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Test

Im Test: Glitchpunk

Wir gehen der Frage nach was passiert, wenn ein klassisches GTA und Cyberpunk ein Baby bekommen und ob das daraus resultierende Glitchpunk ein gutes Spiel ist.

Der Entwickler Dark Lord möchte hier im Vertrieb durch Daedalic Entertainment wohl bekannte Spielgefühle aufleben lassen. An wen möchte sich Glitchpunk richten? In erster Linie an alle, die GTA geliebt haben und das Cyberpunk-Setting mögen. So gibt es wie in GTA Gang-Missionen, aber auch Kopfgeldjagden, Garagen sowie die passenden Autos, die man Tunen kann, und natürlich Schlachten mit der Polizei. Genau das Gefühl bekommen wir von der ersten Spielminute an hier in diesem Spiel.

Wir erleben Glitchpunk in einer Spielansicht, die uns doch sehr bekannt vor kommt und zwar im “Top Down”. Wir haben die Möglichkeit mit Gamepad oder mit Maus und Tastatur zu spielen. Wobei uns hier die Steuerung mit Maus und Tastatur irgendwie besser gefallen hatte. Dies muss aber nicht bedeuten, dass sich Glitchpunk mit Gamepad schlechter spielt. Das Spielgefühl ist einfach passender.

Beim Spielstart springt als erstes der Grafikstil ins Auge. Dieser ist konsequent im Pixellook gehalten. Befinden wir uns außerhalb der schicken Lichter, sieht das Spiel doch recht matschig aus und ist in ein merkwürdig aussehendes Grün getaucht. Der Farbstil erinnert wohl etwas älteren SpielerInnen an die typischen Grünmonitore (auch Monochrommonitore genannt). Dies wirkt anfänglich zwar recht witzig, aber da man mit dem Absolvieren der Missionen doch hier und da länger beschäftigt ist, kann dieser Umstand doch buchstäblich ins Auge gehen. Die Bildschirmanzeigen gefallen uns gut, da sie stilistisch passend, gut lesbar und intuitiv sind. Die Karte hat wichtige Filterfunktionen, die man eindeutig benutzen sollte, da diese sonst mit recht großen Symbolen enorm überladen ist. Ansonsten ist die Benutzerführung in den Menüs gelungen. Die Steuerung erinnert hier und da eindeutig an GTA und geht recht gut von der Hand. Nur beim Herumfahren mit diversen motorisiertem Vehikeln benötigten wir eindeutig Übung, da man doch sehr schnell an Wänden von Gebäuden klebt und Kurven nicht so leicht nehmen kann. Glücklicherweise lässt sich das Steuern bei der Autofahrt einstellen. Das Feature nennt sich “Relative Steering”, aber hier ist Obacht geboten, da man sich dort gut softlocken kann. Dies passiert dann mal gerne, wenn man an einer Wand entlang fährt und von dort nicht mehr weg kommt. Steigt man daraufhin aus dem Fahrzeug aus, bricht das Spiele einfach eure aktuelle Mission ab und ihr dürft von vorne beginnen. Herumlaufen und Schießen macht in Glitchpunk wiederum richtig Spaß.

In Sachen Sound bewegen wir uns hier in einem Rahmen, der OK ist. Was wir nach einer Weile wirklich runter geregelt haben, sind die Umgebungsgeräusche, da das Glockenschlagen auf Dauer nerven kann.

Nachdem wir nun die technischen Bedingungen abgesteckt haben, kommen wir zum eigentlichen Spiel. Am Anfang haben wir die die Wahl zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter. Dieser Umstand erinnert bereits an Cyberpunk 2077 und dieser Trend wird sich fortsetzen. Es ist egal, welches Geschlecht man wählt, der Hauptcharakter heißt in jedem Falle Texas. Nachdem wir dies gemacht haben, dürfen wir in der ersten Welt als Android die Stadt “New Baltia” betreten, die dann mit ca. acht Stunden Spielzeit aufwartet. Später sollen “Outpost Texas”, “Moscow” und “Neo Tokyo” hinzu kommen. Nachdem wir nun in dieser Welt aufwachen oder eher gesagt Booten, nimmt uns das Spiel etwas an die Hand und erklärt uns einiges in Sachen Steuerung. Dabei erhalten wir die ersten Missionen. So langsam erfahren wir, dass wir einen Glitch haben. Durch diesen Glitch hat die Spielfigur den “Fehler”, dass sie einen eigenen Willen besitzt und machen kann, was sie möchte. Sobald wir auf Gegner treffen haben wir die Möglichkeiten, sie mit Fern- sowie Nahkampf aber auch mit Hacks zu ärgern. Kommen uns dabei Cops oder Zivilisten in die Quere, bekommen wir hier recht fix einen Fahndungslevel. Dieser baut sich mit der Zeit langsam ab, sobald sich die Lage beruhigt. Mit dem Absolvieren der Missionen schreiten wir in der Story voran und erhalten Belohnungen.

In Glitchpunk werden wir mit recht ernsten Themen konfrontiert. Die Auswahl der Themen und der recht schwarze Humor verdeutlichen, dass ein älteres Publikum angesprochen werden soll. In den Missionen haben wir den Eindruck, dass sie sich im Schwierigkeitsgrad stark unterscheiden. Einige Missionen waren äußerst einfach zu bewältigen und bei anderen brauchten wir auch gut und gerne fünf Anläufe damit dieser abgeschlossen sind. Die Ladezeiten waren dabei recht lang, da man sonst oft auch mit Verlusten zu rechnen hat. Daher der Ratschlag, in der eigenen Wohnung zu speichern. Die Belohnungen reichen von Geld, über Waffen und Items bis hin zu Implantaten. Durch letztere haben wir Einfluss darauf, wie sich unsere Spielfigur entwickelt. Zudem gibt es mehrere Gangs, mit denen man sich mehr oder weniger gut stellen kann. Dadurch nimmt man ebenfalls Einfluss auf das Spielgeschehen. So fangen euch Gangmitglieder von nicht Fraktionen, die euch nicht gerade freundlich gesinnt sind, gerne mal ab. Bei fußläufiger Erkundung solltet ihr auf Taschendiebe, die gern an das Kleingeld in euren Taschen wollen, aufpassen.

Fazit

Wir hatten Freude an Glitchpunk, wenn es auch kleine Abstriche gibt. Das Spielerlebnis wird leicht von der hakeligen Steuerung der Fahrzeuge, dem schwankenden Schwierigkeitsgrad und dem üblen grünen Farbstich geschmälert. Die Story dagegen wirkt recht erwachsen und treibt einen an immer weiterzumachen, da man doch gern wissen möchte, in welche Richtung sie sich entwickelt. Da das Spiel erst im Early Access ist gehen wir davon aus, dass hier und da noch nachgebessert wird. Der Day One Patch hat einige Probleme behoben und die Bildwiederholungsrate verbessert.

Glitchpunk ist am 11. August 2021 bei Steam erschienen und ist dort regulär für 19,99 Euro zu haben und aktuell für 11,99 Euro im Angebot.

Die Screenshots haben wir mit der PC-Version erstellt.

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