmt ihr die Rolle von Undercover-Agent Wei Shen, der eine der mächtigsten Verbrecherorganisationen Hongkongs, die Triade Sun On Yee, ausschalten soll. Um das zu erreichen, muss er sich wie in vielen anderen Genrevertretern vom Laufburschen zu einem mächtigen Posten innerhalb der von der echten Sun Yee On inspirierten Gruppierung hocharbeiten. Doch ungewöhnlicherweise beginnt die Reise an einem für einen Cop unrühmlichen Ort, hinter schwedischen Gardinen. Dort trefft ihr auf euren alten Spießgesellen Jackie Ma. Der ist hellauf erfreut seinen alten Kumpel Wei, der die vergangenen Jahre in San Francisco verbrachte, wiederzusehen. Jackie ist euer Ticket in die Gefilde der Sun On Yee vordringen zu können und so nimmt alles seinen Lauf.

Wei Shen muss sich nicht nur mit den Triaden, sondern auch vorgesetzten Polizisten herumschlagen.
Vertraut uns: Dieser alten Dame wollt ihr nicht krum kommen.

Die Story

Die Story ist von klassischen Filmen und Spielen über das organisierte Verbrechen inspiriert und ist voller kruder Charaktere, überraschender Wendungen und jeder Menge Gewalt. Die Darstellung der Triaden ist weniger auf Coolness, mehr auf Ernsthaftigkeit getrimmt, was uns spontan an die beiden Election-Filme erinnert, in der ebenfalls die internen Machtkämpfe einer mächtigen Triade in Hongkong im Mittelpunkt steht. Selbst der ein oder andere Charaktername in Sleeping Dogs scheint davon entliehen zu sein.

Lucy Liu spielt mal wieder einen wahren Engel.

Die Haupthandlung wird in toll vertonten Zwischensequenzen erzählt, bei denen sich namhafte Filmgrößen wie Emma Stone, Tom Wilkinson und Lucy Liu sowie eine Vielzahl asiatischer Darsteller mit Nebenrollen in Rush Hour, The Dark Knight und Blade Runner gegenseitig die Klinke in die Hand geben und allesamt ihre Arbeit tadellos verrichten. Die Sprachausgabe ist größtenteils in Englisch gehalten, allerdings werden immer wieder Phrasen in Mandarin eingestreut. Das trägt zur Atmosphäre bei und da die Dialoge sowieso Deutsch untertitelt sind, stehen wir dem positiv gegenüber.

Bewährtes Missionsdesign

Beim Hacking-Minispiel beginnt ihr am besten immer mit 0123 und hangelt euch dann hoch.

Ihr könnt Hongkong frei zu Fuß und per pedes erkunden. Die Missionen gestalten sich ähnlich wie im Open World-Konkurrenten Grand Theft Auto IV. Es gilt auf dem belebten Marktplatz Schutzgeld zu erpressen, indem man das nützliche Kampfsystem, auf das wir später nochmal zu sprechen kommen, zur Abschreckung einsetzt oder typische “Erledige alle Gegner”-Aufträge. Wei mimt ab und an auch Agent 47 und verkleidet sich als Cop (ja, soweit ist es mit ihm schon gekommen) oder als Arzt. Das Missionsdesign gewinnt dadurch keinen Innovationspreis, gepaart mit dem Open World-Teil und Nebenmissionen sowie dem Erfahrungspunktesystem und den Storyepisoden um Loyalität, Ehre, Verrat und Rache machen sie dem geneigten Action-Gamer doch Laune.

Cool Runnings: In einem Free Running-Parcours müsst ihr unter Zeitdruck das Ziel erreichen.

Das liegt daran, dass die einzelnen Gameplaymechanismen von Sleeping Dogs fabelhaft ineinandergreifen und gut ausgearbeitet sind. Haben wir uns gerade noch in das Loft eines Ganoven geschlichen, um ihn auf frischer Tat mit einer bekannten Schauspielerin (passenderweise synchronisiert von Charlie’s Angel Lucy Liu), müssen wir diverse Überwachungssysteme in der Wohnung anbringen. Das Anbringen von Wanzen geschieht beispielsweise durch die korrekte Ausrichtung der Analog-Sticks, um die Frequenzen zu synchronisieren, ähnlich wie beim Abhörgadget in Batman: Arkham City. Wie der Zufall so will stehen die beiden Zielpersonen früher als geplant auf der Matte, es schaltet sich ein Zeitlimit ein und ihr müsst so leise wie nur möglich agieren. Anschließend gibt es eine Verfolgungsjagd, die sich dank dem intuitiven Free Running-System sehr flüssig spielt. An Mirror’s Edge kommt das Gefühl nicht heran, aber wenn ihr einen Sprung verpasst, geht euch einiges an Schwung verloren. Merkwürdig: Bei manchen Verfolgungsjagden warten (!) unsere Ziele auf uns, bei anderen ziehen sie uns hoffnungslos davon.

Everybody is Kung Fu fighting

Ebenfalls beliebt sind Keilereien, die in Schießereien ummünzen und in einer ordentlichen Auto- bzw. Bootverfolgungsjagd gipfeln. Das Kampfsystem von Sleeping Dogs ist etwas, dass es von Konkurrenten wie Saint’s Row, GTA oder dem ähnlich Story-fokussierten Mafia abhebt. Wei kann Tritte verteilen, sich auf andere Gangster stürzen, unterschiedliche Kombos verteilen und sie auch in die nächste Telefonzelle dreschen. Natürlich muss auch hier wieder der Vergleich zu Rocksteadys Batman-Spielen fallen, wo ein ähnliches System zum Tragen kommt. Während ihr mit dem Schwarzen Rächer akrobatisch einen Gauner nach dem nächsten killt, pardon betäubt, ist das mit Wei deutlich kniffliger. Klar, Wei ist kein Superheld und daher etwas behäbiger.

Hier erlernen wir gerade den mächtigsten Nahkampfangriff im Spiel.

In Sleeping Dogs könnt ihr nicht einfach blind auf den Y-Knopf zum Kontern hämmern und darauf hoffen, dass alles gut geht. Den richtigen Moment zur Gegenattacke zu erwischen, ist essentiell, Sonst bleibt Wei nämlich kurz regungslos stehen, was zugegebenermaßen etwas doof gelöst ist, und muss eine gehörige Tracht Prügel ertragen. Das bietet vielen unserer Kollegen ein Einlass, um auf das Nahkampfsystem einzutreten und es als Enttäuschung niederzumachen. Wir finden das ganz und gar nicht, auch wenn ein paar mehr Gegnertypen außer nicht greifbaren Fettwansten und Messerschwingern sicherlich nicht geschadet hätten.

In der Endabrechnung seht ihr pro Mission, wie rabiat ihr zu Werke gegangen seid.

Toll daran: Durch das Erfüllen von Hauptaufträgen und den optionalen Polizei-Jobs erhaltet ihr Erfahrungspunkte, einmal für eure Arbeit als Triadenmitglied und als Gesetzeshüter. Dort schaltet ihr unter anderem auch neue Attacken frei, die ihr im lokalen Fight Club einsetzen und euch bis zur letzten Welle vorkämpfen könnt. Noch bessere Angriffe schaltet ihr durch das Sammeln von Tierskulpturen frei. Diese liefert ihr im Dojo ab und erlernt alsbald neue Griffe, Konterattacken und Trittfolgen. Außerdem erfahrt ihr durch die kurzen Dialoge mit eurem Meister mehr über die Vergangenheit Shens, wobei er natürlich aufgrund seiner Position nicht allzu offen sein darf. Es gibt noch ein weiteres Erfahrungspunktesystem für euer Ansehen, das durch gewonnene Straßenrennen und Erfolge bei Hahnkämpfen ansteigt und euch beim Rangaufstieg z. B. einen Rabatt beim Kauf von Fahrzeugen beschert.

Geisterfahrer

Ganz wie Niko Bellic und Vito Scaletta kann sich auch Wei Shen auf den Straßen Hongkongs jedes Auto unter den Nagel reißen, das ihm vor die Füße kommt. Autos und Motorräder decken ein weites Spektrum von Nobelkarossen bis sportlichen Flitzern ab und sind in unterschiedliche Klassen aufgeteilt. In näherer Umgebung eurer Unterschlüpfe findet ihr Parkhäuser, die merkwürdigerweise manchmal wirklich nur für euch zugänglich sind, in denen eure gekauften (nicht die geklauten!) Karossen untergebracht sind. Erreicht euer Ansehen ein gewisses Level, könnt ihr sogar per Handy ein Fahrzeug anfordern, allerdings nicht etwa wie in Just Cause bestimmen, welches es sein soll. Die Fahrzeugsteuerung erinnert nicht zu Unrecht an Need for Speed, sind einige Köpfe der United Front Games doch auch für EA Black Box tätig gewesen. Ihr habt nach einer Eingewöhnungsphase ein sehr gutes Gefühl für die sich im Fahrverhalten nicht sehr unterscheidenden Autos. Das macht aber nichts, denn man will ja Kontrolle über fette PS-Biester wie einen Lamborghini-Verschnitt auch haben und das Geschwindigkeitsgefühl ist top. Gepaart mit dem Ramm-Feature (auf Tastendruck schert das Auto nach rechts oder links aus), wie es etwa auch in Driver: San Francisco vorzufinden ist, machen die Verfolgungsjadgden mit rivalisierenden Triadenschergen oder Polizisten eine Menge Spaß.

Weiter geht’s auf Seite 2!

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Seite 1 – Story, Missionsdesign & Kampfsystem
Seite 2 – Gameplay, Hongkong, Technik & Fazit

6 comments
  1. mytam

    Great review! It’s well structure with clear points of view. I also highly recommend this game to everyone

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