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Im Test: Bullet Witch

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Die Ank├╝ndigung einer PC-Umsetzung von Bullet Witch ├╝berraschte uns in diesem Monat. Mehr als zehn Jahre nach der Ver├Âffentlichung des Spiels f├╝r die Xbox 360 finden wir die Entscheidung, das Spiel jetzt f├╝r den PC zu ver├Âffentlichen, etwas merkw├╝rdig. Nachdem wir das Spiel durchgespielt haben sind wir uns unsicher, warum man dieses Spiel ├╝berhaupt noch einmal neu ver├Âffentlicht hat.

Die Geschichte von Bullet Witch ist sehr einfach gestrickt. Wir begleiten die Hexe Alicia auf ihrer Reise b├Âse D├Ąmonen, die die Menschheit beinahe ausgel├Âscht hat, zu besiegen. Alicia ist seelenlos und das wird von der monotonen Vertonung sogar noch verst├Ąrkt. Im gesamten Ensemble z├Ąhlen wir zwei Charaktere, in deren Vertonung echte Arbeit gesteckt wurde. Es gibt kaum Gr├╝nde, sich f├╝r eine der Figuren zu interessieren. Da hilft es nicht, dass das Spiel recht kurz ist.

Spielerisch gef├Ąllt uns das Spiel besser, auch wenn es lediglich ein fader Third-Person-Shooter mit einem nutzlosen aufgezwungenen Magiesystem ist. Alicias Besen-artige Waffe verf├╝gt ├╝ber verschiedene Gestalten, wobei ihr meist auf das Maschinengewehr zur├╝ckgreifen werdet. Das Zielen geht gut mit Maus und Tastatur von der Hand. Mittels Magie k├Ânnt ihr eure Munition wieder auff├╝llen. Magie wiederum regeneriert sich st├Ąndig, wenn sie nicht in Benutzung ist, und so steht euch ein unbegrenztes Arsenal an Kugeln zur Verf├╝gung, um die Gegner niederzum├Ąhen.

Das gr├Â├čte Problem an den Schie├čpr├╝geln ist, dass das Abschie├čen von Gegner kein Erfolgserlebnis hervorruft. Die Kugeln haben kaum visuelle Durchschlagskraft und es ist schwer zu erkennen, ob wir den Feind ├╝berhaupt getroffen haben. Der Scharfsch├╝tzenaufsatz ist dabei der gr├Â├čte ├ťbelt├Ąter, da sich hier die Kugeln aus undefinierbaren Gr├╝nden im Schneckentempo voran bewegen. Die meisten Feinde lassen sich sehr viel Zeit beim Ableben und bet├Ątigen w├Ąhrenddessen sogar noch den Abzug und so scheint es, dass manche wohl besonders sehr willensstarke gefallene Gegner doch noch einige Sekunden am Leben gehalten werden.

In Bullet Witch stellen sich euch nur eine Handvoll uninteressant gestaltete Gegnertypen entgegen. Am H├Ąufigsten treffen wir auf D├Ąmonensoldaten, die sich dank ihrer schwachen K├╝nstlichen Intelligenz st├╝mperhaft erwehren. Oftmals bleiben sie an Objekten oder Geb├Ąuden h├Ąngen oder sie warten buchst├Ąblich darauf, dass ihr sie umbringt. Bei den anderen Gegnern sieht es nicht anders aus, nur selten greifen sie euch an, bevor sie das Zeitliche segnen.

Magie dient nicht nur zum Nachladen eurer Waffen, ihr k├Ânnt damit auch verschiedene Elementarattacken austeilen. Blitze finden meist Verwendung, haupts├Ąchlich aufgrund ihrer Effektivit├Ąt gegen Panzer. Allen drei Zauberspr├╝chen ist es gemein, dass es extrem lange dauert bis ihr den Zauber gesprochen hat. Dieser Umstand nervt bereits nach dem ersten Mal. Meteor ist der letzte Spruch, den wir freischalten, und er wendet sich mit gro├čer Wahrscheinlichkeit gegen uns selbst. Trifft uns n├Ąmlich ein Objekt, sind wir direkt tot.

Auch bei den kleineren Spr├╝chen bleibt die Wirkung hinter den Erwartungen zur├╝ck. Diese Spr├╝che verleihen euren Kugeln unterschiedliche Elementarkr├Ąfte oder erlauben euch Tr├╝mmer auf eure Feinde niederprasseln zu lassen. Problematisch ist dabei, dass keiner der Spr├╝che mit der Durchschlagskraft eurer Knarre mithalten kann. Die kl├╝gste Taktik ist, eure Magie lediglich zum Nachladen eurer Waffe und notfalls f├╝r den Blitz-Spruch zu verwenden. Einen wirklichen Nutzen h├Ątten die Zauberspr├╝che nur, wenn sie schneller w├Ąren und deren Wirkung gr├Â├čer w├Ąre. Defakto verteidigt ihr euch auf den h├Âheren Schwierigkeitsgraden in den meisten Situationen mit dem Standard-MG am besten.

Wie zuvor erw├Ąhnt fehlt es den K├Ąmpfen dank der schwachen Optik an Schlagkraft. Diese Aussage kann man auf das gesamte Spiel ├╝bertragen, da jedes Areal unglaublich ├Âde und betagt aussieht, selbst f├╝r ein 360-Spiel. Viele Bereiche f├╝hlen sich so an, als ob sie von einer generischen Karte eines anderes Spiels ├╝bernommen wurden und zuf├Ąllig mit Gegnern und Barrieren bev├Âlkert wurden, was zu einigen ├ťberraschungsmomenten in manchen Leveln f├╝hrt. Es macht wenig Spa├č, sich ohne Orientierungshilfen durch die schlecht konzipierten Areale zu tasten.

Auf der Habenseite k├Ânnen wir Bullet Witch abgewinnen, dass ein Durchgang lediglich rund drei Stunden in Anspruch nimmt. Das Spiel endet also bevor wir ihm ├╝berdr├╝ssig werden, doch das pl├Âtzliche Ende mit einem schwachen Endgegner hinterl├Ąsst einen bitteren Geschmack bei uns. In der kurzen Spielzeit machen wir kaum Fortschritte und ballern uns durch ein paar fade Level. Ihr k├Ânnt zus├Ątzliche Schwierigkeitsgrade und einige Bonuslevel freischalten. Letztere verwenden bereits gespielte Areale als Grundlage und setzen die Gegner um. Die Motivation zum erneuten Durchspielen ist aufgrund des Gebotenen sehr gering.

Die Umsetzung selbst ist… brauchbar, da sie zumindest ein paar Grafikoptionen im Launcher bietet. Die Bedienung mit Maus und Tastatur funktioniert gut, doch die Wahl einiger Knopfbelegungen f├╝r die Zauberspr├╝che fiel ungeschickt aus. Die sehr niedrig aufgel├Âsten 2D-Sprites fallen gleich zu Beginn auf und gleichen daher den Konterfeis der urspr├╝nglichen Version des Spiels. Das Zaubermen├╝ zeigt noch dazu die Kn├Âpfe der Xbox 360-Version an und bietet daher einen verwirrenden Einstieg.

Fazit

Bullet Witch wurde offensichtlich mit einem recht geringen Budget programmiert und kostet auch nicht viel. Selbst angesichts dessen ist es einfach zu kurz und uninteressant gestaltet, um einen Kauf zu rechtfertigen. Sucht ihr nach einem g├╝nstigen Third-Person-Shooter, so empfehlen wir euch die unterhaltsamen Earth Defense Force-Spiele mit ebenso einfacher Optik. Letztendlich verdient Bullet Witch am PC keine zweite Chance.

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