Loading...
Test

Im Test: Zanki Zero – Last Beginning

Switch to: enEng­lish

Neue Echt­zeit-Dun­ge­on-Craw­ler haben Sel­ten­heits­wert und ein Titel, der ver­sucht, die­sen Spiel­stil mit Über­le­bens­ele­men­ten zu ver­bin­den, ist noch spe­zi­el­ler. Zan­ki Zero: Last Begin­ning ver­sucht all das abzu­lie­fern, leis­tet sich dabei aber eini­ge Fehl­trit­te.

Nach­dem der Zeit­schrif­ten­re­dak­teur Haruto schein­bar von einem Gebäu­de in sei­nem Tod springt, wacht er an einem frem­den Strand auf. Wie sich her­aus­stellt, wur­de die Mensch­heit abge­se­hen von ihm un sie­ben ande­ren aus­ge­löscht, so dass nur Rui­nen von dem, was ein­mal war, übrig geblie­ben sind. Er ent­deckt, dass sie alle mensch­li­che Klo­ne sind, von denen jeder ein Gerät in X-Form besitzt, das auf ihren Magen implan­tiert wird, und sie altern viel schnel­ler als nor­ma­le Men­schen. Kei­ner der Über­le­ben­den erin­nert sich dar­an, was mit der Welt pas­siert ist, und ihr ein­zi­ger Anhalts­punkt ist ein selt­sa­mer Car­toon, der sie zu den Rui­nen führt, die durch das Meer trei­ben.

Zan­ki Zeros Cha­rak­te­re, ein abwechs­lungs­rei­ches Ensem­ble von Außen­sei­tern, sind mit Abstand der stärks­te Teil des Spiels, da jede Figur ihre eige­ne Per­sön­lich­keit und Eigen­hei­ten hat. Wenn ihr eines der Dang­an­ron­pa- Spie­le (pro­du­ziert von dem glei­chen Regis­seur) gespielt habt, dann wer­det ihr wahr­schein­lich bereits mit der Art und Wei­se ver­traut sein, wie Cha­rak­te­re in die­sem Spiel behan­delt wer­den. Anders als in Dang­an­ron­pa wer­det ihr tat­säch­lich viel mehr Zeit mit der gesam­ten Beset­zung ver­brin­gen, da es hier um das Über­le­ben und nicht um das Töten geht.

Die Hin­ter­grund­ge­schich­ten der ein­zel­nen Cha­rak­te­re ähneln sich meist. Die Rui­nen, die in jedem Kapi­tel ent­hal­ten sind, sind mit einem der Über­le­ben­den ver­bun­den, und wäh­rend ihr sie erkun­det, wer­det ihr häu­fig auf Fern­se­her sto­ßen, auf denen in „Erobe­rungs­vi­de­os“ die Ver­gan­gen­heit der Cha­rak­te­re gezeigt wer­den. Das Pro­blem dabei ist die Art und Wei­se, wie das Spiel die Back­sto­ry prä­sen­tie­ret, ins­be­son­de­re der Car­toon, der in den ein­zel­nen Vide­os ver­wen­det. Extend TV ist ein alber­ner Car­toon mit ein paar Cha­rak­te­ren, die Wit­ze über Pop­kul­tur machen. In Kom­bi­na­ti­on mit dem visu­el­len Stil, der für jedes Video ver­wen­det wird, wird das erns­te The­ma ins Lächer­li­che gezo­gen.

Zum Glück schmä­lert das nicht all­zu sehr den Rest der Geschich­te, und es ist groß­ar­tig zu sehen, wie die Cha­rak­te­re ihre ereig­nis­rei­che Ver­gan­gen­heit über­win­den. Das alles wird durch dief­an­tas­ti­schen eng­li­schen Ver­to­nung unter­stützt. Hier­für hat man eini­ge der bes­ten eng­li­schen Spre­cher ver­pflich­tet. Sel­ten haben wir eine bes­se­re eng­li­sche Syn­chro gehört. Man­che Sze­nen wur­den aller­dings nicht ver­tont, da man auf­grund des Alte­rungs­sys­tems man­che Zei­len mehr­fach ver­tont hät­te müs­sen. Das wirkt sich nega­tiv auf man­che wich­ti­ge Augen­bli­cke aus.

Dun­ge­on-Craw­ling macht den größ­ten Teil von Zan­ki Zero aus, und das ist der Bereich, in dem vie­le Pro­ble­me des Spiels auf­tau­chen. Eure Grup­pe besteht aus vier Cha­rak­te­ren, wobei die rest­li­chen vier jeder­zeit bereit ste­hen, um Gegen­stän­de zu hal­ten oder in die Grup­pe zu wech­seln. Ihr bewegt euch auf Hex­fel­dern umher, wie man es aus DRPGs kennt. Die Mög­lich­keit sprin­ten zu kön­nen erhöht die Geschwin­dig­keit, in der man die Gegend erkun­den kann. Jeder Cha­rak­ter in eurer Grup­pe kann mit ihrer gehal­te­nen Waf­fe angrei­fen. Es gibt jeweils eine klei­ne Rege­ne­ra­ti­ons­zeit bis die Figur wie­der angrei­fen kann. Alt­be­kann­te Spiele­me­cha­ni­ken run­den­ba­sier­ter DRPGs also, doch man beschrei­tet auch neue Pfa­de.

Wenn ihr den Angriffs­knopf gedrückt hal­ten, habt ihr Zugriff auf einen immer mäch­ti­ge­ren auf­ge­la­de­nen Angriff, wobei sich mehr Grup­pen­mit­glie­der an der fina­len Atta­cke betei­li­gen, je nach­dem, wie lan­ge ihr ihn auf­la­det. Wenn ihr den Angriffs­knopf los­lasst und dann erneut drückt, wenn der Lade­bal­ken einen bestimm­ten Punkt erreicht hat, könnt ihr schnell den kom­plet­ten auf­ge­la­de­nen Grup­pen­an­griff ver­wen­den. Die­ser Angriff fügt nicht nur mehr Scha­den zu als nor­ma­le Tref­fer, son­dern kann auch Tei­le bestimm­ter Fein­de zer­stö­ren, um zusätz­li­che Gegen­stän­de zu gewin­nen. Die­ses Sys­tem ent­fal­tet sich bei Boss-Kämp­fen, wo man deren Angrif­fe abbre­chen kann, indem man Tei­le zer­stört. Dafür erhal­tet ihr dann Zugang zu neu­en Clio­nen. Clio­ne fun­gie­ren in Zan­ki Zero als Spe­zi­al­ma­nö­ver oder Zau­ber. Cha­rak­te­re, die Clio­ne aus­rüs­ten, erhal­ten neue Angrif­fe oder Unter­stüt­zungs­fä­hig­kei­ten. Die­se bei­den Sys­te­me machen das Dun­ge­on-Craw­ling etwas ange­neh­mer, füh­ren aber dazu, dass ihr häu­fi­ger Auf­la­de­an­grif­fe als nor­ma­le Atta­cken ver­wen­det – nicht gera­de moti­vie­rend.

Die Rui­nen sind gut gewor­den und bie­ten in jedem Are­al eine gro­ße Men­ge an ein­zig­ar­ti­gen Rät­seln und Gim­micks. Zan­ki Zero bie­tet Rät­sel, die zu häu­fig auf Gegen­stän­den oder Knöpf­chen­drü­ckenbasie­ren.Ande­rer­seits stel­len sie eine ange­neh­me Abwechs­lung zum Kampf­sys­tem dar. Es wäre schön gewe­sen, wenn es ein paar zusätz­li­che Rui­nen gege­ben hät­te, die nicht mit den Haupt­fi­gu­ren ver­bun­den sind. So hät­te man zusätz­li­che Sto­ry-Ereig­nis­se zwi­schen den Haupt­be­rei­chen hin­zu­fü­gen kön­nen. Das eigent­li­che Pro­blem liegt aber woan­ders.

Zuvor haben wir erwähnt, dass die Haupt­cha­rak­te­re nur für eine vor­ge­ge­be­ne Zeit leben kön­nen. Danach müs­sen sie wie­der geklont wer­den. Die­ses Sys­tem und die Über­le­bens­ele­men­te ver­schlech­tern Zan­ki Zeros Dun­ge­on-Craw­ler-Game­play. Zunächst hat jeder Cha­rak­ter eine Rei­he an Anzei­gen für Aus­dau­er, Stress und Bla­se, die stets gepflegt wer­den müs­sen. Das bedeu­tet, ihr soll­tet jeder­zeit Lebens­mit­tel und Gegen­stän­de, die Stress redu­zie­ren kön­nen, mit­neh­men. Das Pro­blem ist, dass eure Aus­dau­er unglaub­lich zur Nei­ge geht, wenn ihr nicht gera­de auf einer der ein­fa­chen Schwie­rig­keits­gra­de spielt. Also esst ihr und die Bla­sen­an­zei­ge eures Cha­rak­ters befüllt sich wie­der. Selbst das Essen kann auf­grund des Inven­tar­sys­tems etwas fri­cke­lig sein, da man das gewünsch­te Lebens­mit­tel aus­wäh­len und dann auf das Por­trät des Cha­rak­ters bewe­gen muss. Die­se Über­le­bens­sys­te­me füh­len sich nach den ers­ten Rui­nen wie Arbeit an, obwohl sie für sich genom­men funk­tio­niert hät­ten.

Wäh­rend ihr die Rui­nen erforscht, wer­det ihr von den Alte­rungs- und Klon­sys­te­men genervt. Unse­ren Erfah­run­gen zufol­ge ver­geht ein Tag pro Stock­werk. Zu Beginn kön­nen Klo­ne in Zan­ki Zero nur 13 Tage lang über­le­ben. Dun­ge­ons umfas­sen aller­dings min­des­tens fünf Stock­wer­ke. Das resul­tiert unwei­ger­lich im Able­ben von Cha­rak­te­ren ohne Feind­ein­wir­kung oder des Stol­perns in eine Fal­le. Tote Cha­rak­te­re las­sen alle ihre Gegen­stän­de fal­len und sie kön­nen nur geklont wer­den, wenn sie wie­der zu Gara­ge Island zurück­ge­kehrt sind. Back­tracking ist also buch­stäb­lich vor­pro­gram­miert und ande­re Cha­rak­te­re altern wäh­rend­des­sen oder erlei­den eine Punkt­stra­fe. Um Cha­rak­te­re zu klo­nen benö­tigt ihr Punk­te. Lasst ihr ein­gangs zu vie­le Cha­rak­te­re ster­ben, gehen euch schnell die Punk­te aus, um sie klo­nen zu kön­nen.

Das führt dazu, dass ihr zwi­schen dem Klo­nen und Sam­meln von Gegen­stän­den stän­dig Aus­flü­ge von und nach Gara­ge Island unter­neh­men müsst. Back­tracking ist bei DRPGs bereits dann läs­tig, wenn man an einem bestimm­ten Rät­sel fest­steckt oder in eine Gru­be fällt. Die­se zusätz­li­chen Unter­bre­chun­gen fal­len dann noch mehr ins Gewicht. Beim Klo­nen kann der Cha­rak­ter Kapi­tal aus sei­ner Todes­ur­sa­che schla­gen. Vie­le die­ser Boni zie­hen aller­dings ange­sichts der Her­aus­for­de­rung ihn wie­der­zu­be­le­ben kei­ne gro­ßen Aus­wir­kun­gen nach sich. Ohne die Alte­rungs­me­cha­nik wäre das Klon­sys­tem sinn­vol­ler gewe­sen. Man hät­te Cha­rak­te­re auf eine abstru­se Wei­se wie­der­be­le­ben und ab und an Boni erhal­ten kön­nen. Da Cha­rak­te­re aller­dings ohne­hin ster­ben, kommt das Spiel­ge­sche­hen immer wie­der zu abrup­ten Unter­bre­chun­gen.

Fazit

Zan­ki Zero ver­säumt es, DRPG und Über­le­bens­me­cha­ni­ken auf sinn­vol­le Wei­se zu kom­bi­nie­ren, obwohl die star­ke Cha­rak­te­ri­sie­rung eini­ge der Män­gel aus­gleicht. Fans der Dang­an­ron­pa-Serie kön­nen mit Zan­ki Zero viel Spaß haben. Sucht ihr hin­ge­gen ein gutes DRPG, seid ihr hier fehl am Platz.

Twitch Live Stream is ONLINE
Twitch Live Stream is OFFLINE