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Im Test: Ys VIII – Lacrimosa of Dana

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Als aktu­el­le Aus­kopp­lung hat Ys VIII der 30 Jah­re alten Serie gerecht zu wer­den. Glück­li­cher­wei­se lie­fert das Spiel genau das, was Seri­en­fans erwar­ten, und über­rascht mit einer beson­ders üppi­gen Sto­ry.

Wie in vie­len der vor­ge­hen­den Ys-Spie­le stellt uns Ys VIII zu Beginn den rot­haa­ri­gen Prot­ago­nis­ten Adol, der nach einem neu­en Aben­teu­er trach­tet, vor. Er ist Matro­se auf dem Pas­sa­gier­schiff Lom­bar­dia und lernt schon bald die Crew und die Mit­rei­sen­den ken­nen. Erwar­tungs­ge­mäß geht alles schief, denn ein rie­si­ges Mee­resun­ge­heu­er zer­stört das Schiff und Adol fin­det sich am Strand einer schein­bar ver­las­se­nen Insel wie­der.

Recht schnell wird klar, dass das Eiland, an dem ihr ange­spült wur­det, vol­ler gefähr­li­cher Mons­ter ist. Und so beginnt Adols Rei­se, die Über­le­ben­den aus dem Schiffs­w­reck zu befrei­en und mit ihnen eine Flucht von der Insel zu wagen. Selbst im Pro­log von Ys VIII ist erkenn­bar, dass man sich weit­aus mehr auf die Hand­lung kon­zen­triert, als in den vori­gen Tei­len. Mit Ys Seven hat Fal­com begon­nen, den Anteil an Sto­ry-Sze­nen Stück für Stück zu erwei­tern, bis wir nun bei Ys VIII mit der bei Wei­tem umfang­reichs­ten Sto­ry der Seri­en­his­to­rie ange­langt sind.

Die Hand­lung geht schnell vor­an, da ihr mehr Pas­sa­gie­re fin­det und die Geheim­nis­se der Insel lüf­tet. Der gan­ze Charme, den Ys VIII ver­sprüht, wird durch die glanz­lo­se Loka­li­sie­rung durch Nip­pon Ichi Soft­ware Ame­ri­can (NISA) getrübt. Cha­rak­te­re sind weit­aus aus­drucks­lo­ser, als sie ursprüng­lich im Japa­ni­schen ange­legt wur­den, und es gibt mehr als nur ein paar weni­ge Zei­len, bei denen das Lek­to­rat nicht mehr drü­ber gese­hen hat. Hin­zu kom­men die merk­wür­di­ge Namens­ge­bung ver­schie­de­ner Gebie­te (das jetzt berühmt berüch­tig­te „Schwar­ze Loch“ ist eines davon) und Feh­ler in den Beschrei­bun­gen von Gegen­stän­den. Ihr könnt die Geschich­te zwar wei­ter­hin genie­ßen, auf­grund der exzel­len­ten Loka­li­sie­rung durch XSEED Games der frü­he­ren Ys-Spie­le sind wir defi­ni­tiv ent­täuscht. Abschlie­ßend bleibt zur Über­set­zung von Ys VIII zu sagen, dass die Qua­li­tät der Syn­chro­ni­sa­ti­on erheb­lich schwankt. Das Spiel ist zwei­spra­chig, doch bei der eng­li­schen Sprach­aus­ga­be hät­te man sich mehr Mühe geben kön­nen.

NISA kün­dig­te kürz­lich an, dass man die Loka­li­sie­rung von Ys VIII inklu­si­ve der Sprach­aus­ga­be gene­ral­über­ho­len wird. Das ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, den man aller­dings frü­her hät­te beschrei­ten kön­nen. Es bleibt zu hof­fen, dass NISA für zukünf­ti­ge Ver­öf­fent­li­chun­gen aus ihren Feh­lern ler­nen, ob die nun von Fal­com oder von ande­ren Ent­wick­lern stam­men.

Es ist eine Sache, eine anstän­di­ge Hand­lung zu schrei­ben, doch Ys-Spie­le sind für ihr schnel­les Game­play bekannt. Das Kampf­sys­tem aus Seven und Cel­ce­ta fin­det sich in Ys VIII mit gering­fü­gi­gen Ände­run­gen wie­der. Zum drit­ten Mal dür­fen wir in Grup­pen in die Schlacht zie­hen. Stan­dar­d­an­grif­fe bau­en eure Spe­zi­al­punk­te (SP) auf, wel­che euren Fein­den am meis­ten scha­den. Gegen man­che Geg­ner sind bestimm­te Ele­men­te beson­ders effek­tiv, ihr soll­tet daher stets alle Scha­dens­ar­ten anhand der Mit­glie­der eurer Grup­pe abde­cken.

Eben­falls wie­der mit dabei sind das blitz­schnel­le Parie­ren („Flash Guard“) und die Blitz­at­ta­cke („Flash Move“). Mit L1 könnt ihr jeder­zeit blitz­schnell aus­wei­chen. Stimmt ihr die­ses Manö­ver zeit­lich so ab, dass der Feind gera­de zum Schlag ansetzt, wird euer Flash Move akti­viert. Dadurch ver­lang­samt ihr kurz­zei­tig das Gesche­hen außer­halb eurer eige­nen Grup­pe und habt Zeit, euch neu zu posi­tio­nie­ren oder anzu­grei­fen, bevor euer Gegen­über reagie­ren kann. Mit Flash Guard könnt ihr hin­ge­gen die Atta­cke eures Geg­ners ganz und gar zunich­te machen und einen Angriffs­bo­nus ein­strei­chen. Es ist wesent­lich ein­fa­cher, einen Flash Move aus­zu­füh­ren, als den Flash Guard zu voll­füh­ren, wes­we­gen ihr bei Letz­te­rem häu­fig Scha­den ein­steckt. So kön­nen sich siche­re­re Spie­ler auf Flash Guard ver­las­sen, um die Mons­ter schnel­ler zu besie­gen, wäh­rend alle ande­ren als zuver­läs­si­ge Alter­na­ti­ve ein­fach aus­wei­chen.

In Ys stiehlt nie­mand den Boss­geg­nern die Show, das ist in Ys VIII nicht anders. Sie tes­ten euer Wis­sen über die Spiel­me­cha­nik und las­sen euch immer wie­der ster­ben. Die meis­ten Bos­se ver­fü­gen über abwechs­lungs­rei­che Angriffs­mus­ter und Fer­tig­kei­ten, wäh­rend ande­re ziem­lich ent­täu­schend sind. Auf den nied­ri­ge­ren Schwie­rig­keits­gra­den könnt ihr End­geg­ner betäu­ben, wenn sie ein bestimm­tes Maß an Scha­den erlit­ten haben, und habt so die Mög­lich­keit ein­mal durch­zu­at­men, bevor sie sich wie­der erhe­ben.

Das Kampf­ge­sche­hen fühlt sich schnel­ler an als sowohl in Seven als auch in Cel­ce­ta dank des Per­for­mance­schu­bes der PS4-Ver­si­on von Ys VIII. Die Tat­sa­che, dass man nicht an ein mobi­les End­ge­rät gebun­den ist, stellt eine gro­ße Ver­bes­se­rung im Ver­gleich zu den bei­den genann­ten Titeln dar, da die­se unter enor­men Pro­ble­men mit der Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te gelit­ten haben. Action-Spie­le wie Ys pro­fi­tie­ren erheb­lich von höhe­ren Bild­wie­der­ho­lungs­ra­ten und zum Groß­teil läuft Ys VIII in but­ter­wei­chen 60 Bil­dern pro Sekun­de. Ab und an bricht die Per­for­mance hin­ge­gen ein, wenn vie­le Geg­ner den Bild­schirm erstür­men.

Das Kampf­sys­tem ist kei­nes­wegs per­fekt. Ihr sam­melt eine Men­ge SP durch ein­zel­ne Stan­dar­d­an­grif­fe und wer­det ein­fach die immer glei­chen Fähig­kei­ten ein­set­zen, um mit den regu­lä­ren Geg­nern fer­tig zu wer­den. Im Grup­pen­sys­tem fal­len die glei­chen Pro­ble­me wie in Seven und Cel­ce­ta auf. Ihr habt Zugriff auf drei Gesund­heits­an­zei­gen und das Able­ben macht euch nicht so sehr zu schaf­fen wie in vor­an­ge­gan­ge­nen Ys-Spie­len. In der Kom­bi­na­ti­on mit den spar­sam ein­ge­setz­ten Spei­cher­punk­ten, die eure gesam­te Grup­pe hei­len, macht es das Spiel zu ein­fach. Zwar erleich­tert Ys VIII dadurch den Ein­stieg, Seri­en­ve­te­ra­nen wer­den aller­dings nicht sehr her­aus­ge­for­dert. Letz­te­re freu­en sich über den neu­en Infer­no-Modus, der die Angrif­fe der Fein­de beschleu­nigt und Hei­lungs­trän­ke ein­schränkt, die Limi­tie­rung in Sachen Gesund­heits­auf­fri­schung hät­te man aller­dings ruhig auch im Stan­dard-Modus hin­zu­fü­gen kön­nen.

In Ys VIII macht es noch mehr Freu­de, die Spiel­welt zu erkun­den. Sei­ren Island bie­tet ein aus­ge­wo­ge­nes Öko­sys­tem und zahl­rei­che Ver­lie­ße laden zum Aus­kund­schaf­ten ein. Ihr beginnt an einem idyl­li­schen Strand und macht euch auf die Rei­se bis in die Rui­nen einer ver­ges­se­nen Zivi­li­sa­ti­on und ihr durch­reist eine abwechs­lungs­rei­che Welt. Dabei ist die Rück­ge­win­nung des Sprungs ein gro­ßer Plus­punkt. Im Seri­en­kon­text ist das in Ys nichts brand­neu­es, in den zuletzt erschie­ne­nen Tei­len hat die Funk­ti­on aber gefehlt. Die Spiel­wel­ten in Seven und Cel­cea wirk­ten hier­durch sehr flach. Dadurch, dass ihr wie­der nach Her­zens­lust hüp­fen könnt, hat­te Fal­com die Gele­gen­heit, die Umge­bun­gen ver­ti­kal in die Höhe schie­ßen zu las­sen.

Dadurch, dass die PS4-Ver­si­on von Ys VIII eine ver­bes­ser­te Por­tie­rung eines PS Vita-Spiels ist, ist sie in eini­gen Belan­gen limi­tiert. Spiel­ge­bie­te sind meist nicht son­der­lich weit­läu­fig, wodurch ihr auf wei­ten Rei­sen vie­le Lade­zei­ten in Kauf neh­men müsst. Zwar lädt das Spiel die neu­en Gebie­te schnell nach, die stän­di­gen Unter­bre­chun­gen hät­ten in die­ser ver­bes­ser­ten Ver­si­on aber ruhig ent­fernt wer­den kön­nen. An bestimm­ten Stel­len könnt ihr nicht von Hügeln oder Anhö­hen aus hin­ab sprin­gen, denn ihr wer­det durch unsicht­ba­re Wän­de davon abge­hal­ten. Das stellt aber kein all­zu gro­ßes Pro­blem dar.

Wäh­rend ihr die Insel wei­ter erkun­det, schmie­den die von euch geret­te­ten Über­le­ben­den ein Bünd­nis und errich­ten das pas­send genann­te Cas­ta­way Vil­la­ge (Dorf der Ver­schol­le­nen). Je mehr Per­so­nen ihr fin­det, des­to grö­ßer wird die Band­brei­te an Ein­rich­tun­gen im Dorf, die ihr nach Belie­ben nut­zen könnt. Von Waf­fen­ver­bes­se­run­gen bis zu Hei­lungs­ob­jek­ten, hier ver­bringt ihr den Groß­teil eurer Zeit, um Cha­rak­te­re aus­zu­rüs­ten und Neben­auf­ga­ben von Ein­woh­nern anzu­neh­men. Ab und an wird das Dorf von Mons­tern ange­grif­fen, was zu Abfang­mis­sio­nen führt.

Wäh­rend den letzt­ge­nann­ten Auf­ga­ben schlagt ihr Wel­le um Wel­le an Fein­den, die das Ein­gangs­tor zu Cas­ta­way Vil­la­ge zu errei­chen ver­su­chen, ab. Bevor ihr die­se Mis­sio­nen angeht, könnt ihr ver­schie­de­ne Ver­tei­di­gungs­an­la­gen auf­bau­en, um die feind­li­che Bela­ge­rung zu ver­zö­gern. Die Bewoh­ner des Dor­fes unter­stüt­zen euch mit Fer­tig­kei­ten, die sich ver­bes­sern las­sen, sobald sie euch mehr ver­trau­en. Zer­schla­gungs­mis­sio­nen agie­ren als Gegen­stück zu den Anfang­mis­sio­nen. Hier mäht ihr durch Mons­ter­an­samm­lun­gen, zer­stört Nes­ter und besiegt schließ­lich das Boss­mons­ter. Die­se Mis­si­ons­ar­ten ver­än­dern zwar das Game­play nicht stark, fügen dem Spiel aber eine zusätz­li­che Note zum übli­chen Abschlach­ten von Mons­tern hin­zu.

Ein Test eines Ys-Spiels kann nicht den exzel­len­ten Sound­track nicht uner­wähnt las­sen. Fal­com ist bekannt dafür, eini­ge fan­tas­ti­sche Lie­der kre­iert zu haben, und Ys VIII steu­ert hier­zu groß­ar­ti­ge neue Musik bei. Ob ihr am Strand ent­lang lauft oder einen mäch­ti­gen Oppo­nen­ten bekämpft, das Gesche­hen wird stets von erin­ne­rungs­wür­di­gen Hin­ter­grund­lie­dern unter­malt. Wir gehen sogar soweit zu sagen, dass der Sound­track von Ys VIII zu den bes­ten gehört, die Fal­com je pro­du­ziert hat.

Fazit

Obwohl die schwa­che Über­set­zung dem Genuss der Geschich­te ent­ge­gen­steht, ist Ys VIII ein groß­ar­ti­ges Spiel. Die tem­po­rei­chen Kämp­fe und der ener­gie­ge­la­de­ne Sound­track stel­len jeweils eine neue Best­mar­ke auf und Fal­com beweist, dass sie immer noch fan­tas­ti­sche Action-Spie­le pro­du­zie­ren kön­nen.

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3 comments
  1. Exxoz Zockt

    Schwa­che Über­set­zun­gen ist mal ja lei­der oft gewohnt wenn es um Spie­le aus den Aiabe­reich geht… Die Tra­di­ti­on der schlecht über­setz­ten Spie­le geht weit zurück… ich schrei­be nur „All your bases are belong to us!“ 😀

    1. XTgamerPatrick

      Das Lek­to­rat, das sich um dei­ne Kom­men­ta­re küm­mert, hat wohl auch gera­de Wochen­en­de. 😛

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