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E3

E3 2018: V-Rally 4 und The Sinking City

Beim französischen Traditionsunternehmen BigBen, das sich vom Hardware-Hersteller zu einem der wichtigen Spielepublisher gemausert hat, konnten wir auf der E3 2018 eine Reihe von Spielen anspielen.

V-Rally 4

Geschlagene 16 Jahre sind vergangen, seit zuletzt ein Teil der Rallye-Spielserie V-Rally veröffentlicht wurde. Am Stand von BigBen konnten wir den neuesten Teil, der derzeit beim WRC-Entwickler Kylotonn entsteht wird und am 7. September dieses Jahres fĂŒr die PlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One und den PC veröffentlicht werden wird, anzocken. Das Spiel bietet die Modi Rallye, Rallycross, Hillclimb und Gymkhana. Hillclimb ist besonders spannend, da hier Hochgeschwindigkeitsboliden eine kurvige enge Bergetappe entweder nach oben bzw. runter fahren. Bei jeder kleinen Unachtsamkeit ist der Totalschaden vorprogrammiert. In Rallycross heizen wir hingegen ĂŒber einen klassischen Rundkurs, der aus den BelĂ€gen Schotter und Asphalt besteht. Die Herausforderung liegt hier dabei, dass man seine Fahrweise dem Untergrund entsprechend anpasst. Die klassische Rallye ist natĂŒrlich auch wieder am Start. Waghalsige Raser dĂŒrfen sich ans Driften um Pylonen und Reifenstapeln in der Gymkhana-Disziplin wagen.

V-Rally 4 verfĂŒgt ĂŒber ein prozedural generiertes Streckendesign. Was bedeutet dieser kryptische Begriff aus der Spieleenwticklung in der Praxis? Bevor ihr an der Startlinie Platz nehmt wird die Strecke aus Aberdutzenden unterschiedlichen Kombinationen zusammengestellt. Jetzt könnte man meinen, dass sich der Entwickler somit viele Ressourcen spart und der Schwierigkeitsgrad bei den generierten Strecken enorm schwankt. Das ist allerdings nicht die gesamte Wahrheit, denn die Entwickler haben die einzelnen VersatzstĂŒcke aneinander angepasst. So bekommt ihr, auch wenn ihr immer wieder die gleiche Strecke wĂ€hlt, stĂ€ndig neue Kurvenpassagen serviert. Die SchauplĂ€tze sind dabei auf der ganzen Welt verteilt und sie wurden von realen Pisten inspiriert. Diese Mechanik greift auch bei Hillclimb, aufgrund der Unterschiede zu den anderen Modi gibt es hier allerdings eine niedrigere Auswahl an Streckenkombinationen.

Das Spiel bietet ĂŒber 50 verschiedene lizenzierte Automodelle und darunter nicht nur klassische Rallye-Karossen, sondern auch Buggies. Game Director Alain Jarniou, der bereits als Programmierer seinen Teil zu V-Rally 3 beisteuerte, verneinte allerdings die Frage, ob der Klassiker Subaru Impreza dabei sein wĂŒrde. Motorsportfans dĂŒrfen hingegen u. a. hinter dem Steuer des 1965 Ford Mustang MkI, des 2017 Honda Civic Coupe GRC, des 1977 Alpine A310 und des VW Beetle GRC Typ 5C Platz nehmen.

Die Wahrheit liegt freilich auf der Piste und V-Rally 4 steuert sich zwar eingĂ€ngig, erfordert aber doch einiges an FingerspitzengefĂŒhl. Besonders in Hillclimb muss man höllisch darauf aufpassen, wie stark man das Gaspedal durchdrĂŒckt, um nicht direkt zu Beginn des Bergaufstiegs in der Bande zu landen. In Rallyecross macht sich die Erfahrung in Konkurrenzprodukten wie DiRT oder WRC bezahlt. V-Rally 4 spielt sich allerdings etwas arcadiger als WRC, ohne dabei ein reiner Fun-Racer zu sein, und das ist, so wie wir das verstanden haben, auch so gewollt.

Sowohl die Automodelle als auch die Umgebung sieht sehr detailliert aus und die Bildwiederholungsrate geht selbst im 2-Spieler-Split-Screen (schön, das in einem modernen Rennspiel zu sehen) nicht in die Knie. V-Rally 4 wird Performanceverbesserungen fĂŒr PlayStation 4 Pro- und Xbox One X-Spieler bieten. Alain erklĂ€rt uns, dass man – Ă€hnlich wie z. B. in Rise of the Tomb Raider auf der XB1X – zwischen drei Modi (bessere Performance, beste BildqualitĂ€t, das Beste aus beiden Welten) wĂ€hlen kann.

V-Rally 4 könnte vor allem fĂŒr Gelegenheitsraser ein interessantes Rennspiel werden. Die Bedienung ist einsteigerfreundlich und der Anspruch kann graduell gesteigert werden. Ob das Spiel dauerhaft motiviert und genĂŒgend Strecken liefert und auch online gut besucht wird, wird sich erst im Test der finalen Version zeigen. Wir freuen uns darauf, in V-Rally 4 am 7. September mit euch an den Start zu gehen und euch mehr ĂŒber das Spiel berichten zu können.

The Sinking City

The Sinking City ist neben Call of Cthulhu ein weiteres vom Machwerk des US-amerikanischen KĂŒnstlers H. P. Lovecraft inspiriertes Action-Adventure. Anders als das Konkurrenzprodukt des ebenfalls in Frankreich ansĂ€ĂŸigen Publishers Focus Home Interactive steuert man The Sinking City aus der Verfolgerperspektive. Das Spiel ist in den 1920ern im fiktiven Oakmont, Massachusetts / USA angesiedelt. Die Stadt wurde nach ihrer GrĂŒndung im 17. Jahrhundert vom Hauptland abgeriegelt und die Folge aus jahrhundertelanger Isolation ist, dass sich Monster im einst beschaulichen StĂ€dtchen niedergelassen und den Großteil der Architektur zerstört haben. Als Privatdetektiv ist es eure Aufgabe, u. a. vermisste Personen zu finden. Die ĂŒbergreifende Story wurde uns noch nicht gezeigt, allerdings soll diese nonlinear erzĂ€hlt werden. Ihr könnt euch frei durch die im Wasser versinkende Stadt bewegen und das Spiel gibt euch keinerlei Wegpunkte vor. Ihr mĂŒsst also eure SpĂŒrnase einsetzen, um den aktuellen Auftrag abschließen zu können.

 

Spielerisch zeigt sich, dass das Spiel von Cyanide stammt, die sich vorher fĂŒr die beiden Sherlock Holmes-Spiele Crimes & Punishments und The Devil’s Daughter verantwortlich gezeichnet haben. Es gilt also diverse HerrenhĂ€user zu erkunden und Hinweise zu finden. Anders als in den eher geerdeten Holmes-Spielen konnte der Entwickler seiner KreativitĂ€t freien Lauf lassen und so werden wir im Innern eines Hauses plötzlich von Geisterwesen attackiert, denen wir flink ausweichen mĂŒssen. Draußen herrschen Überschwemmungen vor, also bewegen wir uns Ă€hnlich wie in Submerged vornehmlich mit dem Boot umher.

Visuell sieht das Spiel gut aus, uns gefĂ€llt vor allem die aufwendige Architektur der Stadt, die aus unterschiedlichen Zeitepochen stammt und von verschiedenen EinflĂŒssen (Indianer, Wikinger u.v.m.) geprĂ€gt wurde. Die von uns gespielte Version war noch sehr unoptimiert, also ruckelte das Spiel stark und das ĂŒber die komplette Dauer unseres Einblicks. Wer die Sherlock Holmes-Abenteuer gespielt hat, kann sich ein Bild von den Gesichtsanimationen machen. Die Gesichter sehen Ă€hnlich schrullig und realitĂ€tsfremd aus, Geschmackssache eben. Richtig lippensynchron waren die Dialoge leider nicht. Die QualitĂ€t der Synchronsprecher ist Ă€hnlich hoch wie in den vorangegangen Spielen von Cyanide.

Wir wissen noch nicht so recht, was wir von The Sinking City halten sollen. Der Schauplatz ist angenehm unorthodox, allerdings ist die Frage, ob das detektivische Gameplay aus den eher linearen Sherlock Holmes-Spielen in ein nonlineares Open-World-Spiel passt. Wir erfahren es spĂ€testens am 21. MĂ€rz 2019, denn dann erscheint The Sinking City fĂŒr den PC, die Xbox One und die PlayStation 4.

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