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Zelluloitis - Filmecke

Zelluloitis: The Strangers – Opfernacht

Der maskierte Horror geht weiter: Zehn Jahre nach The Strangers mit Liv Tyler und Scott Speedman in den Hauptrollen über die hiesigen Leinwände flimmerte, kehrt die Franchise mit The Strangers: Opfernacht am 21.06. zurück.

Während Bryan Bertino für den Erstling sowohl das Drehbuch beisteuerte als auch Regie führte, stammt das Script diesmal aus der Feder von Ben Ketai und Johannes Robert nahm am Regiestuhl Platz. Letzterer weist bereits Erfahrung im Genre auf, gehört allerdings nicht gerade zu den bekannten Genregrößen.

Die Ausgangssituation von The Strangers: Opfernacht ist noch recht friedlich: Eine vier-köpfige Familie macht einen Ausflug in einen Trailerpark, um Verwandte zu besuchen. Doch an dem verlassenen Ort erwartet den Zuschauer keine rührselige Familienzusammenführung, sondern eine gewisse Nervenzereißprobe. Während die Familie noch mit Alltagsproblem kämpft – Tochter Kinsey (Bailey Madison) strauchelt im Internat und die Eltern (gespielt von Christina Hendricks und Martin Henderson) – klopft ein mysteriöses Mädchen unentwegt an die Tür ihres Wohnwagens und fragt stets nach der gleichen nicht anwesenden Person. Spätestens als die Familie von einem terrorisierenden Truck und einer maskierten Dame mit einem Messer verfolgt werden, wird ihnen klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen vor sich geht.

The Strangers: Opfernacht verfügt über einen hohen Gewaltgehalt und das Filmblut fließt literweise. Eine richtige Gruselatmosphäre oder Horrorstimmung stellt sich indes nicht ein. Ein richtiger Slasher ist der Film allerdings auch nicht, denn dafür gibt es zu viel Leerlauf. Hier wird teils minutenlang der diesige Trailerpark gezeigt, bis sich eine der Protagonistinnen angsterfüllt durchs Bild bewegt und im Hintergrund ein Bösewicht umher huscht oder wahlweise auch mit der Axt durch die Wand bricht. Letztere Szene ist allerdings weitaus weniger eindringlich als etwa Jack Nicholsons ikonische Darbietung in The Shining.

Wenn die Charaktere nicht gerade auf der Flucht sind, nähern sie sich in ruhigen Momenten an, verlieren sich dennoch am Ende stets in trivialen Streiten. Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Eine wirkliche Bindung zu den Figuren kommt selbst mit Wohlwollen des Zuschauers zu keinem Zeitpunkt auf.

Der Film ist zudem nicht frei von Logiklöchern. Trotz der Tatsache, dass die Familie ihren geliebten Verwandten massakriert auffinden und ihre Handys von einer unbekannten Person zerstört wurden, fällt es ihnen nicht ein, den Park sofort zu verlassen. Stattdessen wird abgewartet, bis die Übeltäter das zerstört haben. An anderer Stelle rettet eine Figur durch pure Körperkraft das Leben, obwohl der Arm zuvor erheblich verletzt wurde. Auch die Bösewichter verfügen über enorme Überlebenskräfte.

Trotz alledem hat The Strangers: Opfernacht auch seine positiven Momente, etwa durch den Einsatz von Musik, um gewissen Szenen eine Absurdität zu verleihen, auch wenn diese teils von Filmen wie Drive abgekupfert wurden. Die lizenzierten Lieder von Kim Wilde, Mental As Anything und Bonnie Tyler werten den Film dennoch auf. Der Soundtrack von Adrian Johnston bleibt meist im Hintergrund und erinnert in seiner Machart etwas an Petri Alankos Musik zum Videospiel Alan Wake.

Fazit

Seid ihr auf der Suche nach einem guten Horrorfilm, können wir The Strangers: Opfernacht nur bedingt empfehlen. Weder die Story, noch die Atmosphäre, der Gruselfaktor und die Charaktere konnten uns überzeugen. Die schauspielerischen Leistungen sind trotz der schwachen Drehbuchvorlage gut, was an den teils erfahrenden Darsteller(inne)n wie Christina Hendricks (Mad Men) liegt. Fans von maskiertem Horror, die von The Strangers: Opfernacht nicht überzeugt sind, empfehlen wir die The Purge-Filme oder den kommenden Jigsaw 2.

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