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Test

Im Test: Adam’s Venture Episode 1

Heute widmen wir uns einem Thema, das allen Hobby-Abenteurern da draußen brennend interessieren wird. Mit Adam’s Venture beschert uns Vertigo Games einen möglichen Konkurrenten zu Naughty Dogs erfolgreicher Uncharted-Serie. Doch ob das Action-Adventure wirklich den hohen Erwartungen gerecht wird, klären wir im Test.

Adam’s Venture ist schon länger im Handel erhältlich, seit diesem Jahr sogar in einer vollständig lokalisierten Fassung mit deutscher Sprachausgabe. Wir haben hingegen die auf Steam erhältliche englischsprachige Version der ersten Episode gespielt, denn Adam’s Venture folgt dem gängigen Adventure-Trend und ist in mehrere Episoden aufgeteilt. Die Handlung folgt dem namensgebenden Hauptdarsteller und Chefabenteurer Adam Venture, der in einer französischen Kirche ein altes Dokument der Templer gefunden hat, das ihm den sagenumwobenen Eingang zum Garten Eden weist. Gemeinsam mit seiner Freundin Evelyn und Professor Jacques Saint-Omair bricht Adam zu dem Ort auf, an dem sich die Flüsse Euphrat, Tigris, Pison und Gihon treffen – die vier Ströme des Paradieses.

Rechnen, klettern und schieben bis zum Paradies

Nachdem die Truppe ihr Lager vor den vermeintlichen Toren Edens aufgeschlagen haben, gilt es einen Weg hinein zu finden. Für diese Aufgabe eignet sich hochexplosives Dynamit natürlich am besten – und man kann gleichzeitig stolz die Effekte der Unreal Engine 3 spielen lassen. Hier kommt gleich ein wiederkehrendes Element in’s Spiel, die Rätsel. Ähnlich wie in den Nancy Drew-Spielen findet ihr immer wieder Puzzle-Bildschirme vor, an denen ihr Mathe-Aufgaben lösen oder ein Bildnis formen müsst. Im Falle des Sprengstoffs müsst ihr von jedem Element genau den richtigen Anteil in das Endprodukt einfließen lassen. Dazu könnt ihr an vorgegebenen Positionen Mengenfilter manipulieren, um anschließend recht unspektakulär die Felsen aus der Wand zu sprengen.

Jetzt fragt ihr euch sicher, was uns dazu bewegt, dieses Spiel mit Uncharted zu vergleichen. Adam wird von euch frei durch in 3D modellierte Höhlen gesteuert, muss Kletterpassagen meistern und hat stets einen provokanten Spruch auf den Lippen. Ähnlich wie in der PlayStation-exklusiven Serie seid ihr meist allein unterwegs, da ihr recht früh im Spiel von eurer Gruppe getrennt werdet. Durch das Meistern von Puzzles öffnen sich zuvor verschlossene Tore oder ein Aufzug erscheint wie aus dem Nichts. Recht bald kommt eine weitere Komponente dazu, eine dunkle Macht (dargestellt von einer Wolke) treibt im Untergrund ihr Unwesen. Diese Gestalt fügt der Atmosphäre einen gruseligen Twist hinzu, ist aber recht berechenbar. Zwar lässt sie euch während Kletterpassagen auch gern mal einen Vorsprung tiefer fallen, ihr könnt euch allerdings stets alle Zeit der Welt lassen.

Karges Paradies

Die Landschaften sind recht abwechslungsarm, einzig ein schmuckes Kristallgebiet konnte uns in einen Moment des Staunens versetzen. Entdecker finden wenig Freiraum vor. Zwar gibt’s Kisten mit Codes für Bonusinhalte zu finden und auch die ein oder andere Entscheidung wird einem vorgegaukelt, allerdings sind die Kisten meist recht offensichtlich platziert und die alternativen Wege enden damit, dass euch der Geist an den Startpunkt zurücksetzt. Zur Bedienung ist zu sagen, dass sich die Steuerung mit Controller gut anfühlt, das Spielen mit der Tastatur wegen der fehlenden Mausunterstützung eher weniger eignet.

Obwohl die Stimmen der Darsteller gut gelungen sind, sind die Dialoge ziemlich schwach und zeugen bis auf vereinzelte Ausnahmen wie die Verbindungen zwischen dem Heldenpaar und Adam, Eva und dem Apfel von Eden von wenig Kreativität auf Seiten der Skriptautoren. Einen Story-Twist gibt es trotzdem und passend zur Veröffentlichungsweise in Episoden-Häppchen ist dieser natürlich am Ende vorzufinden. Uns fehlt am Ende jedoch das Gefühl, in den vergangenen zwei Stunden etwas erreicht zu haben. Ein unbefriedigendes Ende also bei einem unbefriedigenden Spiel.

Fazit

Es gibt viele Spieleserien, die innerhalb weniger Stunden eine große Spannung aufbauen oder in denen so viel passiert, dass man unbedingt wissen will, wie die Geschichte fortgeführt wird – The Walking Dead, Back to the Future, Half-Life 2 oder auch The Dream Machine (Test), um nur wenige Beispiele zu nennen. Bei Adam’s Venture ist das unserem Empfinden nach nicht der Fall. Das Spiel wirft euch in ein Höhlenkonstrukt und lässt euch rätseln und klettern und ist dabei weder sehr anspruchsvoll, noch erklärt es interessante Details zur Hintergrundgeschichte dieses Gott verlassenen Ortes. Es wäre selbstredend unklug die mysteriöse Präsenz bereits in der ersten Episode zu erklären, jedoch kann man storytechnisch schon etwas mehr erwarten, wenn das Gameplay den Abenteurer von Welt bereits nach der Spielhälfte nicht zum Weiterspielen ermutigt.

Und so fällt auch unser Fazit zu Adam’s Venture: Episode 1 – The Search For The Lost Garden bzw. im Deutschen Die Offenbarung aus. Falls euer Abenteurerherz sehnlich nach einem neuen Indiana Jones-artigen Game fordert, ist Adam’s Venture für rund 5 Euro pro Episode keine Sünde. Inszenierung, Gameplay und Story sind aber nicht mehr als durchschnittlich.

Fast alle Bilder wurden uns persönlich in maximalen Details und einer Auflösung von 1.920×1.080 erstellt.

Adam’s Venture: Episode 1 – The Search For The Lost Garden
Genre: Adventure
System: PC
Preis: 4,99 Euro (Steam), 9,99 Euro (deutsche Retailversion)
Entwickler: Vertigo Games
Publisher: Iceberg Interactive

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