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SEGA Mega Drive Mini angetestet

Das SEGA Mega Drive wird in diesem Jahr in Europa 30 Jahre alt. Grund genug für eine Neuauflage im Mini-Format. Wir haben das gute Stück für euch angetestet.

Das SEGA Mega Drive erschien im November 1990 in Deutschland und läutete die offiziell vierte Konsolengeneration ein – die Ära der 16 Bit-Konsolen. Damit erschien die Konsole zeitgleich mit dem Super Famicom (hier besser bekannt unter dem Namen Super Nintendo Entertainment System) in Japan. Europäer konnten daher entweder kostspielig ein SNES importieren (und brauchten dabei einen guten japanischen Wortschatz), oder sie griffen zum Mega Drive. 29 Jahre später ist SEGA lediglich als Software-Hersteller im Geschäft und legt die Kult-Konsole neu auf.

Zunächst die harten Fakten: Das SEGA Mega Drive Mini ist 55 Prozent so groß wie sein Original. In Zahlen: 154×39×116 Millimeter. Der ewige Rivale Nintendo veröffentlichte 2017 das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo, welches die Maße 110×40,5×133 Millimeter umfasste. Kein Wunder, denn auch das originale SEGA Mega Drive war um einiges größer als das Super Nintendo. Laut den gängigen Vertriebsplattformen wiegt das SEGA Mega Drive Mini circa 1 Kilogramm, während das Super Nintendo Mini auf knapp 1,2 Kilogramm kommt. Hält man es in der Hand, stellt es sich jedenfalls als wahres Fliegengewicht heraus.

Der ikonische Disk-Toplader wurde wie bei der Modulschacht des Super Nintendo Mini in verkleinerter Form nachgebaut. Zusätzlich gibt es einen Schieberegler für die Kopfhörerlautstärke, der wohl ebenfalls lediglich eine optische Spielerei ist, ein Reset-Knopf zum Zurücksetzen der Konsole und ein weiterer Schieberegler, mit dem man die Konsole ein- und ausschaltet. Auf der Rückseite sind ein Mini-USB-Slot für die Stromversorgung und ein HDMI-Anschluss für die Verbindung zum Fernseher angebracht. In der Verpackung liegen jeweils ein langes Mini-USB-auf-USB- und ein HDMI-Kabel, ein Netzteil ist nur in der nordamerikanischen Fassung Teil der Box.

Die beiden beigelegten Controller sind dem der Urkonsole nachempfunden. Darauf sind ein Start-Button, ein Steuerkreuz und die Taste A, B und C angebracht. Die Länge der Kabel fällt mit 182 cm etwas kürzer aus als die des Super Nintendo Mini mit 230 cm. Im Vergleich zur Nintendo-Konsole legt SEGA aber nicht nur einen, sondern gleich zwei Controller bei, um die zahlreichen vorinstallierten Games direkt im Multiplayer spielen zu können. Die Controller sind im Übrigen mit USB angebunden, die Kabel sind fest in den Controllern verbaut. Andere Eingabegeräte nehmen die beiden USB-Ports des SEGA Mega Drive mini allerdings nicht an.

Jede Klassikkonsole steht und fällt mit der Spieleauswahl. Das musste zuletzt keiner so schmerzlich erfahren wie Sony mit ihrer PlayStation Classic. SEGA geht hier einen ähnlich Weg wie Nintendo und prämiert neue Spiele auf der Mini-Konsole, die für das Originalsystem nie verfügbar waren. Auf dem Super Nintendo Mini konnte man erstmals Star Fox 2 spielen. Das SEGA Mega Drive Mini ermöglicht es erstmals, Tetris und Darius in einer Mega Drive-Version zu erleben. SEGA verdoppelt die Anzahl der Spiele des Super Nintendo Classic Mini auf ganze 42. Mit dabei sind:

Alex Kidd in the Enchanted Castle
Alisia Dragoon
Altered Beast
Castle of Illusion Starring Mickey Mouse
Castlevania: The New Generation
Columns
Comix Zone
Darius
Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine
Dynamite Headdy
Earthworm Jim
Ecco the Dolphin
Eternal Champions
Ghouls ‘n GhostsGolden Axe
Gunstar Heroes
Kid Chameleon
Landstalker
Light Crusader
Mega Man: The Wily Wars
Monster World IV
Phantasy Star IV: The End of the Millennium
Probotector
Road Rash II
Shining Force
Shinobi III
Sonic The Hedgehog
Sonic The Hedgehog 2
Sonic The Hedgehog Spinball
Space Harrier 2
Story of Thor
Street Fighter II: Special Champion Edition
Streets of Rage 2
Strider
Super Fantasy Zone
Tetris
Thunder Force III
ToeJam & Earl
Vectorman
Virtua Fighter 2
Wonder Boy in Monster World
World of Illusion Starring Mickey Mouse and Donald Duck

SEGA bietet auf der Mega Drive Mini zahlreiche Bonusfeatures, die auf der Originalkonsole nicht verfügbar waren. Nach längerem Drücken der START-Taste könnt ihr den aktuellen Spielstand jederzeit speichern und müsst nach einem Bildschirmtod nicht wieder bis zu dieser Stelle spielen. Vier Speicherstände stehen euch pro Spiel zur Verfügung. Hinzu kommt, dass ihr jederzeit das Spielgeschehen für einige Augenblicke zurückspulen und die Stelle erneut angehen könnt. Das erspart aufgrund des gemessen an heutigen Verhältnissen hohen Schwierigkeitsgrades der Spiele doch etwas Frust. Darüber hinaus könnt ihr die Spiele in 4:3 oder auch 16:9 erleben. Zusätzlich könnt ihr mit dem C-Knopf einen CRT-Filter aktivieren und somit das Aussehen auf einem alten Röhrenbildschirm simulieren. Spielt ihr “oldschool” im 4:3-Modus, könnt ihr aus drei Hintergründen wählen. Diese Features kennt man so auch schon dem Super Nintendo Mini und sie wurden im SEGA Mega Drive Mini ähnlich intuitiv reagiert. Vorteil: Ihr könnt im Gegensatz zum Super Nintendo Mini per Knopfdruck auf dem Controller zur Spielauswahl zurückkehren und müsst nicht aufstehen und den Reset-Knopf an der Konsole betätigen. Nachteil: Man muss die START-Taste gefühlt etwas zu lang halten, um in das Menü zu kommen.

Fazit

Bei dem SEGA Mega Drive Mini handelt es sich um eine solide Retro-Konsole im Hosentaschenformat. Das Gerät ist in vielen Eigenschaften weiterentwickelt im Vergleich zur Konkurrenz und die Spielauswahl ist angenehm breit, großartige Überraschungen bietet es aber nicht. Wer mit dem Mega Drive aufgewachsen ist oder die die größten Hits der Konsole nachholen möchte, liegt mit dem Mega Drive Mini richtig.

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