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Im Test: Disgaea 1 Complete

Switch to: enEng­lish

Es ist immer span­nend, älte­re Tei­le einer lang­jäh­ri­gen Serie her­aus­zu­kra­men. Man bekommt einen guten Über­blick dar­über, wie sehr sich die Rei­he ver­än­dert hat, ob zum Bes­se­ren oder zum Schlech­te­ren. Dis­gaea 1 wur­de auf zahl­rei­chen Platt­for­men ver­öf­fent­licht, daher gab es bereits zur Genü­ge Gele­gen­hei­ten es zu spie­len. Die Ankün­di­gung von Dis­gaea 1 Com­ple­te für PS4 (getes­tet) und Switch hat für uns die Fra­ge auf­ge­wor­fen, was sich dies­mal getan hat. In jeder vor­her­ge­hen­den Umset­zung des mitt­ler­wei­le 15 Jah­re alten Stra­te­gie-Rol­len­spiels (SRPG) hat man wei­te­re Inhal­te und Cha­rak­te­re hin­zu­ge­fügt, daher sind wir in der „Complete“-Version auch wie­der davon aus­ge­gan­gen, dass das der Fall sein wür­de. Da lagen wir falsch.

Nach all den Jah­ren war es span­nend zu dem Spiel zurück­zu­keh­ren, mit dem alles begann. Das ursprüng­li­che Dis­gaea: Hour of Darkness war ein beson­de­rer Ver­tre­ter des SRPG-Gen­res, da er Ein­stei­gern die Grund­zü­ge bei­brach­te und Hard­core-RPG-Fans mit kom­ple­xen Mecha­ni­ken bei Lau­ne hielt. Die Geschich­te war auch recht unter­halt­sam. Sie han­del­te von Prinz Laharls Rei­se, den Thron der Nether­world, die von Dämo­nen bevöl­kert wur­de, wie­der­zu­er­lan­gen. Mit Freu­de tei­len wir euch mit, dass die Haupt­ge­schich­te nach wie vor fan­tas­tisch ist und die Dyna­mik zwi­schen Laharl und sei­nem hin­ter­häl­ti­gen Die­ner Etna beson­ders lus­tig ist. Dar­über hin­aus kann ein sepa­ra­ter Sto­ry-Modus, der sich um Etna dreht und die Ent­wick­lung von Neben­cha­rak­te­ren vor­an­treibt, frei­ge­schal­tet wer­den.

Allen, die nicht mit der Dis­gaea-Serie ver­traut sind, sei gesagt, dass Kämp­fe auf ras­ter­feld­ar­ti­gen Kar­ten aus­ge­tra­gen wer­den und ihr euch mit dem Geg­ner mit Ver­schie­ben von Cha­rak­te­ren und Aus­füh­ren von Angrif­fen abwech­selt. Anders als in Gen­re­kon­kur­ren­ten wie Final Fan­ta­sy Tac­tics ist die Inter­ak­ti­on von Ein­hei­ten wesent­lich inter­es­san­ter. Cha­rak­te­re lösen Kom­bos aus, sobald sie nah genug bei­ein­an­der posi­tio­niert wur­den. Greift ihr nach­ein­an­der fort­wäh­rend den glei­chen Geg­ner an, muss die­ser mehr Scha­den ein­ste­cken. Vie­le Skills erfor­dern, dass ein bestimm­ter Teil der Spiel­flä­che um den akti­ven Cha­rak­ter frei sind. Dadurch ist die Posi­tio­nie­rung eurer Ein­hei­ten und die Mit­ein­be­zie­hung von Höhen­un­ter­schie­den wich­tig, wenn ihr effek­tiv kämp­fen wollt.

Eine wei­te­re krea­ti­ve Mecha­nik ist die Fähig­keit, Ein­hei­ten in die Höhe zu stem­men und sie quer über die Kar­te zu wer­fen. Das kann dafür ver­wen­det wer­den, um Schluch­ten zu über­win­den oder Ein­hei­ten, die wenig Lebens­en­er­gie haben, aus der Reich­wei­te eurer Geg­ner her­aus­zu­hal­ten. Die­se Mecha­nik bekommt beson­ders zur Gel­tung, wenn sie mit dem Geo Panel Sys­tem kom­bi­niert wird. Bestimm­te Ober­flä­chen, genannt Geo Panels, wer­den far­big mar­kiert. Plat­ziert ihr ein Geo Sym­bol dar­auf, so wirkt sich das auf ver­schie­de­ne Arten posi­tiv auf eure Cha­rak­te­re aus. Die Sym­bo­le haben eben­falls eige­ne Far­ben und sie kön­nen gewor­fen oder zer­stört wer­den, genau wie regu­lä­re Ein­hei­ten. Das führt dazu, dass eini­ge der Kar­ten auf inter­es­san­te Art ange­legt wur­den.

Die Kämp­fe sind zwar ein­zig­ar­tig, doch im Cha­rak­ter­edi­tor wird’s erst so rich­tig wild. Es gibt eine viel­fäl­ti­ge Anzahl an Klas­sen und Mons­ter­ar­ten, die jeweils über eige­ne bevor­zug­te Waf­fen­gat­tun­gen und frei­schalt­ba­re Skills ver­fü­gen. Bei der Erstel­lung neu­er Cha­rak­te­re müsst ihr aus einer Rei­he vor­ge­ge­be­ne­ner Figu­ren einen Meis­ter, der die erlern­ba­ren Fähug­kei­ten bestimmt. Cha­rak­te­re kön­nen wie­der­be­lebt wer­den, fal­len dann aller­dings auf Level 1 zurück und erhal­ten basie­rend auf ihrem vor­he­ri­gen Rang eine Ver­bes­se­rung ihrer Talen­te.

Neben den Cha­rak­te­ren könnt ihr auch deren Aus­rüs­tung ver­bes­sern. Die Gegen­stands­welt (Item World) benutzt ihr dazu, um mit Aus­rüs­tung und wei­te­ren Gegen­stän­den Dun­ge­ons zu erstel­len. Sobald ihr dar­in ein Stock­werk abge­schlos­sen habt, erhö­hen sich die Wer­te des jewei­li­gen Gegen­stan­des. Dort fin­det ihr Mons­ter namens Unschul­di­ge (Inno­cents), die ihr zäh­men und euch damit Equip­ment-Boni besche­ren könnt. Zwi­schen Wie­der­be­le­bung und Gegen­stands­welt könnt ihr euer Team auf unter­schied­li­che Arten ver­bes­sern. Das ist auch bit­ter nötig, wenn ihr die beacht­li­chen Inhal­te nach dem Ende von Dis­gaea 1 erle­ben wollt.

Das mag alles grosar­tig klin­gen, aber da es sich um den ers­ten Teil der Serie han­delt, wur­den spä­ter zahl­rei­che Ver­bes­se­run­gen vor­ge­nom­men. So ist es in Dis­gaea 1 nicht mög­lich, den Hei­ler durch stän­di­ges Hei­len zu ver­bes­sern und die Gegen­stands­welt gene­riert teil­wei­se Stock­wer­ke, die nicht abge­schlos­sen wer­den kön­nen. Hin­zu kommt, dass man die Bewe­gun­gen der Cha­rak­te­re wäh­rend Kämp­fen nicht beschleu­ni­gen kann und so dau­ert das Grin­den län­ger als erfor­der­lich. Dar­an zeigt sich, wie sehr sich die Serie im Lau­fe der Jah­re ver­än­dert hat. Dis­gaea 1 Com­ple­te hät­te ruhig eini­ge der Ver­bes­se­run­gen der spä­te­ren Tei­le über­neh­men kön­nen.

Trotz der zahl­rei­chen Pro­ble­me bie­tet Dis­gaea 1 ins­ge­samt eine berei­chern­de Erfah­rung. Doch wir haben das Spiel nicht zum ers­ten Mal gespielt. Das ist schon die fünf­te Ver­si­on von Dis­gaea, die ver­öf­fent­licht wur­de. Inter­es­sier­te haben’s also gemein­hin schon gespielt. Ver­gleicht man die­se Fas­sung mit der zuletzt ver­öf­fent­lich­ten Ver­si­on, Dis­gaea PC, so unter­schei­den sich die Bei­den ledig­lich in Punk­to Optik. Doch auch hier gibt’s im Grun­de nichts Neu­es, da der visu­el­le Stil aus Dis­gaea D2 und 5 ent­lie­hen wur­de. Cha­rak­ter-Spri­tes und Bil­schirm­an­zei­gen sind zwar hübsch, sie täu­schen aller­dings nicht über die ver­al­te­te Gra­fik hin­weg. Bei den opti­schen Ver­än­de­run­gen ist man nicht ein­heit­lich ver­fah­ren. Immer wie­der fin­det man unver­än­der­te Tex­tu­ren und ent­fern­te Spri­tes (etwa Laharls nicht-dia­go­na­le Lauf­ani­ma­tio­nen), anstatt sie mit hoch­qua­li­ta­ti­ven Ver­sio­nen zu erset­zen.

Fazit

Es fällt uns schwer, Dis­gaea 1 Com­ple­te zu emp­feh­len. Ohne zusätz­li­che Inhal­te und Ver­bes­se­run­gen ist es ledig­lich eine auf­ge­hübsch­te und wesent­lich kost­spie­li­ge­re Ver­si­on von Dis­gaea PC. Holt euch die­se Ver­si­on nur, wenn ihr die ande­ren güns­ti­ge­ren Umset­zun­gen nicht spie­len könnt.

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