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Im Test: Arc of Alchemist

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Wenn man bedenkt, wie viele Compile Heart-Spiele wir bereits getestet haben, mag man meinen, wir h├Ątten das Schlimmste bereits gesehen. Arc of Alchemist beweist uns das Gegenteil, da es die schlechtesten Aspekte der vorangegangenen Games des Entwicklers vereint. Das monotone Spielgeschehen, eine fadenscheinige Story und schlecht durchdachte Mechaniken machen das Durchspielen von Arc of Alchemist zu einer Qual. Das Spiel stellt dadurch einen neuen Tiefpunkt in der inkonsequenten Qualit├Ąt des Entwicklers dar.

Arc of Alchemist spielt auf einer post-apokalyptischen Erde und erz├Ąhlt die Geschichte einer kleinen Gruppe, die die Selbstzerst├Ârung der Menschheit r├╝ckg├Ąngig machen soll. Quinn, der Anf├╝hrer der Expedition, ist auf der Suche nach der ÔÇ×Gro├čen MachtÔÇť (Orig.: ÔÇ×Great PowerÔÇť), die vermeintliche Rettung der Menschen. Ihr Team bricht in die ÔÇ×W├╝ste der Anf├ĄngeÔÇť (Orig.: ÔÇ×Desert of BeginningsÔÇť) auf. Dort soll sich die Gro├če Macht befinden. Dabei bek├Ąmpfen sie verschiedene Monster und Maschinen, die die karge Oberfl├Ąche f├╝r sich beanspruchen wollen. Im Vergleich zum Gro├čteil der fr├╝heren Compile Heart-Spiele nimmt die Geschichte diesmal d├╝stere Z├╝ge an und der Fanservice beschr├Ąnkt sich auf ein paar Charakterdesigns. Dadurch wird das Spiel jedoch nicht automatisch gut.

Die Story ist in Betracht der Vielzahl an Hauptcharakteren, die anfangs eingef├╝hrt werden, viel zu kurz. Gemeinsam mit sieben Partymitgliedern werdet ihr direkt ins kalte Wasser geworfen. Es gibt kaum Gr├╝nde, sich f├╝r sie zu interessieren. Von den genannten Partymitgliedern hat nur Quinn Einfluss auf die Geschichte. Die restlichen Figuren sind entweder v├Âllig eindimensional oder sie haben kaum Story-Relevanz. Jester ist daf├╝r das ideale Beispiel. W├Ąre er aus dem Spiel entfernt worden, h├Ątte dies keinerlei Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte. Am Ende unseres weniger als zehn Stunden umfassenden Durchlaufs gab es keinen einzigen Charakter, der uns begeistern konnte.

Eine schlechte Story h├Ątte durch ein tolles Action-RPG-Spielerlebnis aufgefangen werden k├Ânnen, aber es scheint so, als h├Ątten die Entwickler wenig aus ihren Erfahrungen mit dem Genre gelernt. Die Charaktere verf├╝gen lediglich ├╝ber zwei Hauptangriffe, die von der ausger├╝steten Waffe abh├Ąngig sind. Die K├Ąmpfe bestehen aus der Wiederholung dieser Attacken, bis der Gegner stirbt. Das geht dann so weiter. Das ist eint├Ânig und es gibt keine Gelegenheit, kreative Kombos oder irgendetwas anderes au├čer dem H├Ąmmern auf zwei Tasten einzusetzen. Jedes Partymitglied verf├╝gt ├╝ber Spezialangriffe, die gr├Â├čtenteils viel zu beh├Ąbig sind um daraus einen Vorteil zu erzielen.

Um f├╝r Abwechslung zu sorgen, bietet Arc of Alchemist eine Basenbau-Mechanik,. Aufgrund seiner simplen Umsetzung f├Ąllt aber auch dieses Spielelement flach. Eure Basis kann um neue Geb├Ąude erweitert werden. Jedes Geb├Ąude verf├╝gt ├╝ber Boni wie das Freischalten neuer Gegenst├Ąnde und Waffen, die fortan zum Kauf angeboten werden. Das Bauen erfordert Geld und Materialien. Beides ist erstaunlich einfach zu bekommen. Der Bau von Geb├Ąuden beschert euch in manchen Konfigurationen gr├Â├čere Boni, doch nach was sich die genau richten, wird in dem Spiel nie erkl├Ąrt. Theoretisch w├╝rde euch das Rathaus dazu bewegen, die Spielwelt weiter zu erforschen, doch tats├Ąchlich sind die meisten Verbesserungen auf einfache Weise herzustellen.

Apropos Erforschen: Die Areale in Arc of Alchemist sehen so schlimm aus wie in noch keinem anderen Compile Heart-Spiel. Da die Ressourcen der Welt zur Neige gegangen sind, bewegen wir uns fast ausschlie├člich durch ├Âde W├╝sten. Dadurch werden nicht nur viele Assets immer wieder benutzt, dieser Umstand wirkt sich zus├Ątzlich negativ auf das Design aus. Anstatt auf kleine Areale zu setzen, sind die Gebiete in Arc of Alchemist unn├Âtig gro├č. Das Erforschen von riesigen Maps ist per se kein Problem, wie Xenoblade Chronicles bewiesen hat. In den Level von Arc of Alchemist ist einfach zu wenig zu tun. Durch triste leere W├╝sten zu laufen macht wirklich keinen Spa├č, besonders wenn man sonst auch nur immer wieder den gleichen Knopf dr├╝ckt.

All diese ernsthaften Probleme und nicht zu Ende gedachten Konzepte werden von einer Kombination aus h├Ąsslicher Optik und f├╝rchterlicher Bildwiederholungsrate begleitet. Arc of Alchemist verf├╝gt ├╝ber Charaktermodelle im Chibi-Stil. Sie sind nicht nur einfach gehalten, manche davon sind einfach nur gr├Ąsslich. Dieser inkonsequente Grafikstil ist das Ergebnis von normalen Gesichtern und unproportionalen K├Ârpern. Es macht fast schon den Eindruck, als h├Ątten mehrere K├╝nstler an manchen dieser Designs gearbeitet. Das f├╝hrte zu unappetitlichen Modellen in dem ver├Âffentlichten Videospiel. Angesichts der einfach gehaltenen Optik, die oft an ein Low Budget-Spiel f├╝r PS2/PS3 erinnert, l├Ąuft das Spiel bemerkenswert schlecht. Es gibt st├Ąndig Framerate-Einbr├╝che und selbst wenn nichts auf dem Bildschirm passiert, f├Ąllt es dem Spiel schwer auf einer Linie zu bleiben.

Fazit

Au├čer einer Hand voll annehmbarer Songs, die zu oft wiederholt werden, hat dieses Action-RPG nicht viel zu bieten. Arc of Alchemist zeigt, dass der Entwickler nicht verstanden hat, was an anderen Genrevertretern Spa├č macht. Das ist frappierend, wenn man die Historie des Entwicklers betrachtet. Wir empfehlen euch, lieber etwas unterhaltsameres wie Ys VIII zu spielen und ├╝ber diesen Titel den Mantel des Schweigens zu h├╝llen.