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Test

Im Test: Ristorante Amore

Ihr spielt ger­ne Visu­al Novels mit kun­ter­bunt zusam­men­ge­wür­fel­ten Cha­rak­te­ren? Oder wollt ihr ein­mal kos­ten­los in die­ses Gen­re ren­schnup­pern? Nur her­ein­spa­ziert ins Ris­tor­an­te Amo­re.

Cya­ni­de Tea ist ein jun­ges Spie­le­ent­wick­lungs­stu­dio, das aus den 22- und 23-jäh­ri­gen Mädels Lore­lei und Ste­pha­nie besteht. Die bei­den haben es sich zum Ziel gesetzt, unter­halt­sa­me und geis­tig anre­gen­de Visu­al Novels zu pro­gram­mie­ren. Doch was ist das über­haupt? Nun, das haben wir bereits in unse­rem Test zu einem gelun­ge­nen Ver­tre­ter des Gen­res, Hakuo­ki, erklärt.

Vom Tellerwäscher zum Liebhaber

Ihr spielt die 22 Jah­re alte Lily (oder wie auch immer ihr sie nennt), die als Kell­ne­rin im Restau­rant Amo­re ihr Stu­di­um finan­zie­ren will. Die Gute ist aber etwas schus­se­lig und ver­an­stal­tet des Öfte­ren ein Cha­os im gut besuch­ten Lokal. Ihr Kol­le­ge Ethan sieht das gar nicht gern und motzt sie stän­dig an. Da passt es gut, dass die brü­net­te Lau­ra sich nicht gera­de bes­ser schlägt und man fragt sich schon bald, ob das Restau­rant über­haupt noch Gewinn macht, wenn stän­dig die Tel­ler über den Boden pur­zeln.

Wie für Visu­al Novels üblich gibt es glei­cher­ma­ßen sym­pa­thi­sche und weni­ger zugäng­li­che Figu­ren. Liams gute Lau­ne ist glück­li­cher­wei­se für die Mäd­chen anste­ckend. Hin­zu kommt der vor­neh­me Ober­kell­ner Pierre, der eine Ver­bin­dung zur geheim­nissvol­len Ange­li­na Adams hat, einer ver­mö­gen­den Erbin. Jeder Cha­rak­ter hat dabei sei­ne eige­nen Vor­lie­ben und Cha­rak­ter­zü­ge, die es bei den Ent­schei­dun­gen zu beach­ten gilt. Wäh­rend ihr bei der selbst­si­che­ren Lau­ra weni­ger zim­per­lich vor­ge­hen soll­tet, ist bei der roman­ti­schen Ange­li­na schon eine ande­re Vor­ge­hens­wei­se gefragt.

Liebe > Arachnophobie

Das Game beginnt mit einem ver­hält­nis­mä­ßig lan­gen Pro­log. Habt ihr gedacht, dass Ris­tor­an­te Amo­re damit schon am Ende ist, habt ihr euch getäuscht. Mit dem Post-Pro­lo­gue beginnt näm­lich erst das eigent­li­che Spiel. Hier schlüpft ihr in die Rol­le von Pierre. Was sich dort abspielt, ver­ra­ten wir natür­lich nicht. Die­ses Kapi­tel rückt die abs­trak­te Spiel­me­cha­nik von Dating-Simu­la­tio­nen (wie die­ser!) in ein völ­lig neu­es Licht und eröff­net mehr Inter­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten.

Die­se beschrän­ken sich auf Mul­ti­ple Choice-Ent­schei­dun­gen wie zum Bei­spiel, wen ihr mor­gens um 4 Uhr sturz­be­trun­ken aus den Federn klin­gelt. Beach­tet ihr die Cha­rak­ter­zü­ge eures/r poten­zi­el­len Liebhabers/in und wählt dem­entspre­chend euren Weg, so könnt ihr mit diesem/r anban­deln. Auf dem Weg dort­hin erwar­ten euch vie­le toll geschrie­be­ne Dia­lo­ge, die mal herz­ze­rei­ßend, mal urko­misch sind.

Dort wer­den diver­se für jun­ge Erwach­sen­se inter­es­san­te The­men wie die Erwar­tungs­hal­tung von Eltern, das Dasein im Scha­ten von erfolg­rei­chen Geschwis­tern, Geschlech­ter­ste­reo­ty­pen und sogar die stei­ni­ge Ent­wick­lung eines Video­spiels behan­delt. Oder auch, war­um Tita­nic doch eine Daseins­be­rech­ti­gung habt, lie­be Lei­dens­ge­nos­sen Män­ner.

Ihr könnt jeder­zeit spei­chern, laden und auch den Text mit dem Maus­rad direkt bis zur gewünsch­ten Stel­le zurück­scrol­len, um eine Ent­schei­dung anders anzu­ge­hen. Gan­ze neun Enden (vier roman­ti­sche und fünf freund­schaft­li­che) gibt es zu sehen, die jeweils aus einer schö­nen Zeich­nung bestehen.

Apro­pos: Wäh­rend die Cha­rak­te­re im Comic­stil gehal­ten sind und unter­schied­li­che Gesichts­aus­drü­cke pas­send zu den Text­dia­lo­gen besit­zen, sind die Hin­ter­grün­de eine Mischung aus Zeich­nun­gen und rea­len Fotos. Letz­te­re sind vor allem im Post-Pro­lo­gue anzu­tref­fen, was the­ma­tisch durch das ori­gi­nel­le Sze­na­rio sehr gut passt. Auch die Musik fügt sich homo­gen ein. Im Ris­tor­an­te Amo­re läuft Jazz und abends an der Bar geht es ein wenig flot­ter zur Sache. Wie etwa in Ace Attor­ney passt sich die musi­ka­li­sche Unter­ma­lung auch dem Gesche­hen auf dem Bild­schirm an.

Fazit

In Ris­tor­an­te Amo­re ist viel Lie­be (eben Amo­re) von den Indie-Ent­wick­lern geflos­sen. Anders als in vie­len Dating-Simu­la­tio­nen bzw. Visu­al Novels geht man mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Selbst­iro­nie zu Wer­ke, was so man­che kit­schi­ge Situa­ti­on ent­schärft. Es macht Spaß, mehr über die Cha­rak­te­re und das sich einem lang­sam erschlie­ßen­de, merk­wür­di­ge Sze­na­rio zu erfah­ren. Alles in allem ist RisAmo ein char­man­tes Spiel, das Gen­re­fans viel Spaß machen wird und Neu­lin­gen einen schö­nen Ein­stieg beschert. Und das voll­kom­men kos­ten­los.

Down­load (wählt Stand-Alo­ne-Down­loads, um es ohne das Zusatz­pro­gramm Des­ura zu spie­len)

Alle Screen­shots wur­den von uns per­sön­lich in einer Auf­lö­sung von 1.920×1.080 gemacht.

Ris­tor­an­te Amo­re
Gen­re: Adven­ture
Sys­tem: PC/Mac
Preis: kos­ten­los
Gen­re: Visu­al Novel
Ent­wick­ler: Cya­ni­de Tea
Publisher: Cya­ni­de Tea

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