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Zelluloitis: Detektiv Conan 25 – Die Halloween-Braut

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Am 31. Mai startet der 25. Detektiv Conan-Film Die Halloween-Braut in deutschen Kinos. Wir klären euch darüber auf, ob es sich lohnt ein Kinoticket zu lösen.

“Happy Halloween!!”, sollte man hier normalerweise sagen können, aber wir befinden uns Anfang Mai, weit weg von allem, das auch nur Halloween ähnelt. Und trotzdem überrascht uns Japan mit dem 25. – ja richtig gelesen! – 25. Detektiv Conan-Film Die Halloween Braut.
Es gibt auch eine Tl;dr-Sektion (Kurzfassung) für diejenigen, die es besonders eilig haben und auf eine detaillierte Aussage zu dem Film verzichten können. Scrollt einfach bis zum Ende der Kritik. Dort werdet ihr eure Antwort erhalten.

Also machen wir uns ohne weitere Umschweife an die Arbeit! Detektiv Conan – The Movie (25) – Die Halloween-Braut startet mit einer geballten Ladung an Informationen, die für den Film nur bedingt wichtig sind. Aber es ist nun mal Teil der Serie, eine sehr ausladende Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse zu präsentieren, zumindest bis die Detective Boys (Samt Ai Haibara/Shiho) den Redefluss unseres Protagonisten unterbrechen, um den eigentlichen Film zu beginnen. Die Namen werden Neulingen nicht viel sagen, noch werden es sich die wenigsten sofort merken können. Versucht euch also nicht zu sehr davon zu verwirren zu lassen, denn die wichtigsten Orte, sowie Charaktere und bestimmte Ereignisse werden mehrfach im Film entweder angesprochen oder gezeigt. Alles andere gilt im Moment nur als Rahmen für die Handlung.

Die Geschichte:
Ein ziemlich heißer Start. Nach ein paar Erklärungen landet man bei einer Hochzeitsszene, der niemand geringeres als unser Detektiv Conan Edogawa beiwohnt. Direkt danach folgt ein Szenenwechsel, in dem zwei Männer einen Kriminellen verfolgen, der erst vor kurzem aus dem Gefängnis fliehen konnte. Die beiden Männer sind Amuro Toru, Agent der nationalen Polizeibehörde, und Kazami Yuya, der ein Beamter des öffentlichen Sicherheitsbüros ist. Während beide versuchen, besagten Kriminellen dingfest zu machen, geht dieser ohne große Vorwarnung in Flammen auf. Amuro, welcher der Explosion entkommt, kann gerade so einen Kollegen schnappen, bevor dieser über die Brüstung in die Tiefe fällt. Dabei wird er jedoch von einer weiteren Person mit einem seltsamen Halsband bestückt, welches zwei unterschiedlich farbige Flüssigkeiten beinhaltet. Separat sind diese nicht sonderlich gefährlich, vermischt jedoch lassen diese nicht viel von einer Person zurück. Amuro, der durch den Fremdkörper am Hals nicht in der Lage ist, den Fall direkt unter die Lupe zu nehmen, wendet sich an Conan, da er und unser Miniaturdetektiv schon mehrere Begegnungen in der Vergangenheit hatten. Einmal mehr hat sich ein mysteriöser Mörder dazu aufgerafft, mit einer merkwürdigen Apparatur der Welt von Detektiv Conan eine bombastische Halloweenfeier zu bereiten.

Der Drehbuchautor ist übrigens einmal mehr Okura Takahiro, der nicht nur für seine eigenen Detektivdramen bekannt ist, sondern auch bereits an mehreren Skripten für Conan gearbeitet hat, beispielsweise an diversen Animeepisoden und an den Filmen Der purpurrote Liebesbrief und Die stahlblaue Faust.

Aufmerksame und langjährige Zuschauer werden in etwa wissen, wie alles ablaufen wird, denn die Episoden halten sich weiterhin an relativ einfache Erzählformeln. So können erfahrene Fans wahrscheinlich schon ab der Hälfte des Films in etwa sagen, wer hinter all dem stecken könnte.

Als Conan damals startete, wurden meist die fiesen Verbrecher und skrupellosen Schurken als schattenhafte Gestalten dargestellt, von denen man gerade einmal die Augen klar ausmachen konnte. Dies ist hier nicht der Fall, genauso wenig wie in den letzten Teilen der Serie. So bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer zwischendurch immer mal wieder genügend Denkanstöße, um eventuell selbst auf ungewöhnliches Verhalten bestimmter Charaktere zu kommen.

Für eine Detektivserie ist dies natürlich gut. So wollen manche wissen, wer der Verbrecher ist, andere wiederum werden sich wohl eher fragen, wie man den Bösewicht diesmal erwischen wird, wenn überhaupt. Ein anderer Teil dagegen könnte wohlmöglich die Frage stellen: „Wer um alles in der Welt würde knallbunte neonfarbene pink-blaue Flüssigkeiten für eine Bombe nutzen? Und dann sind auch noch beide an den Bomben klar sichtbar machen…?“

Auch die Farbpalette von Detektiv Conan hat sich über die Jahre sehr verändert. Während früher noch eine ziemlich düstere Atmosphäre erzeugt wurde und alles in den ersten paar Folgen etwas realistischer zuging, wird heute mit einer klaren bunten Farbpalette und sehr kreativen Fällen gelockt. Die knallbunte Bombenthematik ist also kein Einzelfall in dieser Filmserie mehr und fällt so nicht allzu sehr aus dem Rahmen. Rund 80-90% des Streifens wird in 2D-Animationen dargestellt und im restlichen Teil des Films werden 3D-Modelle, die sich stark von dem Stil der Animationen unterscheiden, verwendet. Dies ist heutzutage jedoch kein Einzelfall mehr und tritt meist in Szenen auf, die eine hohe Bevölkerungsdichte aufweisen oder eine schnelle ruckartige Kamerafahrt beinhalten.

Der Großteil der Szenen fokussiert sich stark auf bestimmte Charaktere, besonders wenn gerade etwas Wichtiges passiert. Das bedeutet aber nicht, dass die Szenenkomposition darunter leiden muss. Hintergründe, Raumgestaltung, alles ist vollgepackt mit den kleinsten Details und wird durch die unterschiedlichen Winkel, in denen man die einzelnen Charaktere sieht, ebenfalls mehr ins Licht gerückt. Selbst Statisten haben ihre eigenen Bewegungen und Aufgaben, um alles noch ein wenig realistischer zu gestalten. Das Studio hat viel Arbeitszeit dafür verwendet, jeden Winkel und jede Szene auf eine bestimmte Art und Weise hervorzuheben. Das ist an den unterschiedlichen Kamerawinkeln bis hin zu den abrupten Szenewechseln erkennbar.

Diese Mühe haben sie sich auch bei der Komposition des Soundtrack gegeben. Dieser beinhaltet viele Neuauflagen bekannter Tracks und viele stille Momente, um diverse Konversationen und Spannungsmomente hervorzuheben. Im japanischen Original gibt es hier und da Probleme mit der Tonabmischung, was zum Beispiel die Hintergrundmusik und die Stimmen der Charaktere angeht. Mal sind die Charaktere etwas zu leise oder werden von der Hintergrundmusik beinahe übertönt.

Natürlich kommen alle bekannten Sprecher des japanischen Originals zurück und geben wie gewohnt auch nach Jahrzehnten eine sehr gute und gewohnt etwas überdramatisierte Leistung ab. Aber dies ist Detektiv Conan und die Serie lebt so gesehen von dramatischen Begebenheiten, auch wenn man über manche Dinge doch schmunzeln muss.

Kommen wir zu den Untertiteln, die an manchen Stellen recht hilfreich sein können. Die Lokalisierung macht alles in allem eine gute Figur, zumindest sind durch die kurze Satzhaltung kaum größere Fehler aufgefallen. Die Benennungen selbst könnten allerdings hier und da vor allem bei Neulingen Verwirrung stiften. Dies gilt besonders für diverse Bezeichnungen, Titel und Begriffe, für die es im Deutschen kein direktes Äquivalent gibt und zu denen Neulinge noch keine große Verbindung haben werden.

Dafür erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer gegen Ende des Filmes ein geradezu bombastisches Finale mit vielen Feuergefechten, Fluchtszenen und sogar Nahkämpfen. Natürlich steht auch wieder ein spezielles Gimmick von Conan und Professor Agasa im Rampenlicht, auch wenn besagtes Utensil den tödlichen Trick des flammenliebenden Schurken etwas ins Lächerliche zieht.

Detektiv Conan – The Movie (25) – Die Halloween-Braut ist eine angenehme humorvolle Komposition für treue sowie langjährige Fans als auch interessierte Neulinge, jedoch wird der Film es wohl nicht schaffen, auch die harten Skeptiker für sich zu überzeugen. Immerhin bleibt er seinen Wurzeln treu. Der Film bietet Überraschungen, Anspielungen und zurückkehrende Charaktere, um auch diejenigen am Ball zu halten, die sich einfach nur in das Setting und besagte Personen verliebt haben.

Nach dem Abspann, welcher noch zusätzliche Szenen beinhaltet, gibt es übrigens noch eine kleine Überraschung und einen ziemlich langen Teaser für den 26. Film, welcher in 2023 folgen soll. Das wird zumindest klar, wenn der Codename „SHERRY“ einem etwas sagen sollte.

Und natürlich hier die erwartete Kurzfassung:

Solltet ihr dem Film eine Chance geben? Das ist wie immer von euren eigenen Präferenzen und Toleranzen gegenüber dem Genre abhängig.

– Mögt ihr die Welt von Detektiv Conan oder habt ihr euch bereits in die Charaktere verliebt (in diesem Fall vor allem Burbon)?
– Findet ihr die Zusammenfassung der Geschichte interessant und seid einfach nur etwas unsicher?
– Seid ihr generell an Detektivdramen interessiert?
– Wollt ihr vielleicht einfach mal etwas komplett anderes sehen, was in seichtere Detektivgefilde geht?
– Vermisst ihr derzeit gut inszenierte Kämpfe, Feuergefechte oder verrückte James Bond-artige Geräte und Aktionen?
– Wollt ihr euch aussuchen können, ob ihr den Film einfach nur genießen wollt oder zusammen mit den Charakteren über den Täter nachgrübeln wollt?
– Habt ihr nichts gegen brennend heiße Verfolgungsjagten, Tode und etwas Blut?
Für all diejenigen, die einfach nur Kogoro aus dem Weg gehen möchten, haben wir hier ebenfalls eine gute Nachricht: Der gute Mann hat diesmal nur eine Nebenrolle im Geschehen und bleibt den Film über weitgehend still.

Wenn ihr ein paar dieser Fragen mit einem “Ja” beantworten könnt, dann solltet ihr dem Film eine Chance geben. Die Halloween Braut ist ein in sich geschlossener unterhaltsamer Film, in den viel Arbeit und Mühe gesteckt wurde. Darüber hinaus bietet er langjährigen Anhängern etwas mehr Charakterentwicklung. Alles in allem sollte die Laufzeit dank dem guten Tempo und der Dynamik des Films relativ schnell vorüber gehen, sobald man die erste Informationsflut hinter sich gelassen hat.

Detektiv Conan – The Movie (25) – Die Halloween-Braut startet am 31. Mai 2022 in deutschen Kinos. Am 20. Mai 2022 könnt ihr den Film bereits in ausgewählten Kinos in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und München im Rahmen von Fan-Premieren ansehen. Alle Infos dazu erhaltet ihr beim Filmverleih Kazé.

Kazé hat uns einen Stream von Detektiv Conan – The Movie (25) – Die Halloween-Braut zur Verfügung gestellt.

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