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Im Test: SUPERHOT – Killing in the Name of?

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Seit einigen Monaten geistert der Zeitlupen-Shooter SUPERHOT durch soziale Medien und Fachpresse. Jetzt ist das FPS erhältlich und wir sehen, was hinter der hübschen Fassade steckt.

SUPERHOT ist ein Einzelspieler-Ego-Shooter des gleichnamigen Entwicklerstudios. Durch eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter wurde der Shooter finanziert. Visuell besticht das Spiel bereits durch den einzigarten Stil. Während Umgebungen meist in sterilem weiß und in Blautönen gehalten sind, bestehen die Gegner aus rot-orangenem Glas und stehen deshalb direkt hervor. Texturen gibt es keine und durch die meist einzigartige Levelarchitektur schafft man es, dass keines der Level sich gleich anfühlt.

SUPERHOT

Das große Feature von SUPERHOT ist gleichzeitig die Kernspielmechanik. Sobald ihr euch bewegt, bewegen sich auch die Widersacher, die stets darauf aus sind euch einem schnellen Tod zuzuführen. Bleibt ihr hingegen stehen, so findet das Geschehen in einer Super-Zeitlupe statt. Ihr könnt dann in aller Ruhe eure Pistole, den Schlagstock oder das Katana ausrichten. Daneben zählt zum Arsenal des Protagonisten auch noch die Schrotflinte, ein Maschinengewehr und diverses Inventar – egal ob Aschenbecher, Gläser oder Eimer, mit diesen Gegenständen wirbelt ihr euren Gegnern aus der Distanz die Waffe aus der Hand, könnt diese dann in Zeitlupe aufnehmen und ihm den Gnadenstoß verpassen.

Nach einiger Zeit schaltet ihr dann auch den “Hotswitch” frei. Per Knopfdruck übernehmt ihr eine der roten Vasallen, euer bisheriges Selbst stirbt dann automatisch. Allerdings wird die ausgerüstete Waffe des neuen Körpers automatisch zerstört, was einen zusätzlichen Taktikfator kreiert. Zudem dürft ihr nicht nach Belieben wechseln, es gibt eine gewisse Auflade-Periode für diese Fähigkeit.

Je nach Level gibt es mehrere valide Taktiken. In einem U-Bahnhof etwa stromen von beiden Seiten Gegner auf euch ein. Ihr könnt sie entweder am Gleis abfangen oder euch die Deckungsmöglichkeit zwischen den beiden Aufgängen zu Nutze machen und die Gegner bei Feuerpause mit euren Fäusten traktieren. Mit drei Hieben sind sie dann auch schon ausgeschaltet. An anderer Stelle müssen wir eine Villa erobern. Das eindrucksvolle Foyer erinnert uns dabei stark an den Brian de Palma-Film Scarface (siehe Screenshot). Hier gilt es erst die heranstürmenden Ninjas auszuschalten und sich dann auf den Weg zu dem mit einem Maschinengewehr bewaffneten Widersacher zu machen und zu sagen “say hello to MY little friend.”

SUPERHOT

In SUPERHOT geht es also um Taktik und das Ausnutzen der Umgebungen und Spawn-Punkte der Gegner. Diese sind immer gleich, auch die Bewaffnung ist immer gleich. Zwar erinnert das Spiel im Entferntesten an ein Hotline Miami in 3D dadurch, dass es stilistisch eigenwillig ist und euch in immer neue Levels mit interessanter Architektur verfrachtet, in denen ihr in möglichst beeindruckenden Kill-Kombos alle Gegner ausschaltet. Allerdings wird das nicht von fetziger Musik untermalt und die Bewaffnung ist stets identisch. Habt ihr alle Gegner in einem Level ausgeschaltet, ertönt der Titel des Spiels in einem ewigen Computerstimmen-Loop – SUPER HOT, SUPER HOT, SUPER HOT. Ihr dürft eure Kill-Orgie erneut bewundern, die Replays sogar auf die Online-Plattform Killstagram laden und sie dort teilen.

Eure Videos werden automatisch mit sinnfreien Phrasen benannt, ebenso euer Account. Registiert ihr euch, könnt ihr noch Hashtags wie #GunSluggerNoScope, #BUTTERFINGERS oder #BROCCOLI hinzufügen. Wir haben eine Auswahl unserer Videos im Beitrag eingebaut (hier unser Killstagram-Profil).

Die Story ist zu Beginn noch nicht ganz klar, relativ schnell merkt man aber, dass der Spieler nicht so viel Kontrolle besitzt, wie das Spiel zuerst suggeriert. Das System fordert immer mehr von euch, es scheint ein perfides Spiel dahinter zu stecken, aus dem so einfach kein Entrinnen ist. Auch das mag etwas an Hotline Miami erinnern. Wir wollen hier nicht allzu viel verraten, es gibt jedoch Momente im Spiel, in denen man gerne eine Wahlmöglichkeit hätte. Die hat man nicht. Klar versucht das SUPERHOT Team damit einen Standpunkt klar zu machen, da sind wir wieder bei der alten Diskussion, ob man hier nicht doch dem Spieler eine Wahl geben könnte, wie es in vielen kontroversen Szenen der Spielegeschichte sie hätte geben können.

Nach den 2 Stunden, die das Spiel dauert, ist das Meta-Abenteuer aber noch nicht vorbei. Man schaltet diverse Extras frei, darunter nicht nur ASCII-Zeichnungen von Fight Club oder sondern sogar ganze Minispiele wie den Wood Chop Simulator oder auch eine Online-Lobby, in der ein verdammt realitätsgetreuer Chat Room stattfindet. In diesen endlosen Diskussionen offenbart sich auch noch mehr über die Hintergrundgeschichte des Ego-Shooters, sehr empfehlenswert hier einen Blick zu riskieren.

Hinzu kommt ein Endless-Modus, in dem ihr endlose Ketten an Gegner nieder streckt und stets auf der Hut sein müsst, eine passende Waffe und in Matrix-Manier den Kugeln auszuweichen, und der Katana-only-Modus. Hier geht ihr die Story-Level von Neuem an und dürft dabei nur auf euer Katana zurückgreifen. Allerdings hat das natürlich keine Nachladeanimation und eine sehr hohe Reichweite, weshalb dieser Modus im Grunde einfacher ist als die Kampagne.

SUPERHOT

Fazit

SUPERHOT ist auf den ersten Blick ein Ego-Shooter mit hohemr stilistischer Anziehungskraft, geschmeidigen Spielabläufen und guter Lernkurve. Doch dahinter steckt mehr. Es ist vielleicht nicht der “innovativste Shooter der letzten Jahre”, wie es die Macher gerne hätten (zwinker), die Entwickler haben aber allerlei Seitenhiebe an moderne und auch ältere Spiele, allerlei Popkultur und vor allem dem aktuellen technologischen Zeitalter und dem verantwortungsvollen Umgang mit diesen Möglichkeiten, im Besonderen die sozialen Medien. Beim happigen Preis von 20 Euro und der knapp bemessenen Kampagne dürfte dem ein oder anderen Spieler der Griff zum Gamepad (funktioniert super!) oder der Maus/Tastatur schwer fallen, für das was SUPERHOT sein will, ist es in jedem Fall gelungen und wird sicherlich noch länger durch die Medienwelt geistern.

Every screenshot and video was taken by us using the PC Steam version in 1080p. This game was provided by the publisher for review purposes, check our review policy for details.

SUPERHOT
Genre: Ego-Shooter
System: PC/Mac (getestet), erscheint im März für Xbox One
Preis: 23 Euro (Steam, XBL) (aktuell um 10% reduziert)
Entwickler: SUPERHOT Team
Publisher: SUPERHOT Team

One comment
  1. Exxoz Zockt

    Super Hot Super Hot Super Hot … Hatte auch darüber nachgedacht… aber wie Du schon im Fazit geschrieben hatteste… kurz und dann für den Preis 🙂

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