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Vorschau

Vorschau: The Last of Us

Sony lud zum einem Promo-Event zum kommenden Triple A-Titel The Last of Us ein und versorgte den interessierten Spieler mit einer zweiteiligen Demo. Ob sich nun der während strömenden Regen durchgeführte Pressetermin im eigenen Truck gelohnt hat und was für eine Figur The Last of Us im jetzigen Zustand macht, erfahrt ihr hier.

Artikel-Autor: Merlin

The Last of Us konfrontiert den Spieler schon von Haus aus mit einer recht düsteren Zukunftsvision: Einem Pilz der Cordyceps-Familie gelang der Artensprung und 90% der Menschen gaben innerhalb kürzester Zeit den Löffel ab. Die Handlung des Spiels ist 15 Jahre nach eben jenem Vorfall angesiedelt und beleuchtet den Überlebenskampf des hartgesottenen Schwarzmarkthändlers Joel und seiner jungen Begleiterin, Ellie. Schon in den beiden testbaren Sequenzen wird besonders auf die Beziehung zwischen den beiden eingegangen. So fragt Ellie beispielsweise nach einer Begegnung mit Banditen welche versuchten durch eine vorgespielte Notsituation das ungleiche Paar auszunehmen nach, wieso Joel wusste dass es sich um ein Schauspiel handelte. Die nüchterne Antwort dessen dass er sich schon auf beiden Seiten befunden hat und selbst einigen Unschuldigen das Leben nahm, ist ein schockierender Moment, welcher wunderbar die Situation beschreibt in der sich die Überlebenden der Katastrophe befinden. Falls Naughty Dog auch das restliche Spiel im Bezug auf die Story derart aufgebaut hat, steht einer emotionalen Achterbahnfahrt nicht mehr viel im Weg.

Thelastofus (8)

 

Bei den beiden mir zugänglichen Spielabschnitten wurde von Anfang an vor allem eines schnell klar: The Last of Us entfernt sich spielerisch extrem von der Uncharted-Serie des rennomierten Studios Naughty Dog. Anstatt schneller Action verbringt ihr eure Zeit vor allem mit der Erkundung der zerfallenen Schauplätze, welche vor allem an Werke wie I am Legend oder The Book of Eli erinnern. Anstatt eines Übermaßes an Schusswaffen und Munition müsst ihr in The Last of Us akribisch auf euer Inventar achten: Viele der in der Spielwelt verteilten Gegenstände können für ein zwar rudimentäres, aber dennoch interessant gestaltetes Crafting-System verwendet werden. So können beispielsweise aus mehreren Komponenten Erste-Hilfe Pakete, zusammengeschusterte Explosivwaffen oder auch Verbesserungen für Nahkampfwaffen erstellt werden. Ähnlich wie bei Tomb Raider könnt ihr auch euer Arsenal an Schusswaffen aufrüsten. Selbst ein recht einfach gehaltenes “Skill-System” findet sich in The Last of Us wieder. Gegen Tabletten könnt ihr beispielsweise eure Gesundheit erhöhen oder andere praktische Vorteile erstehen.

The Last of Us (4)

Trotz dieser Survival-Aspekte verzichtet The Last of Us nicht vollkommen auf Action, nur findet diese unter vollkommen anderen Vorraussetzungen als noch bei Uncharted statt. Munition und Waffen sind rar gesät, jede verbrauchte Kugel, die nicht ihr Ziel trifft, ist daher ein eventuell tödlicher Verlust. Allerdings kann der Spieler auch auf Nahkampfwaffen zurückgreifen. Diese reichen von einem simplen Holzbalken bis zu Stahlrohren. Um diese jedoch einzusetzen, muss notwendigerweise der Abstand zu euren Gegnern verdammt gering sein, ein gewisses Risiko ist also mit jeder Vorgehensweise gegeben. Neben Menschen konnte übrigens auch schon gegen die Infizierten gekämpft werden. Diese recht unappetitlich aussehenden Mutanten stellen eine tödliche Bedrohung dar, ein Biss von eben jenen Biestern und Joel wandert über den Jordan. Einzelne Infizierte sind nur selten ein Problem, sobald man es allerdings mit kleineren Grüppchen zu tun hat, sollte man rennen. Bei den Auseinandersetzungen fühlt sich der Spieler absolut verletzlich, jede falsche Entscheidung kann zum Game Over führen. Dadurch dass Naughty Dog auch glücklicherweise auf regenerierende Gesundheit verzichtet und stattdessen auf Medikits gesetzt hat, geht bei jeder Auseinandersetzung die Pumpe. Dazu kommt auch noch dass zwar ein Inventar-System den Weg ins Spiel gefunden hat, wer allerdings eben jenes aufrufen will, bleibt ähnlich wie bei ZombiU währenddessen verwundbar, das Spiel wird nicht pausiert.

The Last of Us (2)

Neben simplen Erkundungstouren durch zerfallene Gebäude können auch kontextsensitive Handlungen, wie beispielsweise das Aufheben einer Holzplanke, um mit eben jener eine Brücke zwischen zwei Levelabschnitten zu errichten, durchgeführt werden. Jedoch handelt es sich hier scheinbar nur um Stellen im Spiel welche für das Voranschreiten der Handlung absolut notwendig sind. Wird eine Planke beispielsweise nicht mehr benötigt so kann diese auch nicht mehr verwendet werden. Bedauerlich, da vor allem der etwas offenere Einsatz dieser Mechanik der Immersion durchaus gut getan hätte. Abgesehen davon kann auch nicht jedes Haus betreten werden, Türen die geöffnet werden können unterscheiden sich optisch nicht von denen die nur als Zierde da sind und einige unsichtbare Wände kratzen letztendlich auch etwas an der Glaubhaftigkeit der Spielwelt. Bei der Nachfrage ob dieser Zustand auch im fertigen Spiel vorherrschend sein soll, wurde dies weder dementiert noch bestätigt, hoffen wir also auf das beste.

The Last of Us (3)

Grafisch wird wie von Naughty Dog üblich auch in The Last of Us die PlayStation 3 an ihr Limit gebracht. Die verwahrlosten verlassenen Stadtkulissen geben ein ernüchterndes und bizarres Bild ab. Auch die Tatsache, dass sich die Natur eben jene Orte wieder zurück holt, macht die Schauplätze nicht unbedingt einladender. Joel, Ellie die Schauplätze sowie auch eure Gegner wurden mit einer enormen Detailliebe umgesetzt, wäre nicht die ein oder andere verwaschene Textur, so könnte man dieses Spiel durchaus für einen frühen Next-Gen-Titel halten. Auch die Soundkulisse spielt auf einem ähnlichen Niveau: Die englische Sprachausgabe ist durch die Bank absolut hervorragend und versorgt die Charaktere mit dem ganz speziellen Funken Leben.

Fazit

Falls Naughty Dog noch etwas an der zwar wunderschönen aber in gewissen Punkten statischen Spielwelt in der Vollversion geändert haben sollte, so steht uns ein echter Ausnahmetitel bevor. Die Handlung wirkte selbst in den beiden zu besuchenden Schauplätzen wunderbar geschrieben, Joel und Ellie geben ein wunderbar ungleiches Paar ab und auch der mutige Schritt in Richtung Survival-Adventure ist absolut lobenswert. The Last of Us erscheint am 14. Juni exklusiv für die PlayStation 3 ungeschnitten in Deutschland mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren und kann ab sofort in mehreren Editionen vorbestellt werden.

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