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Im Test: Submerged – Hidden Depths

In Submerged: Hidden Depths befreien wir in der Rolle der Geschwister Miku und Taku die versunkenen Ruinen einer Stadt von einer mysteriösen dunklen Pflanze.

Submerged: Hidden Depths ist der Nachfolger des 2015 erschienenen Action-Adventures Submerged und wurde vom kanadischen Studio Uppercut Games entwickelt. Hidden Depths wurde am 3. Dezember 2020 exklusiv für Google Stadia und am heutigen 10. März 2022 für PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X|S und den PC via Steam veröffentlicht. Wir haben Submerged: Hidden Depths auf der PS5 durchgespielt und die PS4-Version ausprobiert.

Seit den Ereignissen von Submerged scheinen einige Jahre vergangen zu sein. Die Geschwister Miku und Taku sind sichtbar älter geworden. Sie haben sich unter einer einer Kuppel ein Zuhause eingerichtet. Im Vorgänger war es Mikus Aufgabe, Vorräte zu sammeln und zur Genesung ihres jüngeren Bruders Taku beizutragen. In Hidden Depths hat eine mysteriöse dunkle Pflanze die versunkene Stadt für sich eingenommen. Die versunken Ruinen von Wohnblöcken, Hotels, Parkanlagen und eines Kraftwerkes wollen von euch von den brodelnden Ranken befreit zu werden.

Um die schwarze Pflanze wieder grün zu färben und die Natur wiederherzustellen, müsst ihr von den Ranken verschlungene Gebäude finden und in einer Mischung aus Parcours-, Kletter- und Schalterrätseln Samen einsetzen. Das Erkunden der zerfallenen Gebäude ist in Submerged: Hidden Depths deutlich interessanter gestaltet als im Vorgänger, in dem ihr lediglich laufen und klettern konntet. Miku und Takus neu erworbene Parcours- und Tragfähigkeiten – ja, sie wechseln sich diesmal ab – werden dank des kreativen Leveldesigns sinnvoll eingesetzt. Vor allem die Vertikale der Wolkenkratzer kommt im Rätseldesign zur Geltung. Eine all zu große Herausforderungen stellen die Umgebungsrätsel allerdings nicht dar, schließlich sind Kanten, an denen sich die Protagonisten festhalten können, und Kugeln, die Druckschalter aktivieren, auffällig hervorgehoben. Um die Rätsel zu lösen müsst ihr auch euer Boot einsetzen, etwa um Anlegeflächen freizulegen oder Plattformen zu verschieben. Diese Momente wirken allerdings etwas konstruiert und wir hätten uns etwas mehr Freiheit bzw. unterschiedliche Möglichkeiten beim Lösen der Rätsel gewünscht. Im Spieldesign wird Komfort groß geschrieben: Der Weg zurück zum Boot ist deutlich einfacher als der Weg, den wir zum Erklimmen des Gebäudes nehmen mussten.

Doch nicht nur spielerisch macht die Erkundung eine gute Figur. Im Laufe des Spiels erfahrt ihr, wie im Vorgänger, mehr über die Geschichte der Stadt und der beiden Geschwister. Hierfür könnt ihr in der Spielwelt verteilte Tagebuchseiten einsammeln. Die Wandmalereien erinnernden Zeichnungen werden diesmal auch untertitelt, damit die Spieler nicht all zu viel Zeit mit dem Interpretieren der Symbolik verbringen müssen. In Zwischensequenzen werden die Albträume von Miku visualisiert. In Submerged: Hidden Depths werden viele schwere Themen wie gesellschaftliche Ausgrenzung, familiäre Schwierigkeiten und Depressionen verarbeitet. Zwischensequenzen laufen meist ohne Dialoge ab und wenn, dann in einer Fantasiesprache, die Deutsch untertitelt ist, ab. Die weitaus bessere Mimik und Gestik als im ersten Teil trägt zu den emotionalen Momenten bei. Das Ende lässt eine Menge Raum für Spekulationen offen, spannt aber einen guten Bogen zum ersten Teil.

Mit eurem Boot schippert ihr von einem Gebäude zum nächsten während das Meer erbarmungslos um euch herum tobt (dynamisches Wetter und Tag-/Nachtwechsel inklusive), entdeckt bis zu 20 Tierarten (in Submerged gab es 8), steigert das Boostvermögen eures Bootes und verpasst ihm einen neuen Anstrich, oder schaltet Aussichts- und Orientierungspunkte sowie neue Frisuren für die beiden Protagonisten frei. Die Sammelobjekte stöbert ihr wie in Teil eins mit eurem treuen Fernrohr auf. Sie werden dann automatisch auf der übersichtlichen Karte vermerkt. Ihr könnt die zahlreichen optionalen Sammelobjekte auch nach Vollendung des Spiels einsammeln. Eine Schnellreisefunktion vermeidet ewig lange Reisen durch die große Spielwelt.

Visuell ist Submerged: Hidden Depths deutlich beeindruckender als der Vorgänger. Die Umgebungen strotzen vor kleinen Details, die abseits der durch die zahlreichen Tagebuchseiten erzählten Hauptgeschichte kleine Geschichte erzählen. Während wir die Samen durch die desolate Welt tragen, sprießen farbenfrohe Pflanzen aus dem Boden und die erstarrten Menschen erblühen buchstäblich zu neuem Leben. Ähnlich wie in Okami haben wir tatsächlich das Gefühl, der Welt wieder Leben einzuhauchen. Das wird auch von dem grandiosen Audiodesign unterstützt. Während sich die stimmungsvolle Musik meist im Hintergrund hält, lauschen wir dem Meeresrauschen und den zahlreichen Tierarten. Die pulsierenden Ranken der Pflanze, das Erklingen der lieblichen Melodien der unterschiedlichen Sammelobjekte und die schrillen Geräusche, die die festgewachsenen Menschen von sich geben, sorgen für eine dichte Atmosphäre.

Während der erste Teil, besonders auf der Original-PlayStation 4, noch mit enormen Performance-Problemen zu kämpfen hatte (siehe unser Let’s Play), laufen die PS4- und PS5-Versionen angenehm flüssig in stabilen 60 Bildern pro Sekunde, zumindest auf der PS5. Einen visuellen Unterschied zwischen den beiden Versionen genauso wie Framerate-Einbrüche bei der PS4-Version haben wir de facto nicht feststellen können, allerdings mag das auf einer eigentlichen PS4-Konsole anders aussehen.

Fazit

Submerged: Hidden Depths erweitert den Vorgänger um neue Spielmechaniken, die die Erkundung der Spielwelt deutlich interessanter macht, und euch noch tiefer in den Ruinen versinken und sie in neuem Glanze erblühen lässt. Die Spielzeit konnte von circa 3 auf 5 Stunden gesteigert werden. Wollt ihr alles über die Stadt und die Reise der Geschwister Miku und Taku erfahren, werdet ihr noch einige Stunden mehr investieren müssen. Auf das ruhige Spieltempo dieses kampflosen Spiels muss man sich einlassen können. Hat euch also Submerged gefallen, macht ihr mit dem Kauf von Hidden Depths nichts falsch.

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