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Angespielt

Angespielt: Phoning Home – ION nach Hause telefonieren

Am 7. Februar erscheint das Survival-Spiel Phoning Home, wir haben es bereits ausf├╝hrlich angezockt.

In Phoning Home stranden wir als Roboter ION auf einem fremdartigen Planeten, welcher aus Wald- und W├╝stenabschnitten besteht. Gemeinsam mit unserem sprechenden Raumschiff R2 und unserer Begleiterin ANI sowie deren Schiff Sister versuchen wir nach Hause zu telefonieren, um von diesem verlassenen Himmelsk├Ârper zu verschwinden.

Die Spielmechanik von Phoning Home wird schnell klar: IONs Talente nutzen, um im lebensfeindlichen Terrain voranzukommen und allerlei Ressourcen sammeln, damit wir die im Waldgebiet abgest├╝rzten Raumschiffe und sp├Ąter Kommunikationst├╝rme in der W├╝ste funktionst├╝chtig zu machen.

IONs Talente

ION, welcher uns visuell etwas an Disneys WALL-E erinnert, lernt im Laufe seines Abenteuers so einige Talente: Kann er zu Beginn nur kurz schweben, k├Ânnen wir uns nach einigen Stunden Portale erschaffen, uns mit Laserstrahlen erwehren, Ablenkungsk├Ârper aus Licht verschie├čen und ANI tragen. Die Portalmechanik funktioniert wie in Valves gleichnamigem Puzzle-Shooter. Wir k├Ânnen Ein- und Ausgang auch wie im Vorbild nur an vorgegebenen Stellen platzieren, in Phoning Home gibt es hierf├╝r wirklich nur sehr ausgew├Ąhltes Gestein, an denen Portale platziert werden k├Ânnen. Zudem verschwinden die Portale nach maximal 30 Sekunden wieder. Trotzdem eine sinnvolle Spielmechanik, besonders um ANI┬ádurch das Gebirge zu bringen. Ein weiteres Talent erinnert wieder an ein Valve-Spiel – wie Gordon Freeman mit┬áseiner Gravity Gun im Anschlag transportiert auch ION seine redselige Begleiterin ├╝ber die W├╝stend├╝nen.

 

Craft, Survive, Fight

W├Ąhrend der Waldabschnitt euch das Crafting lehrt, geht es im wesentlich gr├Â├čeren W├╝stengebiet an’s Eingemachte. Phoning Home ist schlie├člich wie eingangs erw├Ąhnt ein Survival-Spiel. Zu Beginn sind wir noch alleine unterwegs und erlernen┬áallerlei Rezepte, um unsere zahlreichen Energiebalken wiederherzustellen. Die m├╝ssen wir st├Ąndig im Blick behalten. W├Ąhrend das Jetpack unsere in orange dargestellte vertikale Leiste beansprucht, so vermindert sich unsere elektrische in blauer Radialanzeige dargestellte Elektronik durch jegliche T├Ątigkeit IONs. Hinzu kommt die in Prozent angegebene Lebensenergie sowie die selbige bei ANI und ANIs Korrosion. Hierzu sp├Ąter mehr.

In K├Ąmpfen stellen wir uns sogenannten Tumblern. Die haben wenig mit dem gleichnamigen Batmobil gemein, sie erinnern eher an Steppenl├Ąufer (Tumbleweed). Besonders im W├╝stensegment rund um die ehemals bewohnten D├Ârfer finden wir sich schemenartig bewegende Wolken. Wer Everybody’s Gone To The Rapture (XTgamer-Test) gespielt hat, kann sich die Darstellung in etwa vor’s geistige Auge f├╝hren. Sobald wir diesen Gesch├Âpfen zu Nahe kommen, gl├╝hen diese Partikelwolken rot und attackieren uns. Der dynamische Tag-Nacht-Wechsel kann uns hier zum Verh├Ąngnis werden. Selbst mit Rumpfpanzerung ist ION schnell hin├╝ber, gl├╝cklicherweise k├Ânnen wir Abwehrlichter platzieren oder den Scheinwerfer im Dorf wieder aufbauen und dann mit drei bis f├╝nf Lasertreffern die Todesschwadrone besiegen. ANI hilft auch mit, erinnert in dem Moment aber eher an R2D2s Kampftalente.

Wie im Krieg der Sterne

Wir erneuern nicht nur unsere eigenen Schaltkreise, sondern stellen auch sicher, dass┬áallerlei technische Ger├Ąte wieder tadellos ihren Dienst verrichten. So bauen wir etwa Kommunikationsplattformen oder errichten Solarmodule. Der Weg zu diesen Zielen wird auf unserem Kompass am oberen Bildschirmrand markiert. Eine Karte fehlt g├Ąnzlich im Spiel. Das macht die Spielwelt zu Beginn etwas un├╝bersichtlich. Da ihr euren Kompass sp├Ąter erweitern k├Ânnt und auf Plateaus das Terrain etwas besser ├╝berblicken k├Ânnt, f├Ąllt das im Verlauf des Spiels nicht mehr so arg in’s Gewicht. Statische Portale verbinden nicht nur Wald ┬ámit W├╝ste, innerhalb des┬ástaubigen Gebiets k├Ânnt ihr euch ebenfalls durch Portal fortbewegen und euch somit theoretisch einiges an Fu├čwegen ersparen. Allerdings landet ihr meist kilometerweit vom Ziel entfernt und es gibt kein Portal zur├╝ck. Dann w├Ąhlen wir doch lieber den Fu├čweg, auch wenn┬áANI steile Abh├Ąnge komplett vermeidet und wir sie dann tragen m├╝ssen, was zu Lasten unserer Bewegungsfreiheit geht.

Die Spielwelt wird eindrucksvoll und abwechslungsreich dargestellt. W├Ąhrend uns im Wald buchst├Ąblich saftig gr├╝ne Wiesen, riesige teils begehbare B├Ąume und ├╝berlebensgro├če Schmetterlinge bl├╝hen, wird das riesige W├╝stengebiet von heruntergekommenen D├Ârfern durchzogen und sogar ein Todesfeld m├╝ssen wir passieren. Hier befinden sich allerlei riesige Elektrow├╝rmer, die uns an an’s ├ľl wollen. Erinnert der Wald an Endor, so verspr├╝ht die Darstellung der W├╝ste definitiv den Charme von Tatooine – Star Wars-Fans freuen sich. Die simplen Steinh├Ąuser sind nicht nur Kulisse, wir finden Bemerkungen der Forscher, die diesen Planeten zuerst gefunden haben. Als wir die fremde Schrift entschl├╝sseln, erfahren wir deren grausames Schicksal.

How’s ANI?

Erneuern wir nicht st├Ąndig ihren metallenen ├ťberbau, so rostet unsere muntere Begleiterin ANI. Ebenfalls schlecht: Sandst├╝rme. W├Ąhrend dieser Wetterph├Ąnomene sollte euer zierlicher Kompagnon im n├Ąchsten Haus untergebracht werden, die Korrosion nimmt trotzdem zu und ab 20 Prozent vermindert sich die Lebensenergie dauerhaft. Im ersten Moment mag man denken, dass eine Begleiterin automatisch einen hohen Nerv-Faktor bedeutet, schnell schlie├čen wir ANI mit ihren bissigen Kommentaren und tiefsinnigen Monologen in’s Herz. So manchen elendig langen Marsch l├Ąsst sich dadurch sch├Ân ├╝berbr├╝cken.

Die Ressourcen sind in Art Oasen angebracht, was in’s W├╝stensetting passt. Besonders im End Game nach circa 4 Spielstunden (6 wenn man diverse Neu-Laden-Experimente miteinbezieht) finden wir allerdings zu wenig Bl├╝ten und weitere Pflanzen und k├Ânnen dann ANI nicht vor Korrosion sch├╝tzen und unsere eigene Elektronik nicht erneuern. Pflanzen wachsen anders als etwa in ARK: Survival Evolved nicht nach. Bis dahin erkunden wir riesige Dinosaurier-artige Gerippe und finden sogar am Rande der Spielwelt ein interessantes Schauspiel quicklebendiger Kreaturen.

Vorabfazit

Phoning Home ist ein gelungenes Actionspiel aus der Ego-Perspektive f├╝r Fans von Science-Fiction, Survival und einer interessanten Story. Das Game bietet eine weitl├Ąufige Welt mit sch├Âner Flora und Fauna und erz├Ąhlt vor allem durch Ruinen und Gerippe eine interessante Geschichte. Das Zusammenspiel beider Roboter funktioniert gut, da sich beide erg├Ąnzen, wir h├Ątten uns f├╝r ANI jedoch mehr eigene Talente gew├╝nscht – so bleibt meist alles an euch h├Ąngen. Viele werden wahrscheinlich nach einem kooperativen 2-Spieler-Modus ├Ąchzen, dadurch w├╝rde die Spieldynamik eine v├Âllig andere sein und wir m├Âgen nicht mutma├čen, ob das das Spiel verbessern w├╝rde. Eine h├Âhere Gegnervielfalt┬áw├╝rde f├╝r etwas mehr Abwechslung in den K├Ąmpfen sorgen, zudem ist das angesprochene Todesfeld total unausbalanciert, hardwarem├Ą├čig ist das Spiel etwas anspruchsvoll und die letzte Quest des Spiels als Fetch-Quest zu gestalten, bei der wir die gesamte Spielwelt noch einmal nach superseltenen Materialien durchk├Ąmmen d├╝rfen, sorgt f├╝r einen geh├Ârigen D├Ąmpfer. Die ersten vier Stunden haben uns trotz allen Anl├Ąssen zur Kritik sehr gut gefallen. K├Ąmpfen wir im Sandsturm gegen drei Tumbler, nur im Schein unserer Lichtsph├Ąre, und kehren beim Abklingen als Sieger zur strahlenden ANI zur├╝ck,┬ázeigt sich das Spiel von seiner besten Seite und diese Momente gibt es zuhauf. Wir w├╝rden uns freuen, bald weitere Planeten als ION und ANI bereisen zu k├Ânnen.

ION Lands’ Phoning Home erscheint am 7. Februar f├╝r den PC vorerst exklusiv via Steam.

This game was provided by the publisher for review purposes, check our review policy for details. The screenshots were taken by us directly on PC with almost maximum details. We aimed to exclude spoiler-related content.

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