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Angespielt

Angespielt: Tony Hawk’s Pro Skater 1+2

20 Jahre nach Tony Hawk’s Pro Skater 2 legt Activision die ersten beiden Teile der kultigen Sportspielserie neu auf. Wir konnten das THPS 1+2 Remake anspielen.

Im Oktober 1999 schlug ein PlayStation-Spiel aus dem Hause Neversoft ein wie eine Bombe: Tony Hawk’s Skateboarding, so der hiesige Titel für das erste Tony Hawk’s Pro Skater, hat euch in die Rolle von einem aus zehn realen Skateboardern wie Bob Burnquist, Kareem Campbell und natürlich die namensgebende Legende Tony Hawk, der wenige Monate zuvor auf den X-Games 1999 den bis dato als nicht zu stehen geltenden 900 gestanden hat und damit endgültig in den Skate-Olymp aufgestiegen ist. Die Level waren klassischen Skate-Spots wie einer Schule in Miami, der Innenstadt von Minneapolis und Roswell in New Mexico. In letzterem zeigte sich einmal mehr, dass der Spaß-Faktor auch im Leveldesign groß geschrieben wird, schließlich findet man selbstverständlich das ein oder andere skurrile Alien-Experiment, während man durch den riesigen Skatepark fährt.

Die Tony Hawk’s Pro Skater-Reihe überzeugte bis Teil 4 mit einer präzisen Steuerung, einem durchaus hohen Schwierigkeitsgrad und einer Fülle an Tricks. Im Laufe der Zeit fügte man auch zusätzliche Gameplay-Mechaniken wie den Revert in Teil 3 hinzu, der aktuell nicht mehr wegzudenken ist. Nach Tony Hawk’s Pro Skater 4 versuchte Activision, die enorm populäre Franchise in allerlei Richtungen auszuweiten, sei es erweitertes Storytelling (Tony Hawk’s Underground), die Reise vom Amateur zum Profi (Tony Hawk’s Proving Ground), eine Dual-Stick-Steuerung wie im EA-Konkurrenten Skate (Tony Hawk’s Project 8) oder Bewegungssteuerung (Tony Hawk: Ride). Während die erstgenannten Games noch in Ordnung waren, wurde der Output mit höherer Veröffentlichungsfrequenz und wechselnden Entwicklerstudios qualitativ immer schlechter. Der Tiefpunkt war mit Tony Hawk’s Pro Skater HD und Pro Skater 5 erreicht. Obwohl man sich auf die Stärken des Serienbeginns besinnen wollte, hat man durch eine äußerst unpräzise Steuerung, fehlende klassische Modi und diverse technische Unzulänglichkeiten das Board gegen die Wand gefahren – aber ohne einen Wallride zu vollführen.

Tony Hawk’s Pro Skater 1+2 von Vicarious Visions und Beenox soll alles besser machen und das klassische Feeling eines Tony Hawk-Titels versprühen, aber technisch auf der  Höhe der Zeit sein. 19 Level aus den ersten beiden Serienteilen sind enthalten, darunter der Bullring und der Hangar aus Teil 2 und die Mall und das Warehouse aus Teil 1. Sogar die Maps Hoffman Factory und Rooftops aus den N64- und GBA-Ablegern sind mit dabei. Auch der ikonische Soundtrack ist mit Ausnahme von drei Tracks vollständig verfügbar. Zusätzlich könnt ihr 37 neuen Songs hören, während ihr durch die Halfpipes springt. Als Modi stehen die klassische Einzelsession als auch Skate-Touren, ein Multiplayer (lokal für 2 und online für bis zu 8 Spieler) und die Park-Erstellung zur Verfügung. Besonders letzterer Modus strotzt vor Möglichkeiten, wie man ersten Berichten entnehmen kann.

Doch wir konzentrieren uns nachfolgend auf das, was wir bereits spielen konnten – das Warehouse-Level aus Tony Hawk’s Skateboarding alias Pro Skater 1 in der PlayStation 4-Version von Tony Hawk’s Pro Skater 1+2. Mit Tony Hawk haben wir die Kicker Gap mit diversen Flips übersprungen, sind durch den Raum über der Halfpipe gecrasht, haben darunter diverse Spezialtricks wie den 900 vollführt und haben dank eingebautem Revert diverse Grind-, Manual- und Vert-Kombos aneinandergereiht. Währenddessen dröhnten Billy Talent mit Afraid of Heights, Goldfinger mit Superman, Rage Against The Machine mit Guerilla Radio und Tyrone Briggs mit Lose Control aus den Boxen. Das Remake von THPS 1+2 bietet alle Verbesserungen, die die Pro Skater-Reihe nach dem Release der Originalteile mit sich gebracht hat. Das Spielgefühl entspricht dem auf der PlayStation. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit für Puristen, das Spiel auf THPS 1- oder 2-Niveau zu stellen. Der Unterschied wird sich wohl erst nach einigen Stunden in dem vollständigen Spiel offenbaren. Profis können auch die Tricksteuerung entsprechend ihrer Vorlieben mappen. Einsteiger können einige Hilfen hinzuschalten und müssen so z. B. nicht die Grinds an Rails ausbalancieren und/oder haben stets eine bestückte Spezialanzeige, die man ansonsten durch gestandene Tricks auffüllen muss. Tony Hawk’s Pro Skater 1+2 spielt sich um Meilen besser als die letzten beiden Games auf der letzten Konsolengeneration. Mit Skater XL und Session sowie dem kommenden Skate-Reboot hat man auch ordentlich Konkurrenz, THPS 1+2 bleibt der Serie allerdings treu und ist ein arcadiges Vergnügen ohne Realismusanspruch.

Vorabfazit

Tony Hawk’s Pro Skater 1+2 überzeugt bereits im ersten Anspielen im penibel nachgebauten und auf Hochglanz polierten Warehouse-Level mit eingängiger Steuerung, einer der Vorlage nachempfundenen Skatephysik, toller 4K-Optik auf der PS4 Pro und großartigem Soundtrack. Ob die einzelnen Modi auf Dauer motivieren (das Menü gab zumindest Aufschluss darauf, dass man Erfahrungspunkte sammeln und eine Fülle an Decks und Kostümen freischalten werden kann), die übrigen Areale mit ebenso viel Liebe zum Detail den Originalen nachempfunden wurden und der Netcode hält werden wir überprüfen und euch berichten, sobald wir die Vollversion ausführlich gespielt haben. Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß mit Tony Hawk’s Pro Skater 1+2, das ab heute für die PlayStation 4 und die Xbox One erhältlich ist.

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