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Test

Im Test: Kingdoms and Castles

“Mama, Mama, bringst Du uns was mit? Etwas wie Sim City… Etwas mit RTS… und Mittelalter!” Aber das sind ja gleich 3 Wünsche auf einmal! Das geht nun wirklich nicht!” DOCH! Das geht mit Kingdoms and Castles (kurz Kingdoms)!

Wir waren etwas skeptisch und überlegten oft hin und her, ob wir uns Kingdoms nähern sollten. Oft wurden wir in modernen Simulationsspielen und RTS-Knallern von Triple-A-Titeln verwöhnt und Indie-Titel waren auch gelegentlich dabei. Doch eines muss man sagen: Was Lion Shield und LLC in Kingdoms so bietet, ist recht angenehme Kost. Besonders dann, wenn man auf den Preis schaut.

Doch fangen wir mal manierlich an. Am Anfang begrüßt uns ein recht übersichtlicher Startbildschirm, und das sogar auf Deutsch. Das Spiel bietet uns einige handelsübliche Optionen, sowie die Möglichkeit das Spiel im Standard- oder Kreativmodus zu starten.

Der Kreativmodus erklärt sich, meinen wir, von selbst. Einfaches Bauen ohne Nachdenken. Die Welt an sich wird dabei mit einem Seed generiert, wie ihn viele Spieler beispielsweise aus Minecraft kennen. Dabei werden die Inseln und Landmassen recht angenehm gestaltet. Hier und da werden Wald, Wasser und Ressourcen sowie die Nutzbarkeit des Bodens für die Feldarbeit angelegt.

Im Standard-Modus dagegen haben wir 3 Möglichkeiten: Da wäre der “Paxlon”, wo es keinerlei Bedrohungen gibt. In dieser Variante spielt sich Kingdoms wie Sim City. Man muss dort Management mit leichter Wirtschaft und Resourcenverwaltung betreiben. Das bedeutet, man baut Wohngebäude auf, kümmert sich um Felder und auch um die Wasserversorgung. Im späteren Spielverlauf sind dann die Krankenversorgung, der Glaube sowie Bibliotheken dran.

Im “Sommern” kommen erste Kampfhandlungen in das Spiel. Nach und nach kommen stärkere Gegner die das Reich, welches man aufbaut, angreifen. Die Gegner sind dann Wikinger, Oger und Drachen. Alle Gegner haben so ihre Eigenarten und benötigen Gegenmaßnahmen. So sind z. B. Bogenschützen bei Wikingern besser und Ballisten verwursten Oger gut zu Frischfleisch. Der Kampfinhalt ist hierbei recht einfach gehalten und meist genügen einfache Pfeiltürme und Baltisten aus, um der Sache Herr zu werden. Für ganz blutige Anfänger hält das Hauptgebäude mit seinen drei Beratern immer den einen oder anderen Tipp parat.

Der Dritte, aber auch schwierigste, Schwierigkeitsgrad im Spiel heißt “Vintar”. Auf Vintar werden die Gegner schon teilweise knackig und auch herausfordernd, damit sind wir eindeutig in dem RTS-Genre gelandet. Hier schaut die Sache eindeutig anders aus. Die Gegnerwellen sind eine Klickwut, wie man es aus anderen Titeln kennt. Zudem muss man in diesem Spiel auch die Stimmung der Bevölkerung genau beobachten, denn wenn sie kippt, kann dies auch zum Spielende führen.

Kommen wir zum Thema Grafik. So minimal sie gehalten ist, bietet sie dennoch ab und an charmante und nette Details. Man sieht die Bevölkerungseinheiten mit Waren herumlaufen, und im Lager liegen einzelne Rohstoffpakete. Ach ja: Verstirbt ein Bürger, kann dieser auch einfach mal sichtbar in der Gegend herum liegen. Wenn man einen Bürger selektiert, bekommt man Infos zur Person, ähnlich wie bei Tropico. Es lohnt sich trotz der simpel gehaltenen Grafik mit der Kamera herumzuspielen und ganz nahe an das Geschehen zu zoomen.

Die Musik ist typisch modern vom Mittelalter inspiriert und gut hörbar. Das Besondere ist dabei, wenn man mit der Kamera über das Land wandert, ändert sich die Musik leicht. Im Kampf wird natürlich emotionsgeladene Musik eingeblendet.

Einige der Informations- und Menüfenster überlappen manchmal recht unglücklich, sodass man leicht die Übersicht im Benutzerfeld verliert. Das Gute ist, dass man Tastaturkürzel verwenden kann, auch wenn man diese erst einmal wie ein Detektiv herausfinden muss.

Typisch für Spiele, die es auf Steam gibt, hat auch dieses einige sichtliche Erfolge, die aber recht fix in einer Handvoll Stunden durch sind. Die verborgenen Erfolge sind da schon etwas mehr für Spieler, die beizeiten gerne friemeln um sie herauszufinden.

Das Schöne ist, dass man in Kingdoms einige Möglichkeiten hat, die Wirtschaft zu beeinflussen. Dies passiert zum einen durch die Zuordnung der Güter, und durch die Priorität der Berufe. Das andere Nette ist, dass man auch Forschung betreiben kann. So kann man zum Beispiel Brotöfen erforschen oder panzerbrechende Pfeilspitzen. Wenn man aber glaubt, es gäbe viel zu erforschen, wird man enttäuscht. Wir haben damit bereits 2 von 5 Möglichkeiten in der Forschung genannt.

Leider ist kein Multiplayer vorhanden… Ja, echt keiner. Das ist deswegen so schade, weil sich solch ein Modus durch das minimale Spielgeschehen regelrecht anbieten. Wir können uns lustige Schlachten wie in einen älteren Die Siedler-Spiel vorstellen.

 

Fazit

Was bleibt am Ende zu sagen? Wenn ihr mich fragt, ist Kingdoms and Castles ein sehr schönes kleines Spiel, welches zwar recht simpel im Aufbau ist, aber einem erfahrenen Spieler keine große Überraschung bietet. Dennoch macht es hier und da vieles einfach richtig und damit auch eindeutig Spaß. Viele Elemente findet man auch in anderen Aufbausimulationen und RTS-Titeln wieder. Aber durch den schlichten Look und dem generellen Minimalismus ist es dennoch ein Titel, der grade Anfängern in dem Genre, oder Spielern, die lange nicht damit zu tun hatten, eindeutig eine Möglichkeit bietet, ihren Spaß zu finden.

 

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