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Im Test: Hitman 3

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In unserem Test erfahrt ihr, ob es Hitman 3 gelungen ist, seine Vorgänger zu übertreffen und Agent 47 einen verdienten Abschluss der Reboot-Trilogie zu verschaffen.

Dieser Test wurde ursprünglich von Moe auf Englisch geschrieben.

Als IO Interactive im Jahr 2016 die Hitman-Marke wiederaufleben ließ dachten wir uns, “oh super, eine weitere Serie geht den Bach ‘runter.” 2018 erschien Hitman 2 und wir wurden in beiden Fällen positiv überrascht. Die Reboots dienten nach unserem Eindruck nicht, um schnelles Geld zu machen und die Nostalgie der Fans dafür auszunutzen. Beide Games überzeugten mit hoher Qualität. Jetzt sind wir im Jahr 2021 angelangt und die Trilogie endet mit einem furiosen Finale.

Verbesserungen/Änderungen

Zwar sind die Verbesserungen im Vergleich zu Hitman 2 nicht offensichtlich, die Weiterentwicklung der Engine ist allerdings bedeutend genug um zu vergegenwärtigen, dass sich die Technik in den zwei Jahren seit der Veröffentlichung des letzten Teils weiterentwickelt hat. Auf modernen PCs sieht Hitman 3 fantastisch aus. Das Action-Adventure verfügt über eingebaute HDR-Unterstützung und einen Großteil der Grafikoptionen, die Gamer/-innen derzeit gewohnt sind. Unterstützung für RTX Ray Tracing soll dem Spiel nachträglich hinzugefügt werden. Mit PC-Hardware der letzten Generationen werdet ihr es schwer haben, mit allen aktivierten Grafikoptionen in Auflösungen über 1080p flüssige 60 Bilder pro Sekunde zu erreichen. Diese Problematik besteht insbesondere bei Grafikkarten, die vor der NVIDIA GeForce GTX 2080 erschienen sind. In den Grafikoptionen verbirgt sich die sogenannte “Simulationsqualität”, welche lediglich die Wahl zwischen “Standard-Qualität” und “Hohe Qualität” erlaubt.

Diese Option wirkt sich hauptsächlich auf die Darstellung von physikalischen Objekten wie Einschläge von Geschossen, Zerstörung der Umgebung und auf das Partikelsystems aus. Problematisch ist dabei, dass diese beiden Wahlmöglichkeiten die Optionen entweder ein- oder ausschalten. Entscheidet ihr euch für die Standard-Option, stellt das Spiel keine Zerstörungen der Umgebung dar und Objekte verlieren deutlich an Details. Das Spiel sieht dann so aus, als würde es auf einer ganz anderen Engine laufen. In hoher Qualität explodieren Bücher förmlich in viele verschiedene Seiten, Marmorplatten zerbrechen, Polster zerreißen und offenbaren den darin enthaltenen Schaumstoff – alles sieht wesentlich realitätsnäher aus.

Wir haben Hitman 3 auf einiem PC mit folgenden Komponenten durchgespielt: Intel Core i7 6850k mit 32 GB RAM und einer NVIDIA GeForce GTX 1080. Die Bildwiederholungsrate ging während unseres Tests nur dann in die Knie, wenn die Simulationsqualität auf hoch eingestellt war und wir auf Bücher geschossen haben. Das Effektgewitter stellte unseren PC allerdings vor keine Performance-Probleme. Es wäre wünschenswert gewesen, den Spielerinnen und Spielern zusätzliche Optionen an die Hand zu geben, um gewisse Aspekte reduziert darzustellen und andere hervorzuheben. Spielt ihr Hitman 3 auf einem HDR-fähigen Monitor, sieht die Beleuchtung so hell und realistisch aus, dass man sich kneifen muss. Das Beleuchtungssystem wurde allerdings auch in seiner Gesamtheit verbessert und das macht sich auch ohne HDR bemerkbar.

Das Menüdesign und die Bildschirmanzeigen sehen so aus, wie man es aus den Hitman-Spielen seit 2016 gewohnt ist. Neueinsteiger sehen sich in den Menüs mit einer Vielzahl Informationen konfrontiert, müssen sich erst einmal zurecht finden und herausfinden, welche Optionen verändert werden können und welche nicht. Sobald man sich allerdings mit dem Menüdesign beschäftigt hat, sieht man die Sinnhaftigkeit dahinter und die Navigation funktioniert ausgesprochen gut. Herausforderungen, Ziele, Verträge und weitere relevante Informationen lassen sich in einem flüssigen, leicht zu navigierenden Menüsystem einsehen.

Gameplay

Kommen wir zum Eingemachten und der wichtigen Frage, ob Hitman 3 ein Fortschritt gegenüber Hitman 2 ist.

Die Scharfschützenmechaniken in dem Modus Sniper Assassin können in ihrer Komplexität nicht mit Spielen mithalten, die sich völlig auf diese Mechanik konzentrieren. Ihr könnt die Luft nicht anhalten und euch nicht hinlegen, um besser zielen zu können, und eine Zeitlupenfunktion ist ebenfalls nicht enthalten. Hinzu kommt, dass euer Fadenkreuz so sehr wackelt, dass ein gelungener Abschuss dem Zähmen eines wilden Affen gleicht, der sich gerade ein Glas Scotch genehmigt hat.
Die Sniper-Level stellen eine unterhaltsame Ablenkung von der üblichen Spielmechanik dar, Tiefgründigkeit solltet ihr allerdings nicht davon erwarten.

Die Kampagne und die einzeln anwählbaren Missionen wurden so gestaltet, dass ihr sie mehrfach angehen könnt. Die vielen Ziele, die Möglichkeit neue Ausrüstungsgegenstände und zusätzliche Gebiete freizuschalten räumen Agent 47 viel Raum für Kreativität bei seinen Attentaten ein. Seine stoische ernsthafte Art steht im krassen Gegensatz zu der Art und Weise, wie er seine Widersacher ausschaltet, insbesondere die kunterbunten Verkleidungen, die er nutzt. Wir verweisen auf den Clown-Anzug und die explosive Quietschente, um nur wenige Beispiele zu nennen. Ohne die unterschiedlichen absurden Möglichkeiten auszunutzen, werdet ihr nur rund 20 Prozent des Spiels erleben. In Hitman 3 zahlt es sich aus, die Spielmechaniken auf kreative Weise zu nutzen und sich so neue Wege ebnen.

Stolpert ihr über eine Information oder belauscht ihr ein wichtiges Gespräch, nimmt euch das Spiel an die Hand und führt euch Schritt für Schritt bis zum Mord. Beispielsweise überhört ihr ein Gespräch über eine kaputte Kette, die eine Gruppe von Kronleuchtern an der Decke hält. Es steht euch frei, diesem Hinweis zu folgen, euch auf die Lauer legen bis sich eure Zielperson unter die unsichere Konstruktion begibt und dem Riemenscheibensystem freien Lauf zu lassen. Bang, ein vorteilhafter “Unfall”! Wie im wirklichen Leben haben überstürzte Entscheidungen Konsequenzen und 50 Wachen mit lediglich einer schallgedämpften Pistole zu bekämpfen ist nicht das, was wir uns unter einer rosigen Zukunft vorstellen.

Ihr werdet scheitern und Kollateralschäden werden eure Punktzahl schmälern. Schlussendlich gibt es allerdings keine “richtige” Art, Hitman 3 zu spielen, und das ist das Schöne daran. Spielt es so, wie es euch beliebt.

Grafik

Hitman 3 ist eine optische Pracht. Insbesondere mit aktiviertem HDR sieht die Beleuchtung nahezu fotorealistisch aus und menschliche Charaktere agieren realitätsnah und sehen nahezu menschlich aus. Die Ausnahme ist Agent 47 selbst als wandelndes Rätsel. Die Schauplätze sind riesig und fördern den Entdeckerdrang mit ihren unterschiedlichen Wegen.

Der einzige wirkliche Wermutstropfen ist die fehlende RTX-Unterstützung und das verbesserte Schattierungssystem Variable Shading Rate (VRS), wenn ihr nicht mindestens eine NVIDIA GeForce GTX 2080 euer Eigen nennt. Die Performance-Einbrüche bei unter Beschuss befindlichen Büchern  haben wir bereits angesprochen. Da Agent 47 nicht dafür bekannt ist, mit einem Maschinengewehr im Anschlag in Gebäude zu stürmen, halten sich diese Probleme allerdings in Grenzen.

Sound

Jeder Schauplatz hat eine individuelle überzeugende Klangwelt, die von herumwuselnden gesprächigen Menschenansammlungen über boomende Konzertanlagen bis hin zu Formel-Autos, die Rennstrecken herunterbrettern, reichen.

Wiederspielwert

Das Schwanenlied der Hitman-Trilogie verfügt über einen gewaltigen Umfang.

Die folgenden Schauplätze/Verträge waren in Hitman 3 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Spiels enthalten:

– Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
– Dartmoor, Vereinigtes Königreich
– Berlin, Deutschland
– Chongqing, China
– Mendoza, Argentinien
– Karpaten, Rumänien

IO Interactive wird weitere Inhalte für Hitman 3 veröffentlichen, siehe unten stehende Road Map für Februar 2021.

Praktischer Bonus: Verbindet ihr Hitman 3 mit eurem IO-Account, könnt ihr alle Schauplätze aus Hitman 1 und 2 besuchen und habt so den gesamten Inhalt der Trilogie in einem Spiel. Eure Speicherstände und freigeschalteten Gegenstände könnt ihr auch in Hitman 3 nutzen. Das nennen wir eine gelungene Fortsetzung.

Den Modus Sniper Assassin, der über 3 Karten verfügt, haben wir bereits angesprochen. Er spielt sich wie der Ableger Hitman: Sniper Challenge.

Habt ihr den gesamten Inhalt der Hitman-Trilogie durchgespielt, könnt ihr die zahlreichen Verträge, die von Spielern generiert wurden, absolvieren – der Wiederspielwert ist gigantisch.

Story (Keine Spoiler)

Wir empfehlen euch, zunächst Hitman 1 und 2 zu spielen, bevor ihr mit Hitman 3 beginnt. Die Handlung ist tiefgründig, komplex, voller versteckter Anspielungen und Wendungen.

Wollt ihr die Story allerdings außer Acht nehmen und euch ganz auf die Missionsziele konzentrieren, ist das auch kein Problem. Jede Mission ist von Beginn an anwählbar. Das Ende von Hitman 3 wird euch allerdings erst dann richtig packen und zufrieden stellen, wenn ihr euch auch mit der Handlung der gesamten Hitman-Trilogie beschäftigt habt.

Falls ihr Hitman 1 und 2 unter keinen Umständen spielen könnt/wollt, könnt ihr das nachfolgende Video ansehen oder unsere Zusammenfassung lesen (beides auf Englisch), die ihr hinter der Spoiler-Abgrenzung findet. Wesentlich eindrucksvoller ist es natürlich, die Story selbst in den Spielen zu erleben.

Story von Hitman 1 und 2 (SPOILER)

Spoiler

Spoiler warning

The following content has SPOILERS for Hitman 1 and 2. If you’ve not played 1 and 2 and don’t want any spoilers, please skip the STORY (NO SPOILERS) section.

Last Chance…?

HITMAN 1:

Hitman 1 (2016) starts in 1999 with Agent 47 being recruited into the assassination organization known as ICA. ICA is considered a neutral group which completes contracts for the highest bidder, regardless of morality or lack there of. The director of ICA, Eric Sodders, does not like 47 and tries to stop his from passing the recruitment.
Mrs. Diana Burnwood, agent 47’s handler, helps him out so that he passes the tests to become an ICA agent.

Years later, 47 has to assassinate leaders of a spy network called IAGO that reveal lists of world secrets to the highest bidder.
During events that 47 is unaware of, the player learns of the “Shadow Client”, who obtains the list from the target before Agent 47 makes the hit.

Throughout the events of Hitman, this Shadow Client is always one step ahead of 47 by getting information from 47s targets before 47 eliminates said targets.
Eventually it is learned that Agent 47 has killed members of a group called “Providence”, a secret world government organization that controls world affairs.
The ICA directs 47 to take out this Shadow Client to stop them from influencing anymore world events.

47 tracks the Shadow Client to a militia outpost, and after eliminating most of the leaders, 47 finds a room that shows an evidence board dedicated to following 47’s history, kills and events in his life. This makes 47 think that the Shadow Client has been hunting him down all along.

After these events, the director of ICA, Eric Sodders, goes rouge and tells Providence that he will give up the identities and locations of all ICA agents in exchange for his life.
47 kills Sodders after learning of this to protect the ICA.
At the end of Hitman 1, we see Diana Burnwood meet with a Providence leader to discuss working together to find the Shadow Client.

HITMAN 2:

Agent 47 and his handler, Mrs. Burnwood, are working for Providence to find and eliminate the Shadow Client.

47 goes to Miami to kill Providence members who are found to work for the Shadow Client.
It is during this that its revealed that the “Shadow Client” in Lucas Grey, the former head of security for Providence.
47’s assassinations force Lucas Grey to reveal the existence of Providence to the world.

47 tracks down Grey to an outpost in Romania where it’s revealed that both 47 and Grey were clones created by a Dr. Ortmeyer and were raised in this facility to be perfect assassins for Providence.
47 and Grey explain to Mrs. Burnwood that Providence was not only behind a program to create super assassin children, but that Providence controls the world and needs to be taken down.
Grey informs 47 his memories have been wiped when as a child when he and Grey had tried escaping the facility. Grey escaped the wipe, but 47 did not.

Grey knows a way to help restore 47’s memory if 47 and Mrs. Burnwood agree to help him against Providence.
Through Grey we also learn the Providence has 3 major members known as “The Partners” and one known as “The Constant” who does the bidding of “The Partners”.
It is learned that the Partners do not trust the Constant and put a bio-chip in him that can poison him at anytime to keep the Constant from going rouge.

47 learns that he killed Diana’s parents earlier in his career when he was working for Providence, and that it is suggested that Diana may even know it was 47 who did this.

47 recalls a memory of the first Constant known as Janice.
47 goes to the funeral of this Janice and the current Constant is there and 47 kidnaps him.
Under duress, the Constance reveals the history of Providence started with 3 major families coming together to form the Partners to dictate world events.

In the meantime, Diana convinces Providence that 47 and her are in ICA and still working to eliminate Lucas Grey, all the while they are hunting down Providence.
When the Partners learn of the Constant being kidnapped, they fake their own deaths, but 47 tracks down who he thinks is the Partners and kills who he assumes is the Partners who have had fake names and facial reconstruction.

All the funding and control that was supposed to go to the new partners is not going to them, but has being funneled to someone else, the current Constance, Arthur Edwards, who Diana believed was in jail.

In the last cut scene of the Hitman 2 DLC, it is revealed someone helped Arthur Edwards escape and it’s implied that Lucas Grey may have been the one who helped him.

Fazit

Hitman 3 ist ein würdiger Abschluss der Reboot-Trilogie. Langjährige Anhänger der Hitman-Spiele vor dem Reboot im Jahr 2016 freuen sich darüber, dass sich die Serie im Kern treu geblieben ist und nahezu jede Facette des Spiels verbessert wurde.

Habt ihr euch die beiden Vorgänger geholt, seid aber aufgrund des riesigen Backlogs noch nicht dazu gekommen, sie zu spielen, bietet euch Hitman 3 die ideale Gelegenheit die Trilogie von Anfang bis Ende zu spielen, mit verbesserter Engine und zusätzlichen Optionen, alles in einem Spiel.

Puristen meinen, dass die Hitman-Spiele vor 2016 besser waren, weil sie wesentlich schwieriger waren. Dazu sei gesagt, dass ein höherer Schwierigkeitsgrad allerdings nicht automatisch zu einem besseren Spiel führt. Mit einer Vielzahl an Optionen könnt ihr Hitman 3 nach Belieben zugänglich oder beinhart gestalten.

Die Hitman-Serie ist einzigartig in ihrer Spielmechanik und Hitman 3 perfektioniert diese Formel in nahezu allen Bereichen.

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