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Download Donnerstag: Gods Will Be Watching

Gods Will Be Watching ist durch Devol­ver Digi­tal auf Steam erschie­nen und wir che­cken, was an der Bezeich­nung „Dark Souls der Adven­tures“ wirk­lich dran ist.

Gods Will Be WatchingVor etwas über einem Jahr erschien Gods Will Be Watching, ein inter­es­san­ter Free­ware-Titel von Decon­struc­team. In einem ein­zel­nen Level soll man hier im klas­si­schen Point’n’Click-Style 40 Tage lang über­le­ben, bis man end­lich aus der ver­las­se­nen Eis­wüs­te mit­samt sei­ner Crew geret­tet wird. Dabei muss man har­te Ent­schei­dun­gen tref­fen und mora­li­sche Dilem­ma über­ste­hen. Die­ses Free­ware-Spiel­chen könnt ihr jetzt immer noch spie­len.

Doch weni­ge Mona­te spä­ter woll­te Decon­struc­team das Gan­ze als voll­wer­ti­ges Spiel ver­wirk­li­chen und star­te­te eine Indiego­go-Kam­pa­gne, eine Crowd­fun­ding-Platt­form ähn­lich wie Kick­star­ter. Das Ziel von 8.000 Euro wur­de stark über­trof­fen und das in Valen­cia ansä­ßi­ge Ent­wick­ler­team hat­te gan­ze 20.000 Euro zur Ver­fü­gung, um am 24. Juli ein mög­lichst packen­des Erleb­nis Gamern welt­weit zu bie­ten. Schau­en wir doch mal, ob man das geschafft hat.

Die Prä­mis­se klingt ja etwas nach den The Wal­king Dead-Spie­len von Tell­ta­le Games – eine Grup­pe von Cha­rak­te­ren ist schier aus­sichts­lo­sen Situa­tio­nen aus­ge­setzt und soll die­se Kri­sen so über­win­den, wie der Spie­ler es möch­te. Gods Will Be Watching ist in sie­ben Kapi­tel unter­teilt. Es wird die Geschich­te von Ser­geant Bur­den und des­sen Crew erzählt und deren Taten im galak­ti­schen Krieg gegen Rebel­len, Space-Pira­ten und sons­ti­ge Bevöl­ke­rungs­schich­ten im Welt­raum.

Im Auf­takt greift ihr eine feind­li­che Raum­sta­ti­on an und ihr habt – so wie es in jedem der kom­men­den Level der Fall sein wird – meh­re­re Cha­rak­te­re zur Ver­fü­gung mit ver­schie­de­nen Talen­ten. Ihr müsst immer inner­halb einer gewis­sen Zeit ein Ziel erfül­len und habt meh­re­re Wege dies zu errei­chen. Hier gilt es gleich­zei­tig mit den Ein­dring­lin­gen zu Ver­han­deln, damit sie nicht die Brü­cke stür­men, die Gei­seln in Schach zu hal­ten und die Com­pu­ter zu hacken, was das Pri­m­ärz­iel dar­stellt. Damit das Gan­ze nicht zu hek­tisch wird, wird ein Zug erst been­det, wenn allen Figu­ren eine Auf­ga­be zuge­ord­net wur­de. Da ihr nicht genü­gend Figu­ren habt, um jeden Job gleich­zei­tig zu erle­di­gen, müsst ihr stets abwä­gen, was wich­ti­ger ist – wer­den die Gei­seln lang­sam hib­be­lig und sind kurz davor einen Flucht­ver­such zu star­ten? Beein­träch­ti­gen die Hack­ver­su­che die Sicher­heit des Sys­tems und füh­ren zum Super­gau?

Gods Will Be Watching

So span­nend dies ist, so wird schnell klar, dass Gods Will Be Watching kein Spa­zier­gang ist. Im Ori­gi­nal­mo­dus wird expli­zit auf den hohen Schwie­rig­keits­grad hin­ge­wie­sen und Ziel des Spiels ist wirk­lich ein Tri­al- und Error-Gme­play, bei dem man einen Mit­tel­weg zur Lösung fin­det. Die Ent­wick­ler haben aber schnell wei­te­re Schwie­rig­keits­gra­de nach­ge­reicht, etwa einen Rät­sel­mo­dus oder den Sto­ry­mo­dus, wo es etwas gedie­ge­ner zugeht und man­che ver­meid­li­che Feh­ler ver­zie­hen wer­den.

Schwe­rer wie­gen Pat­zer z. B. in der Fol­ter­sze­ne. Sgt. Bur­den und sein treu­er Kum­pa­ne Jack wer­den näm­lich auf einem Raum­schiff fest­ge­hal­ten und von zwei skru­pel­lo­sen Banau­sen aus­ge­quetscht. Hier müsst ihr euch ent­schei­den, wie­viel ihr preis­gebt – etwa euren Namen, eure Frak­ti­on und die Basis eurer Grup­pe – und wie­viel ihr ein­ste­cken könnt. Ster­ben kann man hier – selbst im Sto­ry­mo­dus – sehr schnell und hier zeigt sich auch unmiss­ver­ständ­lich die Bru­ta­li­tät, mit der die Scher­gen zu Gan­ge sind. Wir kön­nen uns ent­schei­den, ob wir unse­re Gegen­über pro­vo­zie­ren, sie anfle­hen. lügen oder die Fra­ge ehr­lich beant­wor­ten. Gibt man jede Info preis, ist man genau­so schnell tot wie wenn man stän­dig schlaue Sprü­che bringt. Wir sind hier erstaun­lich gut durch­ge­kom­men, bis in Pha­se zwei Jack ange­ket­tet wur­de und von bei­den Sei­ten mit Ket­ten an sei­nem Kör­per gezo­gen wur­de. Näher wol­len wir hier­auf nicht ein­ge­hen.

Gods Will Be WatchingGods Will Be Watching

Spä­ter sind wir in einer ein­ge­fal­le­nen Höh­le gefan­gen und müs­sen uns gleich­zei­tig nach drau­ßen gra­ben und ein Gegen­mit­tel für eine Krank­heit ent­wi­ckeln. Hier muss zum einen eine aus 25 Kom­bi­na­tio­nen inner­halb von 24 Stun­den gefun­den wer­den. Wie lang dau­ert es bis man eine For­mel hat? Das hängt von der Erschöp­fung der For­scher ab und wie­vie­le ihr dafür ein­setzt. Gleich­zei­tig will aber auch die Strom­ver­sor­gung mit einem Robo­ter in Gang gesetzt wer­den und die­ser wie­der­um muss ab und an eben­falls in repa­riert wer­den. Ihr seht also: das Spiel schreit förm­lich nach Kom­ple­xi­tät.

Auf den ers­ten Blick sah Gods Will Be Watching nach einem mini­ma­lis­ti­schen Sto­ry-las­ti­gen Adven­ture aus, ist es das also gar nicht? Nicht wirk­lich. Uns hat das Spiel auch zu Beginn an Super­bro­thers: Sworce­ry oder Ken­tu­cky Rou­te Zero erin­nert, dahin­ter steckt aber eher ein Tak­tik­spiel, das sich als Adven­ture ver­klei­det. Span­nend ist die Idee alle­mal und durch die vie­len Varia­blen lässt sich eini­ges aus­pro­bie­ren und ein Wie­der­spiel­wert ist gege­ben. Mag das Game­play noch moti­vie­ren, so ist die Sto­ry ziem­lich banal und bie­tet kaum Anrei­ze. Etwas selt­sam: Ster­ben Crew­mit­glie­der, so sind sie wei­ter­hin in die Hand­lung ver­wo­ben, erschei­nen aber als Art Hal­lu­zi­na­tio­nen, kön­nen aber voll mit­ar­bei­ten.

Gods Will Be Watching

Vorabfazit

Vom Look & Feel her als auch vom Game­play kön­nen wir Gods Will Be Watching Tak­ti­kern und Tüft­lern emp­feh­len. Das Spiel erschafft packen­de Situa­tio­nen und lässt euch etwas Spiel­raum zum Expe­ri­men­tie­ren, hält euch durch den kna­cki­gen Schwie­rig­keits­grad aber an der Lei­ne. Uner­fah­re­ne Spie­ler kom­men man­gels Tipp­funk­tio­nen hier schnell an ihre Gren­zen, kön­nen aber im Sto­ry­mo­dus etwas ent­spann­ter her­um­pro­bie­ren. Die mora­lisch wert­vol­len und gro­ßen Ent­schei­dun­gen trifft man aber, soweit wir es bis jetzt gese­hen haben, nicht. Das Spiel fühlt sich kle­ver und frisch an und lässt einen für eini­ge Stun­den durch­aus etwas schwit­zen, denn jeder Klick könn­te – etwa wie in Hack, Slash & Loot – dein letz­ter sein.

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